Digitale Presseschau 23/2012

Internetbasierte Transparenz und Teilhabe gelten als zentrale Felder zukunftsorientierter Demokratiegestaltung. In einem Interview stellt Datenjournalist Lorenz Mazat fest, dass deren Vertreter bislang in Deutschland fast keine Sogwirkung entfalten konnten. Außerdem dieses Mal in der Presseschau: Eine kritische Auseinandersetzung mit den Parteipositionen zur Überwachung der Telekommunikation und ein Beitrag über die ambivalente Einstellung westlicher Regierungen zum Internet.

Vint Verf, einer der Gründungsväter des Internets, erklärt, warum es einer neuen Version des Internets (Ipv6) bedarf und wie man sich diese vorstellen sollte.

Open Government – es fehlt die Vision

Auf e-demokratie.org spricht Datenjournalist Lorenz Matzat darüber, welche Potentiale im Internet als Werkzeug zur gesamtgesellschaftlichen Steuerung und Entwicklung liegen und inwiefern er noch Defizite in deren Ausschöpfung sieht.

Is the internet a force for good or evil in the eyes of government? And what does that mean for democracy?

Der australische Blogger Craig Thomler sinniert auf govinthelab.com darüber, wie unterschiedlich die Regierungen westlicher Demokratien das Internet bewerten und plädiert dafür, die sozialen Regeln des Westens konsequent in dessen soziale Netzwerke und Online-Kanäle zu übertragen.

Empört Euch gegen die Überwachung!

Joachim Jakobs trägt auf heise.de unterschiedliche Parteipositionen zur Vorratsdatenspeicherung zusammen. Als Kritiker der Telekommunikationsüberwachung liefert er Argumente gegen die Onlinedurchsuchung und bringt darüber hinaus den Leser auf den neuesten Stand in der Debatte.

Was uns die Schnüffel-Schufa lehrt

Stefan Plöchinger setzt sich in seinem Kommentar auf sueddeutsche.de mit dem Vorhaben der Schufa auseinander, soziale Netzwerke zur Bonitätsprüfung zu nutzen. Dabei entwickelt er drei Thesen, die über das aktuelle Beispiel hinaus gehen und den Leser letztlich mit der Frage konfrontieren, wie gläsern er zu sein bereit ist – ob nun als Bürger, Käufer oder User.

Das können die Hacker in Uniform

Auf der deutschen Website der Financial Times beleuchten Thomas Steinmann und Joachim Zeppelin ein neues Phänomen in den Reihen der Bundeswehr: “CNO-Kräfte” – Hacker, welche geschult sind, um Cyberkriege auszufechten. Die Autoren thematisieren außerdem die rechtlichen Schwierigkeiten dieser neuen Kriegsführung, sowie die mit ihr verbundenen strukturellen Mängel und Generationskonflikte in der Bundeswehr.

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