zeit-fuer-taten.de jetzt online

Hoch über dem Potsdamer Platz, im 21. Stock des Bahn Towers, präsentierte der Generalsekretär der CDU, Laurenz Meyer, am vergangenen Montag die neue Wahlkampfseite der CDU www.zeit-fuer-taten.de.

 

Das Portal arbeitet die Ziele des Regierungsprogramms der Union internetgerecht auf und bietet Lösungsvorschläge für die wichtigsten politischen Richtungsentscheidungen der kommenden Legislaturperiode. Mit dieser informativen Ausrichtung ergänzt und komplettiert
zeit-fuer-taten.de das bisherige Angebot der Union im Online-Wahlkampf. Während sich
www.stoiber.de vornehmlich der Person Stoibers widmet, ihn als Privatmann, Kanzlerkandidaten und Staatsmann präsentiert, sind
www.wahlfakten.de und
www.wahlkreis300.de eher die Aktionsseiten der CDU. Die Internet-Domaine www.wahlfakten.de wird von dem Wahlkampfinstrument der "Rapid Response" genutzt. Wahlkampfrelevante Äußerungen des politischen Gegners werden hier kommentiert, analysiert und widerlegt. Unter wahlkreis300.de verbirgt sich ein Politiksimulations-Spiel der CDU, das besonders Erstwähler ansprechen soll. Jungen Usern wird die Möglichkeit geboten, den Bundestagswahlkampf im Netz zu bestreiten.

Bei
www.zeit-fuer-taten.de handelt es sich hingegen um einen klassischen Informationskanal, der den "Kompetenzvorsprung der Union" abbilden soll, wie Laurenz Meyer auf der Pressekonferenz erklärte. Es gehe vorrangig um das Aufzeigen von "Lösungswegen der Union zu entscheidenden Wahlkampfthemen des diesjährigen Wahlkampfes", so der Generalsekretär. Neu an dem Modell ist der gewählte Zugang für den Nutzer, den Meyer als "neuartigen Ansatz der politischen Kommunikation im Netz" beschreibt. Abweichend vom bekannten Zugang über eine thematische Gliederung der Einstiegsseite, kann der Nutzer bei den neuen Seiten seinen eigenen Zugang wählen. Mit Themen, Menschen und Regionen stehen ihm drei verschiedene Wege zur Auswahl.

 

Unter der Rubrick "Themen" befinden sich die zentralen Wahlkampfthemen der CDU/CSU. Der User hat die Möglichkeit, sich anhand mehrer Texte unterschiedlichen Charakters über die Themen Arbeit und Wirtschaft, Bildung, Gesundheit, Familien, Sicherheit und Europa zu informieren. Dabei bietet die Union Definitionen zu den politischen und normativen Inhalten der Themen oder stellt christdemokratische Visionen u.a. im Bereich der Wirtschaftspolitik vor. Darüber hinaus verweist sie auf eigene Initiativen in einzelnen Politikfeldern und beschreibt so beispielsweise die Eckpunkte einer neuen Politik für Familien, Eltern und Kinder der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Polemische Angriffe auf den politischen Gegner werden auf der Seite ausgespart. Eine Beurteilung der Rot-Grünen Politik fehlt aber dennoch nicht. So findet zum Beipiel Schröders Job-Bilanz im Mai ihren Platz auf der CDU-Seite. Unter Themen A – Z befinden sich schließlich Informationen zu weiteren Politikfeldern von A wie Arbeitsmarkt bis Z wie Zuwanderung.

Unter dem Zugang "Menschen" werden mit Erstwähler, Arbeitnehmer, Arbeitslosen, Senioren, Unternehmer und Selbstständigen, Frauen und Eltern die Zielgruppen der Union angesprochen. Analog der Rubrick Themen versucht die Union auch in diesem Bereich die Menschen mittels informativer Beiträge für sich zu gewinnen. Arbeitnehmer sollen durch Texte wie "Individuelle Leistungsfähigkeit stärken – Ehegatten-Splittig beibehalten" oder "Arbeitsrecht flexibilisieren – Beschäftigung schaffen" von der konservativen Politik überzeugt werden. Die Sparte Erstwähler bietet jungen Leuten einen knappen, aber sehr guten Überblick in Bezug auf die politischen Institutionen und Verfahren. Hier kann man erfahren, was im Bundestag geschieht, wozu Parteien gebraucht werden, wie der Bundeskanzler gewählt wird oder wie die Demokratie funktioniert. Außerdem wird auf ein Seminar für Erstwähler hingewiesen. Zuästzlich besteht für politisch weniger Gefestigte die Möglichkeit, an einem Parteientest teilzunehmen. Unter www.zeit-fuer-taten.de befinden sich 20 Zitate aus den Wahlprogrammen von SPD, FDP, PDS, Grünen und der CDU. Aufgrund der Unterstützung oder Ablehnung der Aussagen wird schließlich die Parteienpräferenz ermittelt.

Im Zugang "Regionen" ist die Navigation ästhetisch und technisch bemerkenswert gestaltet. Der User bewegt sich auf einer Leiste von den südlichen zu den nördlichen Bundesländern. Auch hier gibt es wieder detaillierte Informationen und erklärte Ziele. So präsentiert die Union u.a. ihre Wirtschaftspolitik um der Abwanderung in Mecklenburg-Vorpommern entgegenzuwirken oder stellt mit "Ein neuer Wille fürs Land" das CDU-Wahlprogramm zur Landtagswahl in Schwerin im September vor.

Im Vergleich zum herkömmlichen Prinzip steht bei diesem neuen Zugangsmodell also der Kunde mit "seinen eigenen Problemen oder Interessen" im Mittelpunkt, wie Christian Vry, Vertreter der Agentur M.E.C.H., auf der Pressekonfrenz im Bahn Tower erklärte. Die Agentur M.E.C.H., Partner der McCann-Erickson World Group, hat zusammen mit dem Online-Service des Konrad-Adenauer-Hauses die Seiten in den letzten Wochen aufgebaut. Beeindruckt von der eigenen Seite sparte Laurenz Meyer bei der Präsentation auch nicht an Lob und bedankte sich bei seinem Mitarbeitern und dem anwesenden Vertreter von M.E.C.H. Nachdem nun alle Weichen für den Online-Wahlkampf gestellt sind, indem sich die CDU durchaus vielseitig präsentiert, bleibt der Verlauf der heißen Wahlkampfphase mit Spannung abzuwarten. Denn laut Meyer kann "ohne Internet kein Wahlkampf geführt werden", aber "allein mit Internet kann auch kein Wahlkampf gewonnen werden".

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