Das Internet zur Willensbildung innerhalb der Partei einsetzen

FDP-Generalsekretär Guido Westerwelle im
politik-digital-Interview über den Einsatz des
Internets in der F.D.P. und seine weiteren Pläne
für die Vernetzung der Partei.



politik-digital:
Welche Bedeutung hat das Internet für die Parteiarbeit der FDP?

Guido Westerwelle: Unser Internetangebot steht für Modernität und unser Bekenntnis zu
neuen Technologien. Das Internet spielt in der Gestaltung der F.D.P.
eine herausgehobene Rolle. Die interne Information von Gremien und
Mitgliedern wird immer stärker über dieses Medium abgewickelt.


politik-digital:
Sie haben angekündigt, die FDP in der Opposition werde die Rolle
einer "bürgerlichen Protestpartei" spielen. Werden dazu auch politische
Online-Kampagnen gehören, wie es sie bereits in den USA gibt?

Guido Westerwelle: Die Kampagnen der Zukunft müssen mit den Medien der Zukunft
durchgeführt werden, dazu zählt immer mehr das Internet. Bereits im
Bundestagswahlkampf haben wir mit unserem Internet-Truck und einer
speziellen Wahlkampfplattform im Web unsere Kampagne auch über das
Internet geführt.


politik-digital:
Nutzen Sie selber das Internet für Ihre tägliche Arbeit im Dienste der FDP?

Guido Westerwelle: Es gehört in meinem Büro zum ganz normalen Alltagsgeschäft, im
Internet aktuellste Informationen weltweit zu recherchieren. Selbst als
ich mich zum Schreiben meines Buches "Neuland" in einer österreichischen
Berghütte aufhielt, konnte ich über mein Notebook direkt Informationen
aus dem Netz ziehen. Zudem läuft ein großer Anteil unserer Korrespondenz
über das Internet.


politik-digital:
Ihre Partei besitzt kein Intranet. Wie werden Sie die Parteigliederungen mit der Bonner FDP-Zentrale vernetzen?

Guido Westerwelle: Seit 1998 benennt jeder Kreisverband einen Internetbeauftragten. In
Kürze ist geplant, über geschlossene Benutzergruppen den Mitgliedern und
Arbeitskreisen exklusive Informationen und Materialien anzubieten. Unser
Intranet wird also über das Internet abgewickelt werden.


politik-digital:
In der SPD gibt es bereits seit 1995 einen Virtuellen Ortsverein, in
dem sich jeder Interessierte per Internet politisch engagieren kann. Ist
so eine virtuelle Parteigliederung auch für die FDP denkbar? Was spricht
dafür, was dagegen?

Guido Westerwelle: Bereits jetzt gibt es bei uns offene und – im Gegensatz zu den
anderen Webangeboten der Parteien- unzensierte Diskussionsforen im
Internet. Das Internet wird in Zukunft auch zur Willensbildung innerhalb
der Partei eingesetzt: z.B. durch virtuelle Arbeitskreise und als
Fernziel Mitgliederbefragungen via Internet.

Das Interview mit Dr. Guido Westerwelle führte Philipp Stradtmann

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