Mit Musik gegen Internetzensur

InternetzensurZum Welttag gegen Internetzensur veröffentlicht Reporter ohne Grenzen gemeinsam mit Journalisten aus Ländern, die von Autokraten regiert werden, in Pop-Songs umgewandelte Texte. Mit Streaming-Diensten soll so die Zensur umgangen werden.

Zum Welttag gegen Internetzensur haben sich Journalisten aus China, Ägypten, Thailand, Usbekistan und Vietnam mit Reporter ohne Grenzen in einer Kampagne zusammengetan, um trotz Zensur mit einer Uncensored Playlist und unter dem Hashtag truthfindsaway verbotene Texte in musikalischer Fassung zu veröffentlichen.

Hintergrund der Kampagne ist die eingeschränkte Pressefreiheit unabhängiger Medien in den fünf Ländern. Mit den in Pop-Songs umgewandelten Originaltexten, welche in den autokratisch geprägten Ländern verboten und nun durch Streamingdienste sowohl in Englisch als auch in der jeweiligen Landessprache auf den Streaming-Plattformen Spotify, Deezer und Apple Music verfügbar sind, soll die Wahrheit im Rahmen der Pressefreiheit nun doch ans Licht kommen. Dies sei durch die vergleichsweise große Freiheit von Streamingdiensten in den betroffenen Ländern möglich. Um eine weite Verbreitung zu fördern und um an den Zensurbehörden vorbei zu arbeiten, werden die Lieder in den jeweiligen Ländern unter Pseudonymen, abgewandelten Titeln und schlicht gestalteten Covern veröffentlicht.

“Wir nutzen mit dieser Kampagne eine Hintertür“, so Matthias Spielkamp, Vorstandsmitglied von Reporter ohne Grenzen. „In vielen Ländern verwehren die Machthaber den Menschen freien Zugang zum Internet, doch Musik-Streaming-Dienste sind fast überall frei zugänglich. Also verbreiten wir die Texte mutiger Journalisten als Pop-Songs – damit Zensoren und Diktatoren in aller Welt endlich verstehen: Das freie Wort lässt sich nicht unterdrücken, die Wahrheit findet immer einen Weg.“

Neben Streaming-Diensten sind auch Radiosender eingeladen, sich an der Kampagne zu beteiligen und am 12. März ab 6:00 die Pop-Songs in ihr Programm aufzunehmen. Das Material ist hier verfügbar.

Weitere Informationen zu der Kampagne finden Sie hier.

Titelbild: Uncensored Playlist, bearbeitet.

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