Twitter-Experiment beim Duell am Rhein

Am 26.4.10 findet in Düsseldorf das “Das Duell” zwischen
Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) und der SPD-Spitzenkandidatin
Hannelore Kraft statt. Veranstaltender Sender ist der WDR, die Debatte beginnt um 20.15 Uhr und dauert 60 Minuten. Und weil es bei Twitter sicherlich in der Kommentierung hoch hergehen wird, plant politik-digital.de-Vorstand Christoph Bieber ein Experiment.

Insgesamt kommt der vermeintliche Wahlkampfhöhepunkt in
Nordrhein-Westfalen jedoch eher unscheinbar daher – die mediale
Orientierung auf ein zentrales Kampagnen-Ereignis lässt lange auf sich
warten. Eine ordentliche “Debatte vor der Debatte” fand (bisher) nicht
statt. Wenn doch noch etwas folgt, dann wird es nur ein kleines
Vorgeplänkel sein – und keine groß inszenierte Positionierung der
Kandidaten als gute oder schlechte Rethoriker.

Versuchsaufbau

Dennoch wollen wir am kommenden Montag ein kleines Experiment
durchführen – gemeinsam mit Thomas Pfeiffer von webevangelisten.de habe
ich einen kleinen Versuchsaufbau entwickelt, um möglichst viele Tweets
mit debattenbezogenen Inhalten für eine unmittelbare Kommentierung sowie
für eine wissenschaftliche Nachbearbeitung zu sichern. Das wichtigste
Hashtag dafür dürfte #nrwduell sein, außerdem beachten wir natürlich die
Namen der Teilnehmer, Parteikürzel sowie den zuständigen TV-Sender.
Eine kleine Sammlung der wichtigsten Twitterthemen zur Landtagswahl ist
ebenfalls in Vorbereitung.

Ein paar Fingerübungen im Umfeld der britischen Prime Minister Debates
haben schon recht spannende Daten hervor gebracht, auch die zeitnahe
Abbildung wesentlicher Themen und Trends scheint gut möglich. An der NRW
School of Governance in Duisburg führt der Kollege Thorsten Faas (Uni
Mannheim) dazu eine Real-Time-Response-Messung durch. Es wird spannend
sein zu beobachten, wie sich die Resultate des zweigleisigen
Debatten-Monitoring ergänzen (oder auch nicht).

Erhebliche Reichweite in Großbritannien

Das Duell am Rhein wird am Montag nicht annähernd die Dimension der
britischen Debatten erreichen: während der Debattenpremiere am 15. April
sammelte der Dienstleister Tweetminster insgesamt 184.396 Tweets von
36.483 Nutzern. Bei der zweiten Auflage am 22. April ging das
140-Zeichen-Aufkommen ein wenig zurück, gesichert wurden “nur” noch
142,795 Tweets (-41,601) von 28,790 Nutzern (-7,693). Diese
Größenordnung führte auch zu erheblichen Reichweiten-Erfolgen der
britischen Politik – während und kurz nach den Debatten erschienen die
Namen der drei Teilnehmer sowie das allgemeine Hashtag #leadersdebate in
den trending topics bei Twitter. Dort sind politische Themen eher
selten zu Gast, europäische Ereignisse erst recht.

Auch wenn das Aufeinandertreffen von Rüttgers und Kraft bei weitem nicht
die mediale Prominenz erreicht wie die Debattenserie vor den
Unterhauswahlen, so wird sich auch hier der Trend zur
Echtzeit-Begleitung eines wichtigen Wahlkampf-Ereignisses im Internet
fortsetzen.

Eine Antwort auf Twitter-Experiment beim Duell am Rhein

  1. Politsurfer sagt:

    Wie ist denn das Experiment ausgegangen?

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