Digitale Presseschau 22/2012

Je länger der Urheberrechtsstreit andauert, desto härter werden die Fronten. Aber auch lösungsorientierte Wortmeldungen mehren sich: z.B. von Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger und dem Urheberrechtsexperten Matthias Spielkamp . Außerdem in dieser Presseschau: Democracy 3.0; von der E-Participation zur Open Participation; und die immanente Selbstzensur der Generation Internet.

Wie stark darf der Staat sein? Wieviel sollte er über seine Bürger wissen dürfen? Ist die Vorratsdatenspeicherung eine effektive Methode der Terrorbekämpfung? Die Macher des Videos haben dazu eine eindeutige Position – und eine unterhaltsame Darstellung.

Democracy 3.0: Zeit für ein Systemupdate!

Auf carta.info wagt Marc Saxer eine ambitionierte Analyse der europäischen Gegenwartspolitik. Pointiert vorgetragen und komplett in Internet-Terminologie gekleidet, fordert er ein System-Update für die heutige Gesellschaft.

Von E-Participation zu Open Participation

Zebralog-Chef Sebastian Basedow erklärt im Interview auf e-demokratie.org, warum „E-Partizipation“ ein veralteter Begriff ist und welche inhaltliche Erweiterung sich hinter dem Nachfolgeterminus „Open Participation“ verbirgt.

“Die Überwachung im Netz macht uns brav”

Im Gespräch mit Die Presse äußert sich Oxford-Professor Viktor Mayer-Schönberger über den noch nicht verwirklichten Menschheitstraum von der Cyberdemokratie, das unerbittliche Gedächtnis des Internet und die daraus resultierende Selbstzensur der User.

“Das Urheberrecht wird ganz sicher nicht abgeschafft”

Der Journalist Matthias Spielkamp hinterfragt im Interview auf evangelisch.de die Empörung der Urheber über die angebliche „Umsonstkultur“ der Netzszene und führt aus, warum ein freies Internet nicht zwingend die Existenzgrundlage von Urhebern zerstört – sondern im Gegenteil auch als Marketinginstrument funktionieren kann.

“Wir Piraten wollen das Urheberrecht nicht abschaffen!”

„Die Piraten wollen das Urheberrecht abschaffen!“ – diese Annahme ist in der Bevölkerung weit verbreitet und macht die Partei zwangsläufig zum Gegenspieler von Künstlern, Schriftstellern und Musikern. Alles ein großes Missverständnis, wie der Berliner Piraten-Abgeordnete Christopher Lauer auf tagesspiegel.de darlegt.

Kein Grund zum Kulturpessimismus

In einem Gastbeitrag für die FAZ bezieht Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger ausführlich Stellung im Urheberrechtsstreit. Sie erklärt, weshalb die Piratenpartei diesbezüglich ein naives Konzept habe und inwieweit die Politik auch im Internet-Zeitalter als Mediator zwischen Künstler,-User- und Wirtschaftsinteressen auftreten könne und müsse. Sie fordert eine Modernisierung des deutschen Urheberrechts, die gleichzeitig auf die Europäisierung des Rechts setzt. Der Artikel ist abrufbar auf der Website des Bundesjustizministeriums.

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