Jagd auf Twitter-Fakes

Ein Team von Wissenschaftlern hat in den USA eine Methode entwickelt, um Fake-Accounts und Manipulationsversuche in Sozialen Netzwerken aufzudecken. Dabei konzentrieren sich die Forscher der Indiana University besonders auf politische Schleichwerbung und Meinungsmache.

 

Gerade im Wahlkampf bietet die Anonymität des Internet eine gute Möglichkeit, um sogenannte „Meme“ in der digitalen Meinungsbildung zu erschaffen. Meme sind Begriffe oder Sätze, die gezielt durch wiederholte Kommunikation vervielfältigt werden, unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt. Besonders Twitter eignet sich für eine solche Meinungsbildungs-Kampagne, da mit wenig Aufwand sogenannte Fake-Accounts eingerichtet werden können. Geschickte Wahlkampfstrategen können so Themen und Behauptungen pushen und verbreiten. So ein Vorgehen verstößt zwar gegen die Twitter-Richtlinien, bleibt juristisch aber folgenlos.

Wissenschaftler der Indiana University in Bloomington haben mit „Truthy“ nun ein Projekt gestartet, dass Fake-Accounts aufdecken soll. Das Team um Dr. Filippo Menczer untersucht dabei, welche Hashtags sich explosionsartig vermehren und analysiert die Netzwerke, in denen die Meme verbreitet werden. In einer grafischen Aufbereitung sollen dann bei einem Fake atypische Verbreitungsformen sichtbar werden. So stießen sie zum Beispiel auf zwei Accounts, die seit Ende Juni mehr als 20.000 fast identische Tweets verschickt und auf republikanische Websites hingewiesen hatten.

http://truthy.indiana.edu/

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