Was die Spenden-Buttons den Parteien bringen

"Online spenden", "Helfen Sie uns mit Ihrer Spende" und Hinweise auf "steuerliche Abzugsfähigkeit": Die Buttons für Online-Spenden sind auf den Parteiwebseiten nicht zu übersehen. Ein Überblick über Ansätze, Methoden – und die höchst unterschiedlichen Erfolge.

Ob CDU, CSU, SPD, FDP, Grüne oder Linkspartei – bei allen etablierten Parteien kann gegenwärtig über das Internet gespendet werden. Die einen schaffen klickbare Beträge zwischen fünf Euro und 100 Euro, bei anderen muss der gewünschte Betrag manuell eingegeben werden. Die Bezahlung erfolgt dann per Bankeinzug oder über Online-Bezahlsysteme

Zumindest die Linkspartei gibt sich auf Anfrage von politik-digital.de mit ihrem Zwischenergebnis sehr zufrieden: „Unsere Erwartungen wurden übertroffen. Die Linke hatte sich das ehrgeizige Ziel gestellt, Spenden in Höhe von 500.000 Euro von Mitgliedern und Sympathisanten online einzuwerben. Dieses Ziel konnte bereits am 17. August erreicht werden“, so der Bundesschatzmeister Karl Holluba.

CDU und SPD wollten kein Statement zur Resonanz ihrer Onlinespendenangebote abgeben. Vor einigen Wochen äußerte sich ein verantwortliches Mitglied des CDU-Kampagnenteams auf einem Podium aber zum Thema: Man sei froh, die monatlichen Betriebs- und Hostingkosten für das Onlinespendenportal decken zu können.

Sachspenden

Neben der einfachen Geldspende bieten einige Partei-Websites auch die Option zur Großflächenplakatspende. Als erste haben Bündnis 90/Die Grünen auf diesem Wege das Spendensammeln eingeleitet. Bereits im Vorfeld der Europawahlen konnten Nutzer Großflächenplakate in ganz Deutschland für einen begrenzten Zeitraum buchen. Die Grünen erklären den großen Erfolg ihrer Sachspendenkampagne so: „Die letzten Wahlkämpfe vor der Bundestagswahl haben uns gezeigt: Sachspenden, insbesondere Plakatspenden, sind sehr beliebt, weil die Leute genau wissen und sehen wollen, wofür sie spenden.“ Für die Bundestagswahl haben andere Parteien nachgezogen. Auch SPD, FDP und Linke werben online bei ihren Unterstützern um Plakatspenden.

Erfolgsfaktoren

Die Grünen bekamen bereits während des Europawahlkampfs etwa 600 Großflächenplakate über ihre Website gespendet und bedankten sich per Videobotschaft. Im Bundestagswahlkampf 2009 seien bereits mehr als 1900 Plakate gespendet worden, so die Partei. Ausgehend von einem durchschnittlichen Spendenaufkommen von 80 Euro pro Plakat, bewegt sich die Summe also bei 150.000 Euro. Weder SPD noch FDP oder Die Linke machen auf ihren Websites Angaben zu Zwischenständen ihrer Plakatspendenaktion.

Kreativ und engagiert beim Onlinefundraising zeigt sich auch der "Bürgerfonds" der FDP. Zunächst soll ein auf Emotionen setzendes Video für ein unterhaltsames Spendenumfeld sorgen. Es zeigt Szenen aus der Geschichte der Partei und unterlegt diese mit einem poppigen Song des Musikers Seal. Vielfältig sind auch die Vorschläge, selbst als Spendensammler für die FDP aktiv zu werden. Für die erfolgreichsten Fundraiser gibt es Preise wie eine Städtereise oder Tickets für die Bundeswahlparty 2009. Vorschläge und Dokumentationen von Fundraisingmaßnahmen beinhalten beispielsweise Spendendinner, Mikro-Spenden Fundraising Dinner oder eine Schlagernacht.

Gebrauchte Handys spenden

Auf neues Terrain begaben sich die Grünen vor einigen Wochen. Mit einem Partner namens Asgoodas.nu GmbH ist es seither möglich, gebrauchte Handys zu spenden. Der Spender kann den Wert seines Geräts auf www.asgoodas.nu/gruene ermitteln und direkt an Asgoodas.nu verkaufen. Im gleichen Schritt steht es ihm offen, einen Teil oder den gesamten Wert seiner Elektronik an Bündnis 90/Die Grünen zu spenden.

Unter Mitarbeit von Lorina Buhr und Sebastian Gievert

Eine Antwort auf Was die Spenden-Buttons den Parteien bringen

  1. sgievert sagt:

    Eine Studie unterstellt den Parteien “Schlamperei” beim Datenschutz, insbesondere bei Spenden. Dazu dieser Link:

    http://www.zeit.de/online/2009/36/parteien-internet-datenschutz

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