Ein neues Jahr – die gleichen Fragen – Digitale Presseschau 1/2014

Wer dachte, dass es nach den Enthüllungen des letzten Jahres im NSA-Skandal nicht mehr schlimmer kommen könnte, lag leider falsch: Es kam schlimmer. Internetaktivist Jacob Applebaum brachte zum 30. Chaos Communication Congress Informationen mit, die belegen, dass die NSA unsere digitale Kommunikation praktisch vollständig überwachen kann. In einem Interview mit der Berliner Zeitung, spricht er über die neuesten Snowden-Enthüllungen. Partrick Beuth zieht in seinem Beitrag auf Zeit Online Konsequenzen aus der Übermacht der Geheimdienste. Außerdem in der Digitalen Presseschau: Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald definiert die Rolle des Journalisten und Aktivisten, die Sharing Economy nimmt neue politische und ideologische Dimensionen an und Googles Gesichtserkennung könnte weit mehr als nur ein Social-Media Gimmick sein.

 

Video der Woche

Janina Sombetzki ist Philosophin an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und beschäftigt sich mit der Frage, inwiefern wir etwas von Robotern über Menschen lernen und welche Verantwortung wir den intelligenten Maschinen in Zukunft übertragen können.

Im Auge der NSA

Internetaktivist Jacob Applebaum ist vielen im Zusammenhang mit NSA-Whistleblower Edward Snowden bekannt. Trotz der teilweisen Verfolgung und Schikanen durch den amerikanischen Geheimdienst setzt er seine Arbeit im Berliner Exil fort. Im Interview mit der Berliner Zeitung spricht er über seine Erfahrungen mit der NSA und wie man deren Macht eingrenzen könnte.

Journalistischer Aktivismus?

Geht es nach der Meinung von Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald sind Journalisten immer auch Aktivisten. Vor allem, da Journalisten eigentlich nie neutral sind und eine Meinung vertreten, das hat die Berichterstattung zum NSA-Skandal des Öfteren gezeigt. Doch so klar wie er diese Behauptung auf dem Chaos Communication Congress (30C3) präsentiert, so unklar sind die Standpunkte bei seinen Berufskollegen. Aus diesem Grund kommentieren die beiden ZEIT Online Redakteure Kai Biermann und Patrick Beuth die bereits seit langem währende Diskussion.

Teilen ist seliger denn besitzen

Car-Sharing, Flat-Sharing, Self-Storage, File-Sharing usw. Die sogenannte Sharing Economy erlebt seit einigen Jahren eine Hochkonjunktur. Via Handy-App oder über den heimischen Rechner erscheint alles spielend einfach, doch haben die vielen Vorteile auch einen schalen Beigeschmack. In der Onlineausgabe der FAZ schreibt Autor Harald Staun über den Wechsel vom Einzelgänger-Kapitalismus zum Sharing-Kommunism.

Die “Owner” des Internets

Warum Hacker und Journalist Jacob Applebaum der “Stimmungskiller” des 30. Chaos Communication Congress war, beschreibt Patrick Beuth auf Zeit Online. Applebaum hatte neue Informationen von Edward Snowden veröffentlicht, welche Überwachungsfähigkeiten des US-amerikanischen Geheimdienstes NSA dokumentierten, “die einem düsteren Hollywood-Film entsprungen sein könnten”. Die nun bekannt gewordenen Methoden zur Infiltration jeder erdenklichen Ebene des Internets, “dürften in Raffinesse und Umfang die Vorstellungskraft der meisten Menschen sprengen”, so Beuth. Die lähmende Gewissheit, dass Geheimdienste sich das Internet praktisch vollends zu eigen gemacht haben, verleihe so einer bereits bekannten Hacker-Forderung absolute Dringlichkeit, die letztlich einem Arbeitsauftrag an alle gleichkomme: “Wir müssen das Internet neu erfinden”.

Unsere Software ist frei

Mario Sixtus leidet an einer milden Form von Gesichtsblindheit (Prosopagnosie) und erklärt auf ARTE Future, warum eine Gesichtserkennungsfunktion, wie jene, die bereits Google+ anbietet, seinen “Makel” ausgleichen könnte. Weil Google die großflächige Einführung von Gesichtserkennungssoftware und die Reaktionen von Datenschützern nicht verantworten wolle, arbeiteten nun andere Unternehmen an einer Software für Datenbrillen wie “Google Glass”, die Gesichter erkennen kann. Für Sixtus steht fest, dass die Einführung von Datenbrillen mit Gesichtserkennung Wirklichkeit werden, ganz unabhängig von etwaigen Konsequenzen und dem gesellschaftlich “Wünschenswerten”. Letztlich verhalte es sich mit Software wie mit Gedanken: “Sie sind frei, man kann sie nicht verbieten”, resümiert Sixtus.

 

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Eine Antwort auf Ein neues Jahr – die gleichen Fragen – Digitale Presseschau 1/2014

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