Schweizer Bundesrat bleibt Facebook fern

Die Schweizer Bundesräte wollen sich nicht beim Sozialen Netzwerk Facebook unter das Volk mischen. Bundesrätin Micheline Calmy-Rey ließ ihr Profil sogar löschen. Angelegt hatte die Profile für die sieben Bundesratsmitglieder der Student Bertil Suter.

Nachdem Micheline Calmy-Rey auf über 717 Freundeseinladungen kam, versuchte er die Politiker zur Adoption ihres Profils zu überreden (wir berichteten). So hätten sie direkt mit den anderen Facebook-Mitgliedern kommunizieren können. Bis jetzt waren Suters Bemühungen allerdings vergeblich, wie er gegenüber der Online-Ausgabe der Zeitschrift 20minuten sagte: Noch hat kein Bundesrat sein Profil übernommen.

 

3 Antworten auf Schweizer Bundesrat bleibt Facebook fern

  1. sgievert sagt:

    Auch wenn es nicht ganz zum Thema passt: Ist auch immer wieder interessant diese Unterschiede zwischem dem “eGovernment-Europameister” Österreich und dem Nachbarn Schweiz zu sehen, wo so gar nichts vorankommt.

  2. Michael sagt:

    Aber das Vorgehen klingt doch schon sehr merkwuerdig: man legt doch nicht einfach fuer eine andere Person so einen Account an. Ich finde es wichtig, dass es auch demokratische Partizipation uebers Internet gibt (Abgeordnetenwatch ist das beste Beispiel), aber das heisst doch nicht gleich, dass jedeR Abgeordnete in jeder social community sein muss. Die Abgeordneten und ihre Mitarbeiter haben auch noch was anderes zu tun als sich auf Gruschel Anforderungen oder Backgammon Einladungen reagieren zu muessen.
    Ich finde das Vorgehen schon sehr weltfremd, als ob Abgeordnete zu viel Zeit haetten (die meisten haben es zumindest nicht, im Gegenteil)

  3. sgerdesmeier sagt:

    Hallo Michael. Man sollte eigentlich keine Profile unter fremden Namen anlegen, stimmt schon. Allerdings wurden hier ja nicht direkt Persönlichkeitsrechte verletzt, da nur Fotos und Namen online standen, keine privaten Daten. Es ging bei Aktion, denke ich, darum, die Bundesräte mit sanftem Druck zu einer direkten Kommunikation mit ihren Bürgern aufzufordern. Natürlich haben Politiker primär andere Aufgaben als sich in Sozialen Netzwerken umzutun; dennoch hätte das auch Vorteile (bei Facebook vielleicht mehr als bei StudiVZ – aber wer weiß): Sie könnten gerade junge Wähler auf ihr Programme aufmerksam machen, durch Gruppen zu politischen Themen – die es bei Facebook ja sowieso gibt – könnten sie auf politische Schwerpunkte hinweisen, etc. Robert Colville hat das in einer Studie mal am Beispiel Großbritanniens aufgezeigt, siehe hier: http://www.politik-digital.de/britische-parteien-im-internet

Kommentar verfassen