Plattform-Ökonomie – die Großen fressen die Kleinen

Titelbild: Wolken by nafergo via pixabay, CC0 Public Domain Wer kennt es nicht, den schnellen, einfachen und günstigen Einkauf bei Amazon oder die unkomplizierte Fahrt in einem Uber. Ökonomische Plattformen werden immer beliebter. Doch fehlen in einigen Branchen dieser Plattformen regulatorische Rahmenbedingungen, vor allem das Arbeitsrecht droht auf der Strecke zu bleiben.

Digitale Plattformen nutzt fast jeder Mensch mit einem Internetzugang. Sei es Amazon, Alibaba, AirBnb oder Uber. Klassische Hotelbuchungen fallen oft weg, da AirBnB die cooleren und günstigeren Wohnungen hat. Ein Taxiunternehmen anrufen und ein Taxi am Telefon bestellen? Dann doch lieber das günstigere Uber schnell und kinderleicht über die App auf dem Smartphone bestellen. Ständig bewegt man sich auf ökonomischen Plattformen, ohne dabei zu realisieren, was dies für die Wirtschaft bedeutet.

47 % der Deutschen glauben, dass die Plattform-Ökonomie für „klassische“ Unternehmen eine Chance darstellt. Diese Zahl wurde auf der Young&Restless-Veranstaltung am 20.04.2017 im Téléfonica Basecamp in Berlin vorgestellt. Ökonomische Plattformen haben eine Sache gemeinsam: sie dienen als Vermittler zwischen Suchenden und Anbietern. Jeder Mensch hat die Möglichkeit, an einer digitalen Plattform teilzunehmen. Sei es durch das Bestellen einer Ware auf Alibaba oder das Mieten eines Privatautos auf Drivy. Doch wer stellt und bestimmt den Content auf diesen digitalen Plattformen? Wir, die Nutzer. AirBnB bestitzt genauso wenig eigene Wohnungen wie Uber eigene Autos besitzt. Privatnutzer können durch das Sharing ihrer privaten Sachen, wie Autos oder Wohnungen, Geld verdienen. Amazon lebt von den Bewertungen und den daraus resultierenden Bestellungen und auf Facebook verfassen wir selbst die Inhalte, die unsere Mitmenschen später sehen.

Um diesen Content zu schaffen, müssen Daten freigegeben werden. Nutzer geben ihre Daten dafür her und helfen den Unternehmen, ihre Macht zu vergrößern. Umso mehr Daten und schließlich Content geschaffen werden, umso erfolgreicher wird eine Plattform. Dem Nutzer aber entgleitet die Kontrolle über die Plattform und vor allem über die herausgegebenen und verwendeten Daten.

Die 4 Plattform-Ökonomien sind erfolgreicher als die größten 30 DAX Unternehmen. Der Markt und die Nachfrage nach digitalen Plattformen wachsen  stetig in Deutschland. Zwar sind Plattformen aus den USA und aus CHINA immer noch Spitzenreiter, doch mittlerweile versuchen auch deutsche Unternehmen, auf den Zug aufzuspringen. So ist supermarkt-berlin.net eine Plattform für digitale Kultur, kollaborative Ökonomie & neue Arbeitsformen, mit Workshops und Events. In Belgien kann man über das Portal notfairbnb.be Behausungen von Obdachlosen mieten und sie so finanziell unterstützen. Die Organisation Solidarité Grands Froids will so auf die große Wohnungsnot in Städten aufmerksam machen.

Dennoch zeichnet sich eine Machtkonzentration von großen Plattformen ab. Immer wieder werden fehlende Regulierungen und Kontrollinstanzen bemängelt.

Die Schattenseiten der Plattformen sind nicht zu übersehen. Menschen haben Jahrzehnte lang für ihre Rechte gekämpft. Ein Ergebnis ist das Arbeitsrecht: Entschädigungen im Krankheitsfall, Reglungen der erlaubten Arbeitzeiten und Absicherungen bei Betriebsunfällen. Auf digitalen Plattformen schwindet die Verbindlichkeit. Es gibt keine versicherten Arbeitnehmer, keine Arbeitsgeber mehr. Die Plattform vermittelt nur. Ein Uber-Fahrer wird von niemandem aufgefordert, die Ruhezeiten zu beachten. Im Krankheitsfall hat er keinen Anspruch auf Zahlungen. Hierfür müssen in Zukunft neue Regeln gefunden werden. Der kurzfristige individuelle Gewinn, den man beim günstigen Mieten via AirBnB oder Uber erzielen kann, könnte langfristig und gesellschaftlich betrachtet teuer erkauft werden.

 

 

 

Titelbild: Wolken by nafergo via pixabay, CC0 Public Domain 

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2 Antworten auf Plattform-Ökonomie – die Großen fressen die Kleinen

  1. T.Schneider sagt:

    ‘Man’ kann nur hoffen, dass Sie nach Ihrem Studium in keine irgendwie Entscheidungsposition kommen werden, denn Sie machen hier auf ‘digital’, aber schreiben (und denken) noch ala Sozi-’70er Jahre (wo Sie noch gar nicht auf der Welt waren – ich schon; BTW). Nein, das ist noch nicht richtig durchgedrungen bei Ihnen; wenn ich das so sagen darf.

  2. Philipp Albrecht sagt:

    Hallo Herr Schneider,
    es ist mir offen gesagt unbegreiflich, warum Sie hier faktenfrei ad hominem argumentieren, anstatt in der Sache Ihre Sicht darzulegen.

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