Deutsche sehen staatliche Eingriffe in die Privatsphäre weiter kritisch

15427817102_f944594fd9_zWelche Auswirkungen haben die Snowden-Enthüllung, der NSA-Skandal und die zunehmende Speicherung von persönlichen Daten durch Webseitenanbieter auf den alltäglichen Umgang mit Daten in Deutschland? Die Universität Hohenheim hat zusammen mit dem Forum Privatheit die Studie „Privatheit und informationelle Selbstbestimmung – Trendmonitor zu den Einstellungen, Meinungen und Perspektiven der Deutschen“ veröffentlicht.

Die Mehrheit der Deutschen macht sich Sorgen um den Datenschutz und sieht auch in Ausnahmesituationen Eingriffe in die Privatsphäre kritisch. Nur 8 % der Deutschen stimmen der Aussage zu, dass es zum Schutz der Bürger dem Staat erlaubt sein solle, jeden Menschen zu überwachen. 82 % der Befragten lehnten die staatliche Überwachung ab. Am stärksten sorgen sich die Menschen darüber, dass Anbieter von Webseiten ihr Surfverhalten aufzeichnet und dass jemand ihre PIN-Eingabe am Geldautomat erkennen könnte.

Insgesamt machen sich jüngere Menschen weniger Sorgen um Überwachung und Privatsphäre als Menschen über 40 Jahre. Zwischen den Geschlechtern gibt es hingegen kaum Unterschiede. Im europäischen Vergleich wird in deutschen Medien eher kritisch über Privatsphäre und Überwachung berichtet und mehr über die Riskken geschrieben, die diese Technologien mit sich bringen.

Die Studie der Universität Hohenheim setzte sich mit diesen Fragen auseinander:  Was verstehen die Deutschen heute unter Privatsphäre? Machen sie sich Sorgen um ihre Daten und ihre Privatsphäre? Als wie bedrohlich nehmen Deutsche neue Kommunikationsmittel wahr? Wie werden diese Themen in den Medien dargestellt?

Dazu befragten die WissenschaftlerInnen potentielle und aktuelle BenutzerInnen von Smart-Watches und Fitnessarmbänder zu Nutzenversprechen und Sorgen bei der Privatsphäre und der Datenübermittlung. Die Berichterstattung in den Massenmedien wurde als Trendindikator gedeutet und die großen deutschen Leitmedien ein Jahr lang nach Artikeln und Beiträgen zum Thema Privatheit analysiert. Eine qualitative Befragung mit 33 TeilnehmerInnen im Jugend- und Erwachsenenalter beantwortete die Frage, was Privatheit bedeutet und wie sich Privatheit im Internet und von Angesicht zu Angesicht unterscheidet. Schließlich ermittelte eine repräsentative Umfrage, inwieweit sich die Menschen in Deutschland über die Gefährdung ihrer online und offline Privatsphäre Sorgen machen.

Der Trendmonitor „Privatheit und informationelle Selbstbestimmung” gibt einen knappen, aber gut gegliederten Überblick über die Einstellung und den Umgang der Deutschen mit Privatsphäre.

Weitere Informationen sowie die Studie sind hier abrufbar.

Titelbild: Yellow Watcher by Alexander Svensson via flickr, CC BY 2.0

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