Von Ars Electronica bis White-Cube

(Glossar) Wer mit dem Wortschatz der Medienkunst nicht vertraut ist, bekommt hier Hintergrundinformationen zu wichtigen Begriffen aus dem Dossier “Digitale Kunst”.

Ars Electronica

Ars Electronica lässt sich frei mit „Die elektronische Kunst“ übersetzen und ist der Titel eines Festivals für digitale Kunst und Medienkultur in Österreich. Die Veranstaltung findet seit 1979 im oberösterreichischen Linz statt und gilt als größter Treff der digitalen Kunstszene. Der Prix Ars Electronica, der seit 1987 im Zusammenhang mit dem Festival vergeben wird, zeichnet künstlerische Leistungen und Innovationen auf dem Gebiet der Digitalkunst aus. Im Jahr 2006 gab es nach Angaben der Veranstalter 3177 Einreichungen aus 71 Ländern. In Linz steht auch ein Museum für digitale Kunst, das
Ars Electronica Center.

Transmediale

Die
Transmediale ist nach Veranstalterangabe das größte Festival für digitale Kunst und Medien in Deutschland und findet seit 1988 in Berlin statt – zunächst als Videofilmfest im Zusammenhang mit der Berlinale. unfinish! ist das Motto der diesjährigen Transmediale. Es steht einerseits für „unfertig“. Durch das Ausrufungszeichen wird es aber gleichzeitig zu einem Befehl. Die Unfertigkeit ist der Schlachtruf der transmediale: Digitale Kunst ist nie vollendet, da sich das Digitale immer weiterentwickeln wird.

White-Cube-Kunst

Der Begriff bezieht sich auf die klassische Museumskunst und fordert Künstler und Kunsthistoriker zu immer neuen Definitionen heraus. Der White Cube, übersetzt „Weißer Würfel“, steht für die kahlen und weiß gestrichenen Mueums- und Galeriewände, an denen Kunst in Form von Gemälden oder Plastiken traditionell präsentiert wird. Digitale Kunst will sich jenseits der Museumswände präsentieren, zum Beispiel im Internet.

Medienkunst

Medienkunst ist im Vergleich zur Malerei oder Bildhauerei eine junge Kunstsparte, die sich mit Massenkommunikation und ihren Technologien auseinander setzt, z.B. mit Video, Internet oder Handy. Videoinstallationen werden beispielsweise als
Medienkunst bezeichnet. Netzkunst ist Medienkunst im Internet.

Marshall McLuhan

The Medium is the message („Das Medium ist die Botschaft“): Bekannte und populäre These des kanadischen Medientheoretikers, die besagt, dass der Übermittlungskanal einer Botschaft den Inhalt der Mitteilung verändert. So neigt Fernsehen McLuhan zufolge zu oberflächlichen und kurzen Nachrichten, weil Bild und Ton gleichzeitig gesendet werden und der Zuschauer nicht wie in einer Zeitung zurückblättern kann. Neue Technologien verändern nach McLuhan also direkt die Gesellschaft.

Partizipatives Element

Partizipation ist ein Fachbegriff aus der Politikwissenschaft und Soziologie. Partizipation bezeichnet den Prozess, in dem der Einzelne in gesellschaftliche Entscheidungs- und Willensbildungsprozesse eingebunden ist. In der Bundesrepublik kann man beispielsweise durch Wahl aber auch durch Mitgliedschaft in einer Partei oder Gesellschaft oder durch Schreiben eines Blogeintrags partizipieren.

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