Gordon Brown startet Weboffensive

Der britische Premierminister Gordon Brown kündigte in einer Rede eine neue Zusammenarbeit der britischen Regierung mit dem amerikanischen Konzern Google an. Fast zeitgleich startete auch der YouTube-Channel der britischen Regierung, in dem User unter der Rubrik „Ask the PM“ Fragen an das Staatsoberhaupt richten können.

Gordon Brown im Zeitgeist

Am Morgen des 19. Mai 2008 hielt Gordon Brown eine Rede auf dem diesjährigen Google Zeitgeist Gipfel in Herfordshire, um die Bedeutung der IT-Industrie für die Herausforderungen der Globalisierung hervorzuheben.
Das gemeinsame Projekt von Google und Nr. 10 Downing Street soll die Daten des britischen Meteorological Office mit der Google-Earth-Applikation, auf der man sich die ganze Welt in Sateliten- und Luftaufnahmen ansehen kann, kombinieren. So soll der interessierte Nutzer einen aktuellen Überblick über globale Wetterphänomene und einen Ausblick in die Zukunft bekommen. „Das wird ein großartiges Programm sein, um den Menschen die großen klimatischen Veränderungen unserer Zeit bewusst zu machen.“, so Brown.

Ask the Primeminister

Ab sofort können YouTube-Nutzer auch ein Privileg nutzen, das vorher nur dem britischen Parlament vorbehalten war: Dem Premierminister Fragen zu aktuellen Themen stellen. Nach dem Vorbild des Parlaments können Nutzer noch bis zum 21. Juni eigene Fragen für die erste Frage-und-Antwort-Stunde stellen oder darüber abstimmen, welche Fragen von anderen Nutzern vom Premier beantwortet werden sollen. Das Video, in dem die Frage gestellt wird, darf nicht länger als eine Minute sein, der Nutzer muss die britische Staatsbürgerschaft besitzen – "and no party political content please" ("kein parteipolitischer Inhalt, bitte").

„Analoger Politiker“

Die Weboffensive Gordon Browns sei laut BBC Politikkorrespondent Jo Coburn nur der Versuch, ein Zitat des Konservativen David Cameron zu widerlegen. Laut Cameron sei Brown ein „analoger Politker in einer digitalen Zeit“. Cameron führt auf der Interneteite der Konservativen seit September 2006 ein digitales Tagebuch. In der Rubrik „Webcameron“ finden sich auch weitere Videos, Fotos und Reden des aussichtsreichsten Kandidaten der Tories seit dem desaströsen Wahlergebnis für Labour bei den Kommunalwahlen am 2. März 2008.

IT-Industrie als Vorbild

In seiner Rede ging der Premier auch auf die Herausforderungen der Globalisierung ein: „Die globale Wirtschaft wird nicht für die Menschen funktionieren, solange sie nicht „offen, flexibel, freihandelsorientiert, nicht protektionistisch, einbindend, ermächtigend und gesellschaftsbildend“ ist. Die IT-Industrie sei hierfür eine hervorragendes Beispiel, weil sie der gesamten Welt Informationen zugänglich mache und zugleich die von Brown geforderten Eigenschaften besitze.

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