Kleine Pille, große Wirkung? Launch der Seite Supermenschen.info zum Thema Hirndoping

Home-Keyvisual-supermannHöher, schneller, weiter – der Selbstoptimierungszwang unserer Gesellschaft setzt immer mehr Menschen einem wachsenden Druck aus. Ritalin und Co. erscheinen da nur allzu verführerisch, bieten sie doch eine bequeme Möglichkeit, die eigene Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Das sogenannte “Hirndoping”, also die missbräuchliche Medikamenteneinnahme durch gesunde Menschen, gehört für immer mehr Menschen zum Alltag, obwohl die körperlichen und vor allem auch psychischen Langzeitfolgen noch weitgehend unerforscht sind. Die neue Seite supermenschen.info bietet nun eine Plattform für themenrelevante Informationen und Diskussionen.

Das Gemeinschaftsprojekt des Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT), politik-digital e. V. und der Kommunikationsbüro Ulmer GmbH entstand im Rahmen des vom Ministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Diskursprojekts ELSA  (Junge Menschen und ihr Umgang mit ethischen, rechtlichen und soziale Fragen der Leistungssteigerung durch Hirndoping, kurz “JuHDo”). Das Projekt soll einen Beitrag zur kontroversen Debatte um Hirndoping leisten und insbesondere jungen Menschen eine Plattform für eine lebhafte Diskussion bieten.

Auf der Webseite werden regelmäßig neue Materialien und Informationen wie z.B. Hinweise auf Bücher, Zeitungsartikel und Links über Hirndoping veröffentlicht. Dabei geht es sowohl um die Fragen, was Hirndoping eigentlich ist, wie oft und von wem es genutzt wird, als auch um soziale, rechtliche und gesundheitliche Aspekte des Hirndopings. Außerdem werden in regelmäßigen Abständen Videochats via Google Hangout veranstaltet, bei dem Experten, Wissenschaftler und Betroffene über die verschiedenen Facetten von Hirndoping diskutieren.

Hangout-Premiere an diesem Mittwoch

Im ersten Videochat via Google Hangout haben wir unter dem Motto “Hirndoping – Chemische Nachhilfe für das Gehirn” gemeinsam mit Experten und Betroffenen in das Thema eingeführt.

In dem 45-minütigen Gespräch am 24.06. ab 17 Uhr ging es um grundlegende Fragen geklärt wie: Was ist Hirndoping? Wie verbreitet ist die Einnahme von leistungssteigernden Mitteln und warum nehmen gesunde Menschen überhaupt Medikamente, um „besser“ zu sein? Neben einem Blick auf die individuelle Betroffenheit – Motive, Suchtpotential und mögliche gesundheitliche Schäden – haben wir uns auch mit den Folgen der Einnahme leistungssteigernder Mittel für unsere Gesellschaft beschäftigt. Werden durch Hirndoping nur natürliche Unterschiede in Talent und Leistungsfähigkeit ausgeglichen oder entsteht ein soziales Ungleichgewicht? Kann Doping in der Gesellschaft toleriert werden, während es im Sport verboten ist? Wie weit wollen wir gehen, um uns zu optimieren? Diese und weitere Fragen diskutierte unser Moderator Frank Ulmer mit folgenden Gästen:

Die Teilnehmer im Überblick

Hangoutteilnehmer

Prof. Dr. Ortwin Renn: u.a. Sozialwissenschaftler und Risikosoziologe an der Universität Stuttgart
Jörg Marschall: Projektleiter Arbeitswelt & Demografie beim IGES. Mitverfasser des DAK Gesundheitsreports 2015 mit Schwerpunkt „Doping am Arbeitsplatz“
Sonja Krause: Assistenzärztin am Universitätsklinikum Freiburg
René Neumann: Student der Politikwissenschaft an der TU Chemnitz und Praktikant bei politik-digital.de

Habt Ihr Fragen zum Thema oder möchtet Ihr Euch bei den kommenden Hangouts einbringen? Meldet Euch bei uns unter redaktion@politik-digital.de oder stellt Eure Fragen über die Kommentare oder direkt auf supermenschen.info.

Bild: unsplash.com

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