Eine Website macht noch keine Wahlkampagne

Unlängst titelte DIE WELT: Der Wahlkampf im Netz ist eröffnet. Aufhänger dafür war der Relaunch der CDU-Website mit der Einbindung etablierter Social Media-Komponenten. Doch gilt damit tatsächlich der Wahlkampf im Internet als eröffnet?

Zu einem sinnvollen Online-Wahlkampf gehört ein wenig mehr als eine neue Website, die zwar mit einiger Medienresonanz gefeiert, aber danach wieder nur sporadisch besucht wird. Wer im Online-Wahlkampf erfolgreich sein will, muss eine ständige Kampagne führen – er muss um Aufmerksamkeit im Netz kämpfen.

Marketing ist auch im Netz essentiell

Konkret bedeutet dies, dass virale Effekte und Marketingmöglichkeiten im Netz konsequent genutzt werden müssen. Wer als Partei in jeder kleinen Stadt Plakate aufhängt, kann es sich heute nicht mehr leisten, eine Website zu schalten und dann keine weitere Werbung dafür zu machen. Diese Werbung ist es doch, was die eigentliche Kampagne ausmacht.

Davon ist allerdings bisher bei den meisten Parteien nicht viel zu sehen. Damit wird einmal mehr deutlich, dass die Begriffe Online-Kampagne und Internet-Wahlkampf oftmals nicht völlig durchdrungen, sondern vielfach sogar falsch verstanden werden.

Eine Website allein ist keine Kampagne

Nicht die Website an sich zählt, sondern die Nutzung dieser durch Nutzer. Gerade bei neu geschaffenen Communities bedarf es einen erheblichen Marketing-Aufwand, die kritische Masse an Usern zu erreichen. Denn Ziel muss es sein, eine lebendige Community zu schaffen, die dann tatsächlich auch positiv zum Wahlkampfverlauf beiträgt. Dann erst verdient der Auftritt einer Partei im Netz das Label „Kampagne“.

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