Meckern bis der Arzt kommt – Digitale Presseschau 26/2014

Es reicht, Schluss damit! Überwachung, Google, genug aufgeregt! Seit dieser Woche wissen wir, dass wir alles ein bisschen lockerer sehen sollten, mit Fassung tragen eben. Wer trotzdem ein wenig digitalen Frust abbauen will, der kann sich wie immer über Google und Co. beschweren. Das kann aber auch nicht die Lösung sein. Stattdessen ist diese Woche konstruktives Denken gefragt: Emails verschlüsseln, Datenschutzstandards einführen und alle Kinder zu Informatikern erziehen. Das klingt doch gut! Wer da noch Einwände hat, der geht am besten zum Arzt, aber online bitteschön.

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Ist das jetzt noch Galgenhumor oder schon zynisch oder beides? Seit einem Jahr erhitzt der Überwachungsskandal die Gemüter, nur einer bleibt ganz cool: Nein, nicht Chuck Norris, sondern Bundestagspräsident Lammert. Er trägt die Bespitzelung seiner Person durch die NSA mit Fassung. Was für die einen ein tragikomisches Paradebeispiel für den politischen Umgang mit der Überwachungsaffäre darstellt, sorgte vor Ort aber lediglich für amüsiertes Gelächter.

Verschlüsseln für Anfänger

Wer Datenklau und Überwachung nicht #mitFassung tragen möchte, der sollte einfach mal darüber nachdenken, seinen Emailprovider zu wechseln. Die Zeiten, in denen digitale Selbstverteidigung Nerds und Netzaffinen vorbehalten war, nähern sich ihrem Ende. Zahlreiche Email-Dienste bieten mittlerweile verschlüsselte Emailkommunikation an, selbst die Bösen von Google. Na dann muss das doch klappen! Ein Überblick dazu – umfassend, verständlich und übersichtlich.

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Anschnallen nicht vergessen – Mehr Standards für das Netz?

Wie in der analogen Welt auch, kann individuelle Selbstverteidigung aber nicht die Lösung sein. Vielmehr bedarf es gesetzlich festgelegter Standards, die sichere Kommunikation für alle gewährleisten. Das ist dann keine Bevormundung, sondern entspricht dem Schutzauftrag des Staates, meint der ehemalige Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, Peter Schaar. Wie die „Helmpflicht für das Internet“ aussehen könnte, erklärt er uns auch.

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Tschüss Hausarzt, hallo digitales Wartezimmer!

Mit dem digitalen Helm ab zum Online-Doktor? Telemedizin soll ärztliche Versorgung ohne den manchmal lästigen oder mühseligen Weg in die Praxis ermöglichen. Gesetzliche Regelungen fehlen bis dato und das trotz einschlägiger Vereinbarungen im Koalitionsvertrag. Erste Pilotprojekte laufen allerdings bereits und Geschäftsideen sprießen aus dem Boden. Nur noch eine Frage der Zeit?

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Unser tägliches Google gib uns heute!

Es ist auf jeden Fall nur eine Frage der Zeit bis die FAZ die nächste Google-Schelte durchs Netz schickt. Die Bloggerin Yasmina Banaszczuk hat genug davon. Die alten Eliten in Verlagen und Redaktionen haben kein Problem mit Google, sondern mit Machtverlust. Harte Worte, aber ein guter Punkt. Was sonst noch hinter der Scheindebatte steckt und worüber wir uns stattdessen Gedanken machen sollten, erfahren wir außerdem.

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Willkommen im Google-Imperium!

Doch es gibt auch viele, die der anhaltenden Google-Kritik noch nicht überdrüssig sind. Einige davon standen diese Woche sogar vor der Haustür des Konzerns und waren drauf und dran dem IT-Riesen bei seiner hauseigenen Messe I/O die Stimmung zu verhageln. In Kalifornien erleben die Menschen jetzt schon, was es bedeutet, wenn Marktmacht und Unternehmergeist ineinander greifen. Die stete Expansion des Google-Imperiums lässt wenig Gutes vermuten.

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Computerlehrpläne in Deutschland: „Das grenzt an Utopie“

Weitsicht ist auch in Sachen Bildung gefragt. IT und Informatik durchdringen zunehmend unsere Gesellschaft. Computerkenntnisse und Programmieren sind bereits zentrale Fähigkeiten in der Arbeitswelt. Nach Meinung einiger Experten ist es höchste Zeit, dass Kinder auch in jungen Jahren bereits das digitale Einmaleins erlernen. Deutschland ist davon aber meilenweit entfernt. Woran hakts?

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Bild: Screenshot aus dem Video

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