Was soll ich nur wählen? Wahl-O-Mat & Co.

Die aktuellen Umfragen besagen, dass es eng wird bei der Bundestagswahl. Die Wahlbeteiligung ist gerade bei Erst- und Jungwählern erschreckend niedrig. Dabei sind es gerade diese jungen Menschen und die vielen Unentschlossenen, die am 22. September die Wahl entscheiden könnten.

 

Per Internet versuchen verschiedene Inititiativen, junge Menschen zum Wählen zu bringen und ihnen den Zugang zu den Parteiprogrammen zu erleichtern. Damit die Entscheidung nicht erst in der Wahlkabine fällt, gibt es online Tests und Umfragen, die das Bewusstsein für die Unterschiede zwischen den Parteien stärken sollen. politik-digital.de hat sich einige der vielversprechenden Projekte angesehen.

Wahltools


Wahl-O-Mat
(www.wahlomat.de)

Der
Wahl-O-Mat, stylish dargestellt als Fahrkartenautomat in knalligem Orange, ist ein Gemeinschaftsprojekt der
Politikfabrik und der
Bundeszentrale für politische Bildung. Derzeit dürfte der
Wahl-O-Mat das bekannteste Entscheidungstool sein: seit Harald Schmidt in seiner Sendung seine Parteizugehörigkeit online getestet hat, ist das Projekt sozusagen über Nacht berühmt geworden.

Das Konzept hinter dem
Wahl-O-Mat ist ebenso einfach wie überzeugend: 27 Statements wurden von den fünf großen Parteien bewertet: „ja“, „nein“ und „neutral“ waren die möglichen Antworten. Eben diese 27 Fragen beantwortet man nun auch als Nutzer. Das Ergebnis zeigt, wie sehr man mit welcher Partei „auf Linie“ ist. Fünf Minuten, die sich lohnen: beim Live-Test mit 5 Berliner Abgeordneten hat sich der
Wahl-O-Mat durchweg bewährt.



Wahlkompass (www.wahlkompass.de)

Eine Gruppe von Studenten der Freien Universität Berlin möchte mit dem
Wahlkompass unentschlossene Wähler dazu anregen, sich intensiver mit Parteiprogrammen auseinander zu setzen. 14 Fragen, die sehr stark vereinfacht Aussagen der Parteien widerspiegeln, ermitteln, welcher Partei man am ehesten zugeneigt ist. Die Auswertung dient dabei eher als Anreiz denn als Information: „Der
Wahlkompass soll einen leichten verständlichen Einstieg schaffen und damit motivieren, sich die Zeit zu nehmen sich mit den Programmen und Aussagen der Parteien genauer auseinanderzusetzen“.

Initiativen für Erstwähler


Die Wahlgang (www.diewahlgang.de)


Die Wahlgang, die sich auch für den oben genannten Wahl-O-Mat verantwortlich zeigt, ist ein Projekt zur Motivation von Erst- und Jungwählern. Die Kampagne wird von der Studenten-Initiative
„Die Politikfabrik“ realisiert. Unter der Schirmherrschaft von Sandra Maischberger und in Kooperation mit der
Bundeszentrale für politische Bildung versucht die Wahlgang mit Veranstaltungen und Informationen junge Menschen im Berliner Wahlbezirk Friedrichshain-Kreuzberg mit dem Thema Politik zu konfrontieren und die Berührungsängste abzubauen. "Wir zeigen Erstwählern, dass es auch Spaß machen kann, sich in die Politik einzumischen", beschreibt Daniel Holefleisch, Geschäftsführer der Politikfabrik, die Bemühungen im Kampf gegen den Politikverdruß. Mit medienwirksamen Aktionen wie z.B. der „
Schlammschlacht vor dem Reichstag“ möchte
die Wahlgang "den jungen Leuten zeigen, wie wichtig es ist, wählen zu gehen. Denn sie sind die nächste Generation von Wählern, und ohne sie kann unsere Demokratie nicht funktionieren“, ergänzt zweite Geschäftsführerin Henriette Volk.



vote2002 (www.vote2002.de)


„Ohne Stimme hört Dich keiner“ ist der Slogan der
Aktion vote2002. Vote2002 ist eine Initiative von 43 Popstars und ihren Musiklabels mit dem Ziel, junge Frauen und Männer dazu zu bewegen, im September zur Bundestagswahl zu gehen. Mit der geballten Power von Musiklabels und –fernsehen soll das Bewusstsein für Politik und besonders für die Wichtigkeit der Bundestagswahl geschärft werden. In kurzen Statements erklären die 43 Stars, warum sie Wählen für wichtig halten und rufen dazu auf, sich am demokratischen Prozess zu beteiligen.

Ein kurzer Wahl-Guide erklärt einfach und humorvoll, wie man sich die Bundestagswahl vorzustellen hat. Dabei fehlt der Hinweis, den Personalausweis nicht zu vergessen ebenso wenig wie eine Erläuterung über Sinn und Funktion der Briefwahl. Ein Portrait samt kurzem Interview von jungen Parteivertretern soll einen ersten Eindruck von den Parteien vermitteln. Also „geht wählen, denn ohne Stimme hört Euch keiner“ (Curse).

Erschienen am 30.08.2002

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