Langweiliges Sachsen?


Die Spitzenkandidaten der sächsischen SPD und PDS haben eine schwere Aufgabe: König Kurt, wie die Anhänger
Biedenkopfs ihren Ministerpräsidenten liebevoll nennen, regiert seit 1990 das Land. Und leicht wird der CDU-Mann
sich nicht vom Thron stoßen lassen.

Nach den positiven Wahlergebnissen im Saarland und in Brandenburg tragen nun
auch die letzten Umfragewerte des Mitteldeutschen Rundfunks zur positiven Stimmung bei den Konservativen bei. Danach
hat die CDU mit 58% wieder gute Chancen die absolute Mehrheit der Wählerstimmen zu bekommen. Nicht zuletzt die
Popularität und Beliebtheit des Ministerpräsidenten tragen zu diesem Ergebnis bei: Jeder zweite CDU-Wähler
votiere wegen Biedenkopf für die Partei. Der Politikwissenschaftler hatte nach einigen Querelen mit dem damaligen
Bundesvizevorsitzenden der CDU Helmut Kohl nach sieben Jahren den Wiedereinstieg in die Politik geschafft, als er
1990 als Spitzenkandidat für den sächsischen Landtag gewählt wurde. Eine kluge Entscheidung, wie sich später
herausstellte: Seit nunmehr neun Jahren regiert der 61jährige Sachsen und auch der dritten Legislaturperiode steht
scheinbar nichts im Wege.

Die Umfragewerte für die kleinen Parteien sind dagegen mehr als schlecht: Die FDP und
ihr Spitzenkandidat Ortleb haben kaum eine Chance über 1% der Wählerstimmen zu bekommen und auch Bündnis’90/Die
Grünen sind trotz ihrer populären Spitzenkandidatin Gunda Röstel mit 3% weit von dem Einzug in den Sächsischen
Landtag entfernt. Aber auch für die derzeitige Opposition stehen die Zeichen nicht gut. Besonders die SPD verliert
nach derzeitigem Stand 6% an Stimmen und bleibt noch hinter der PDS zurück, die momentan 18% der Stimmen erreicht.
Ihr Spitzenkandidat Peter Porsch strebt ein Ergebnis von 22% an. Der gebürtige Wiener siedelte 1973 in die damalige
DDR über und arbeitete als Professor in Leipzig. Von 1990 bis 1995 war er schon Landeschef der PDS und wurde 1997
wieder gewählt. Nun hofft der 54jährige nach neun Jahren Opposition zusammen mit der SPD die absolute Mehrheit der
CDU brechen zu können. Doch danach sieht es im Moment nicht aus, denn der Verlierer in den Umfragen ist die SPD.
Zusammen mit ihrem Spitzenkandidaten Karl-Heinz Kunckel erreichen die Genossen nur 16% der Stimmen in den Umfragen.
Ausserdem ist der gebürtige Thüringer, der bereits zum zweiten Mal als Herausforderer Biedenkopfs antritt, bekannt für
seine ablehnende Haltung der PDS gegenüber.
Doch höchstwahrscheinlich werden weder die SPD noch die PDS nach der Wahl nach einem möglichen Koalitionspartner gefragt:
Der Wahlsieg der CDU am 19. September ist so gut wie sicher.

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