Digitaler Wahlkampf: Angela Merkel lässt Facebook links liegen

Angela Merkel by Techniker Krankenkasse CC-BY-NC-ND-2.0Eine Facebook Untersuchung zur Social-Media Darstellung deutscher Spitzenpolitiker hat ergeben, dass Politiker der großen Volksparteien das soziale Netzwerk nur schlecht für den Wahlkampf nutzen. Die Digitalagentur TERRITORY webguerillas veröffentlichte die Ergebnisse am 24.08.2017 zur bevorstehenden Bundestagswahl.

Sarah Wagenknecht von DIE LINKE hält nach Angaben der Studie die Spitzenposition mit den höchsten Kernwerten. Gefolgt von Christian Lindner von der FDP und Cem Özdemir von DIE GRÜNEN auf Platz 2. und 3. Insbesondere Lindner hat im Vergleich zum Vorjahr ein starkes Plus im Fan-Wachstum auf Facebook zu verzeichnen – Özdemirs Inhalte punkten durch Viralität und Zustimmung seitens seiner Fans.


Das Social Web als Wahlkampfarena.

In der aktuellen Vergleichsanalyse hat die Münchener Agentur auf Basis der Listung des Politbarometers des ZDF sowie der offiziellen Facebook-Accounts die Facebook-Performance und Wirkung der Politiker ermittelt. Die Auswertung von TERRITORY webguerillas wurde anhand verschiedener Leistungskennzahlen, wie Fan-Wachstum, Frequenz und Menge der Posts, sowie Reaktionen der Fans im sozialen Netzwerk durchgeführt. Trotz wechselnden Rankings wurden die offiziellen Facebook-Seiten der Politiker vom 01.08.2016-31.07.2017 begutachtet.

Social Media als Plattform der Opposition?

Abgeschlagen auf dem 10. Platz landet Bundeskanzlerin Angela Merkel. Im vorangegangen Facebook-Ranking vom Februar, war sie zumindest noch im Mittelfeld zu verorten. Zeichnen diese Tiefstwerte das mangelnde Geschick der Kanzlerin im digitalen Wahlkampf ab? Eine Antwort lässt sich gegebenenfalls anhand ihrer Follower-Zahlen finden: Trotz negativer Resonanz und geringen Viralität ihrer Inhalte, hat Merkel die größte und stabilste Community an Followern.

Digitaler Wahlkampf entscheidend für Umfragewerte?

Mit den derzeitigen Umfragen zur Bundestagswahl zeichnet sich eine generelle Favorisierung der CDU und Angela Merkel mit über 37% ab. Die niedrigen Werten von 8-10% der Oppositionsparteien fordern auf Bundesebene einen starken interparteilichen Wettkampf, der gerade im digitalen Wahlkampf ausgefochten werden soll. Entsprechend engagiert zeigen sich die Spitzenkandidaten der kleineren Partien. Trotz der kommoden Führung in den Sonntagsfragen lässt Merkel digital möglicherweise ein paar Prozente liegen, die sich später als hilfreich erwiesen haben könnten.

Titelbild: Techniker Krankenkasse via Flickr, CC-BY-NC-ND-2.0

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