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	<title>Twitter &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Tu es Petrus- Tweete es! &#8211; Der twitternde Papst und Religion in der digitalen Gesellschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan Raab]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Jan 2025 08:42:39 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Trotz schwindender gesellschaftlicher Verankerung der Kirchen in Deutschland und steigender Kirchenaustritte erfreut sich Papst Franziskus großer medialer Aufmerksamkeit. Seine Twitterkanäle @pontifex in neun Sprachen erreichen über 53 Millionen Follower, was ihn zum (religiösen) Influencer macht.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>In ihrer Doktorarbeit „Religion in der digitalen Gesellschaft“ widmet sich Dr.in Christina Behler der Frage, für welches Problem der twitternde Papst eine Lösung sei. Hierin werden die Tweets des Papstes zum Forschungsgegenstand der sich wandelnden gesellschaftlichen Bedeutung von Religion bei einer wachsenden Rolle Sozialer Medien. Um weiterhin den Anspruch zu erhalten am globalen Diskurs mitzuwirken, steht die Kirche vor großen Herausforderungen sich den Veränderungsprozessen ihrer Zeit anzunehmen. Neben einem Einblick in die kommunikativen Strukturen der Katholischen Kirche, ermöglicht die Arbeit ein besseres Verständnis für die Wirkungsweisen und Interaktionen digitaler Kommunikation, welche überwiegend in Sozialen Medien erfolgt.In einem Interview gibt die Autorin Einblicke in ihre Forschung an der Schnittstelle zwischen Soziologie, Kommunikationswissenschaft und Theologie. Zur Erklärung: da die Arbeit vor den Übernahme durch Elon Musk und Umbenennung in X erfolgte, wird im Folgenden die alte Bezeichnung Twitter weiterhin verwendet.</p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ></p>
<h3>Das Medium ist die („frohe“) Botschaft</h3>
<p>
</div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p>Aufgrund ihres Charakters als verkündende Religion haben mediale Revolutionen die Kirchengeschichte maßgeblich beeinflusst. Prägnant bedeutete die Erfindung des Buchdrucks eine Revolution im Zugang und der Verbreitung von Wissen, führte aber auch zur Kirchenspaltung. Als Praktikantin für Radio Vatikan im Rahmen ihres Studiums der Journalistik, erlebte die Autorin die Arbeitsweise kirchlicher Kommunikationsarbeit aus erster Hand. Dabei bekam sie auch die Auswirkungen durch die vatikanische Medienreform 2016 mit.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Für die studierte Journalistin gilt zu bedenken: „<em>Verändern sich auch Strukturen in unserer Gesellschaft, revolutionieren sich bestimmte Dinge in unserer Gesellschaft, gerade auch was Religion anbelangt, die ist davon nicht ausgenommen, wie auch jedes andere System.</em>“ Zwei Perspektiven prägen den kirchlichen Blick. Zum einen müsse die Kirche anschlussfähig bleiben, indem von kleinen Pfarreien über die Bistümer bis hin zum Papst alle Soziale Medien für sich nutzen. Zum anderen wird in verschiedenen Dekreten eine warnende Position gegenüber den negativen Konsequenzen dieses Wandels eingenommen, wobei, wie Dr.in. Behler betont, die katholische Kirche bemühe sich insbesondere darum, eine kritische Beurteilung neuer Kommunikationsweisen zu fördern. Angeregt durch eine Masterarbeit zur vatikanischen Medienreform entstand die Faszination für das Zusammenspiel zwischen Massenmedien und Religion, weshalb sich das Thema eines twitternden Papstes anbot. Trotz vielseitiger Umbrüche besteht das Papstamt weiter, weshalb es wohl eine Funktion erfüllen muss, die nicht durch andere Systeme aufgefangen werden kann. Die Forschungsfrage lautet daher: „<em>Für welches Problem ist der twitternde Papst die Lösung?</em>“</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Wichtig ist Dr.in Behler hier zu betonen, dass es sich gerade um keine theologische Arbeit handelt, sondern um eine soziologische Arbeit, welche Strukturen, Muster und kommunikative Spezifika Sozialer Medien am Beispiel der Katholischen Kirche, personifiziert in der Rolle des Papstamtes, als Forschungsgegenstand in den Blick nimmt.</p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ></p>
<h3> Pop(e)-Ikone-Papst Franziskus eine Marke für sich!</h3>
<p>
</div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p>Zentraler Ausgangspunkt dieser Untersuchung ist, wie die Religionssoziologin betont, der Anspruch dass dem Papst qua Amt stets noch eine gewisse Handlungsmacht zugesprochen wird: „<em>Irgendwie wird erwartet, dass er sich einmischt oder sich bspw. zur Wahl in Amerika positioniert, die wir jetzt erst hatten, wo dann aber auch heftig kritisiert wird, wenn er sich dann äußert und viele dann enttäuscht sind, weil er sich nicht so äußert, wie sie sich das vorgestellt hatten. Also da sieht man auch, dass es nicht irrrelevant ist, was religiöse Vertreter zu bestimmten, auch politischen Angelegenheiten, zu sagen haben.</em>“</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Auf die Frage, für welches Problem der twitternde Papst die Lösung sei, lassen sich in „Religion in der digitalen Gesellschaft“ (2024) darauf aufbauend drei Antworten herausarbeiten.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Erstens ermöglicht ein digital sichtbarer Papst auf Twitter eine neue, wenn auch simulierte, Nähe. Es ist nun nicht mehr zwingend nötig nach Rom zu fahren, um am Leben und Wirken des Papstes teilhaben zu können.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Zweitens ermöglicht die Kommentarfunktion unter den Tweets des Papstes potenziell in Interaktion zu treten, somit einen Dialog zu eröffnen, der analog kaum möglich sein würde.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Drittens schafft eine digitale Diskussionsplattform Platz für Kritik und Protest, spiegelt somit die Meinungsvielfalt kirchennaher und kirchenferner Gruppen wider. Es wird ein digitaler Raum geschaffen, um Zuspruch und Ablehnung kontroverser Themen sichtbar zu machen.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Immer wieder ist Papst Franziskus ein beliebtes Motiv für KI-generierte Bilder. Der vermeintliche Auftritt des Pontifex in modischer Daunenjacke sorgte für großes mediales Interesse. Die promovierte Sozialwissenschaftlerin Dr.in Behler blickt aufgeschlossen auf diesen Trend: „<em>Es wäre eigentlich eine schöne Vorstellung von Lockerheit und Coolness, die der Katholischen Kirche tatsächlich auch mal ganz guttun würde. Also ich finde die Bilder eigentlich ganz amüsant. Und klar, sie sind extrem realitätsfern, aber es wäre eigentlich ganz schön, wenn ein bisschen von dem auch Realität wäre.</em>“ Zugleich betont sie aber auch, dass es ethische Grenzen geben müsse, etwa wenn der Papst auf einmal Waffen in der Hand trägt. Immer wieder ist das Auftreten des Papstes Thema von massenmedialer Berichterstattung. Wie keine andere religiöse Persönlichkeit besitzt der Pontifex ein besonderes Alleinstellungsmerkmal, steht als personifiziertes Symbol des katholischen Glaubens. Daher ist es nicht abwegig von einem religiösen Influencer oder auch anders gesagt Pop(e)-fluencer zu sprechen. Egal ob religiös oder nicht religiös, der Papst gilt als Pop(e)Ikone, was daran deutlich wird, dass trotz fehlender realer wirtschaftlicher oder politischer Macht: „<em>Staatschefs, egal welcher Konfession oder aus welchem Land sie kommen immer freudig herbeieilen, wenn der Papst sie zu einer Audienz ruft oder bei Staatsbesuchen ihnen wichtig ist, mit ihm gesehen und auch fotografiert zu werden</em>“, wie Dr.in. Behler unterstreicht.</p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ></p>
<h2>Ein Blick in den digitalen Alltag von Papst Franziskus</h2>
<p>
</div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p>„<em>Religion, wenn sie digital sichtbar wird, wird auch beobachtbar, also zum Beispiel eben durch so einen twitternden Papst, und dann wird sie auch noch mal zugänglich für ganz andere Personengruppen</em>“ erläutert die Autorin im Bezug auf die sich verändernde Rolle von Religion einer sich wandelnden Gesellschaft. Gerade für einen religiösen Influencer mit über 53 Millionen FollowerInnen ist es daher umso verwunderlicher, wenn Papst Franziskus von sich selbst behauptet, er kenne sich mit digitalen Medien wie Twitter kaum aus und könne diese kaum bedienen. Im Gegenteil warnt er doch sogar vor den negativen Auswirkungen von Sozialen Medien, dass sich viele Menschen dort vollkommen anders darstellen, als sie wirklich sind.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Auf diesen Widerspruch reagiert die Religionssoziologin, indem sie verdeutlicht, dass sich Papst Franziskus selbst nicht als Digital Native bezeichnen würde. Der Fokus der Arbeit liegt darauf, wie der Papst als Person des öffentlichen Lebens in den Sozialen Medien von außen wahrgenommen wird: „<em>Ich denke mir, die wenigsten würden davon ausgehen, dass der Papst da jeden Tag am Handy sitzt und seine Tweets selber absetzt, darum geht es auch gar nicht, sondern es geht mehr darum zu sehen, wie wird er denn wahrgenommen? Er wird als authentischer religiöser Sprecher wahrgenommen.</em>“ Als Nachfolger des Apostel Petrus ist der Papst qua Amt zu religiöser Kommunikation, sprich der “Verkündigung des Wortes Gottes“ verpflichtet.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Das Twitter-Verhalten des Papstes erlaubt hierbei einen Einblick in den Alltag des Papsttums. Auf der digitalen Präsenz werden etwa Ausschnitte aus Predigten, Gebeten oder Ansprachen von Papst Franziskus geteilt. Auf diese Weise besteht die Möglichkeit flexibel den Alltag der Kirche zu erleben: „<em>Man kann in Ausschnitten am Weihnachtsgottesdienst teilnehmen, an der Ostermesse, am Urbi Orbi Segen, an allem, was der Papst in seinem kirchlichen Alltag macht und was ihm wichtig ist. Die Menschen können daran partizipieren, ohne dass sie sich auch aktiv und bekennend dazu verhalten müssten.</em>“ Dieser Einblick wird auch kirchenfernen gewährt, wie die Wissenschaftlerin betont: „<em>Man kann am religiösen Alltag der Kirche oder des Heiligen Stuhls teilnehmen, obwohl man vielleicht gar nicht zu dieser Kirche gehört, obwohl man nicht vor Ort ist.</em>“</p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ></p>
<h2>Dialog im digitalen Raum &#8211; Ein Kommentar für den Papst</h2>
<p>
</div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p>Gerade diese neue Form der Zugänglichkeit ermöglicht eine andere Interaktion mit der Institution des Papstamtes und neue Formen religiöser Kommunikation. Hierunter ist mehr als der Austausch von Informationen oder nur Kommunikation mit oder über Gott zu verstehen. Religion wird als Betrachtung des Immanenten aus der Perspektive des Transzendenten verstanden. Entscheidend ist für Dr.in Behler, dass Menschen religiöse Kommunikation unabhängig von ihrer Sozialisation erkennen können. Folglich werden die Tweets des Papstes, einem anerkannten religiösen Sprecher, selbst als religiöse Kommunikation wahrgenommen.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Das Spannende, wie die Religionssoziologin betont, ist, dass potenziell durch die Kommentarfunktion eine Interaktion mit dem Papstamt geschaffen wird, welche sonst kaum möglich ist, da die wenigsten die Gelegenheit für ein persönliches Gespräch mit dem Papst haben. Zwar reagiert der Account des Papstes niemals auf Kommentare jeglicher Art, es bestünde jedoch das Potential. Gerade hier bietet Twitter eine einmalige Chance, findet Behler: „<em>da twittert jetzt der Papst und ich kann mit dem direkt interagieren, das ist ja das Faszinierende an Sozialen Medien, dass ich eine Simulation habe von Ansprechbarkeit und Nähe zu Personen, die ich im realen Leben nie hätte. Wer von uns hat schon die Gelegenheit, dem Papst mal Feedback zu geben oder seine Meinung generell irgendwie kundzutun, ob er das dann liest ist natürlich fraglich.</em>“</p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ></p>
<h2>Vom Beobachter zum Beobachteten &#8211; die neue Bedeutung des Papstes</h2>
<p>
</div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p>Eine dritte und entscheidende Funktion von Twitter ist die Möglichkeit, Kritik zu äußern und diese sichtbar zu machen. Vielseitige Kontroversen rund um kirchliche Reizthemen werden erkennbar. Eine Analyse der Tweets macht deutlich, dass sich Papst Franziskus inhaltlich von spirituellen Inhalten, hin zu mehr ethischen Themen wie dem Klimawandel, Armut und Frieden wendet. Hierbei hat sich durch den gesellschaftlichen Wandel die Rolle der Kirche verändert. War diese im Mittelalter noch in der Lage, ein moralisches Wertesystem vorzugeben und ein hieran entsprechend ausgerichtetes Verhalten einzufordern, muss sich die Kirche heute selbst zunehmend legitimieren, ihren Anspruch auf Mitsprache im globalen Diskurs durchzusetzen.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Einerseits agiert Papst Franziskus hier als Beobachter des Weltgeschehens, äußert sich kritisch über globale Fragen wie den Klimawandel oder globale Ungleichheit und tritt zunehmend deutlich auch als politischer Akteur in Erscheinung. Andererseits wird der Papst selbst zum Beobachteten, welcher sich selbst dem kritischen Blick einer digitalen Öffentlichkeit gegenüber seinen Äußerungen und seinem Verhalten stellen muss. Auf diese Weise, unterstreicht die Religionssoziologin Dr.in Behler, wird die Meinungsvielfalt gegenüber und innerhalb der Kirche digital und für jeden sichtbar gemacht. Ein Vergleich der verschiedenen Twitterkanäle, welche in neun Sprachen bedient werden, macht dabei deutlich, dass jede Region ihre eigenen Schwerpunkte setzt. Während im deutschsprachigen Raum vor allem Themen wie der Synodale Weg, die Frauenordination oder der Missbrauchsskandal dominieren, ist es im amerikanischen Raum der Umgang mit Trump oder die Diskussion um die Regelung von Schwangerschaftsabbrüchen. Auf dem spanischsprachigen Account wird besonders die Korruption in Lateinamerika angesprochen, wobei Papst Franziskus aufgrund seiner argentinischen Heimat hierzu besonders in die Verantwortung genommen wird.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Erstaunlich ist hierbei, dass Papst Franziskus gerade von kirchenfernen, teils sogar offen atheistischen Personengruppen, viel Zuspruch für sein politisches Engagement bekommt. Hingegen erfährt das Kirchenoberhaupt besonders von jenen Kirchenmitgliedern, die sich oft als konservativ bezeichnen, für selbige Inhalte viel Ablehnung und Kritik, da er seinen spirituellen Pflichten immer weniger nachkomme und sich viel zu sehr politisch äußere. Für die Wissenschaftlerin ist vor allem entscheidend, dass hier ein Raum für Diskussionen entsteht, welche die Meinungsvielfalt innerhalb und außerhalb der Kirche sichtbar macht, wobei keine Moderation erfolgt: „<em>Ich finde es gut, dass man auch wirklich unliebsame Kommentare stehen lässt und diese nicht unterbindet und ein Bild reproduziert, dass nicht alle zustimmen, was der Papst da macht, weil das ist ja in der realen Welt auch nicht der Fall und digital wird das dann eben nochmal beobachtbar.</em>“</p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ></p>
<h2>Aus Twitter wird X, sonst ändert sich nichts</h2>
<p>
</div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p>Zufälligerweise erfolgte die Umbenennung von Twitter in X nur einen Tag nach der Abgabe der Doktorarbeit. Dennoch scheinen die Veränderungen der Plattform seit der Übernahme durch Elon Musk keine Spuren beim twitternden Heiligen Stuhl hinterlassen zu haben. Weiterhin wird der Account beschrieben als „offizielle Twitter-Seite Seiner Heiligkeit Papst Franziskus“. Vielmehr behält sich der Papst einen Wiedererkennungswert, indem er es schafft, den Rhythmus des kirchlichen Alltags in den digitalen Raum zu übertragen, um Menschen dort zu erreichen.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Zwar begrüßt die Verfasserin der Studie, dass die Katholische Kirche hier jegliche Form des Protests zulässt, welche im Analogen oft unterbunden wird, jedoch würde sie sich eine stärkere Moderation, zumindest im Hinblick auf den Jugendschutz wünschen. Hier nimmt sie sowohl die vatikanischen Medien als auch die Betreiber der Plattform selbst in die Verantwortung. Allerdings ist es auch kirchliche Praxis, dass sich der Papst nicht selbst zu seinen Publikationen äußert, sondern anderen die Interpretation seiner Ausführungen überlasst.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Auf Nachfrage, worüber die Religionssoziologin mit dem Papst gerne sprechen würde, wünscht sie sich einen tieferen Einblick darin, wie die vatikanischen Institutionen mit den Sozialen Medien umgehen. Gerne würde sie erfahren, ob eine Analyse der Kommentare erfolgt, ob Themen aufgegriffen werden. Zudem würde sie gerne mit dem Papst darüber sprechen, wie er sich selbst in den Sozialen Medien sieht und ob er sich darüber bewusst ist, wen er hier, anders als analog, erreicht.</p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ></p>
<h2>Ein Besuch beim twitternden Papst</h2>
<p>
</div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p>Zusammenfassend bietet die Arbeit einen Einblick in eine Kirche, welche sich hinterfragen muss und nicht mehr als selbstverständlich verstehen kann. Angesichts vieler Krisen, berechtigter Kritik sowie schwindender gesellschaftlicher Bedeutung muss sich die Kirche der Wirkung ihrer Kommunikation nach außen bewusstwerden. Die Funktion eines twitternden Papstes besteht nach Dr. in Behler folglich darin, „<em>Anschlussfähigkeit herzustellen in einer Welt, in der Religion nicht mehr für sich alleine steht, sondern mit anderen Systemen konkurriert.</em>“ Ein twitternder Papst ermöglicht Sichtbarkeit und macht die Aktivitäten der Katholischen Kirche beobachtbar, wodurch eine kritische und öffentlich einsehbare Kommunikation mit dieser Institution eröffnet wird.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Gerade da es sich um eine soziologische Arbeit handelt, welche das digitale Kommunikationsverhalten des Papstes zum Ausgangspunkt nimmt, bietet diese Untersuchung viele Anregungen für Personen, die selbst nicht religiös sozialisiert worden sind.. Hierin werden viele Aspekte rund um die Funktionsweise von Sozialen Medien und digitaler Kommunikation angesprochen. Der interdisziplinäre Ansatz, Sozialwissenschaften, Kommunikationswissenschaften und Theologie miteinander zu verbinden, bietet großes Potential für weitere Fragestellungen.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Ausblickend verrät die promovierte Religionssoziologin noch, dass sie bereits Papst Franziskus eine Ausgabe ihrer Doktorarbeit zugesendet hat. Sollte sich die Gelegenheit zu einem Treffen ergeben, um mit dem Papst über ihre Forschungen zu sprechen, ist vielleicht bald in einem Tweet über diese besondere Begegnung mit dem twitternden Papst zu lesen.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>„<a href="https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-7413-2/religion-in-der-digitalen-gesellschaft/" target="_blank" rel="noopener">Religion in der digitalen Gesellschaft – Wenn der Papst twittert &#8230;</a>&#8221; ist 2024 im transcript Verlag erschienen.</p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-1"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Photo by <a href="https://unsplash.com/@beingabstrac">rishi</a> on <a href="https://unsplash.com/?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-1" data-row="script-row-unique-1" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-1"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-3"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-3" data-row="script-row-unique-3" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-3"));</script></div></div></div>
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		<item>
		<title>“Üblicherweise zerbrechen solche Projekte langsam” &#8211; Marina Weisband über die Zukunft von Twitter</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Larissa Mannheim]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Dec 2022 15:17:14 +0000</pubDate>
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</div><div class="uncode_text_column" ><p><em><span class="TextRun SCXW238416500 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW238416500 BCX8">Die Twitter-Übernahme ist jetzt schon ein paar Wochen her. Was hat sich seitdem auf der Plattform verändert? </span></span><span class="EOP SCXW238416500 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></em></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span class="TextRun SCXW261406066 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW261406066 BCX8">Es gibt immer wieder kleine Veränderungen. Für den durchschnittlichen Benutzer sieht Twitter noch nicht wirklich anders aus als vorher. </span><span class="NormalTextRun SCXW261406066 BCX8">Die großen Veränderungen passieren im Hintergrund. </span></span><span class="EOP SCXW261406066 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><em><span class="TextRun SCXW252995941 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW252995941 BCX8">Welche “großen Veränderungen” meinst du damit</span><span class="NormalTextRun SCXW252995941 BCX8">?</span></span><span class="EOP SCXW252995941 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></em></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span class="TextRun SCXW223526780 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW223526780 BCX8">Es gibt generell zwei Ebenen der Veränderung: das technische Level</span> <span class="NormalTextRun SCXW223526780 BCX8">und die soziale Ebene, das heißt, i</span><span class="NormalTextRun SCXW223526780 BCX8">nwieweit die Regeln geändert werden und wer dort wie aktiv ist</span><span class="NormalTextRun SCXW223526780 BCX8">.</span> <span class="NormalTextRun SCXW223526780 BCX8">B</span><span class="NormalTextRun SCXW223526780 BCX8">eides hängt natürlich zusammen und beides könnte das Twitter, das wir kennen, bedrohen. </span><span class="NormalTextRun SCXW223526780 BCX8">Was die technischen Veränderungen betrifft, sind es in erster Linie die Massenkündigungen, die ein hochkomplexes, sehr verschachteltes System mit sehr wenig Pflege zurücklassen und vor allem mit sehr wenig Wissen</span><span class="NormalTextRun SCXW223526780 BCX8"> darüber, wie es eigentlich funktioniert. Ein guter Teil der Leute, die Bescheid wussten, ist gegangen</span><span class="NormalTextRun SCXW223526780 BCX8">. D</span><span class="NormalTextRun SCXW223526780 BCX8">as muss einem nicht sofort um die Ohren fliegen, aber mit der Zeit werden immer mehr unerwartete Pro</span><span class="NormalTextRun SCXW223526780 BCX8">bleme auftreten. Die Frage ist dann, ob Twitter als Unternehmen dann überhaupt noch das </span><span class="NormalTextRun SpellingErrorV2Themed SCXW223526780 BCX8">Know-How</span><span class="NormalTextRun SCXW223526780 BCX8"> hat, um diese Probleme zu beheben. </span></span><span class="EOP SCXW223526780 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><em><span class="TextRun SCXW21912969 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW21912969 BCX8">Bisher ist die befürchtete “Apokalypse” ausgeblieben, der Absturz von Twitter. Denkst du, das wird noch kommen, dass es wirklich eine Art Katastrophe </span><span class="NormalTextRun SCXW21912969 BCX8">gibt,</span> <span class="NormalTextRun SCXW21912969 BCX8">oder wird sich die Plattform halten können?</span></span><span class="EOP SCXW21912969 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></em></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span class="TextRun SCXW210045887 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW210045887 BCX8">Ich denke nicht, dass man es sich so vorstellen muss, dass Twitter von dem einen auf den anderen Tag gar nicht mehr erreichbar ist. </span><span class="NormalTextRun SCXW210045887 BCX8">Wir werden jetzt vermutlich sehen</span><span class="NormalTextRun SCXW210045887 BCX8">, dass die Timelines la</span><span class="NormalTextRun SCXW210045887 BCX8">ngsamer laden, dass bestimmte Fehler auftreten, dass sich technische Stolperfallen häufen. </span><span class="NormalTextRun SCXW210045887 BCX8">Beispielsweise hat die </span><span class="NormalTextRun SCXW210045887 BCX8">Zwei-F</span><span class="NormalTextRun SCXW210045887 BCX8">aktor-Authentifizierung nicht mehr funktioniert,</span><span class="NormalTextRun SCXW210045887 BCX8"> da</span><span class="NormalTextRun SCXW210045887 BCX8"> der Dienst, der die E-Mails verschickt </span><span class="NormalTextRun SCXW210045887 BCX8">hat,</span><span class="NormalTextRun SCXW210045887 BCX8"> einfach abgeschaltet wurde. </span><span class="NormalTextRun SCXW210045887 BCX8">Üblicherweise zerbrechen solche Projekte langsam und halten sich noch eine Weile. </span><span class="NormalTextRun SCXW210045887 BCX8">Es ist dann eher die Summe der Fehler, die sich häuft, und das </span><span class="NormalTextRun SCXW210045887 BCX8">Ganze</span><span class="NormalTextRun SCXW210045887 BCX8"> dann irgendwann unbenutzbar macht. Es kann aber natürlich auch sein, dass das abgefangen werden</span><span class="NormalTextRun SCXW210045887 BCX8"> kann und das richtige Personal geblieben ist, um die Plattform insgesamt zu warten und funktionsfähig zu halten. Und dann tritt die zweite Frage in Kraft: Wie verändert sich Twitter sozial? </span></span><span class="EOP SCXW210045887 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="h2" ><span><span class="TextRun Underlined SCXW187093463 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW187093463 BCX8">Doppelmoral und problematische </span><span class="NormalTextRun SCXW187093463 BCX8">Redefreiheit</span></span><span class="EOP SCXW187093463 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p><em><span class="TextRun SCXW49731000 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW49731000 BCX8">Du hast fast 300k Follower*innen auf Twitter und die Plattform gehört zu deinem Alltag. Wie hast du reagiert, als du erfahren hast, dass Elon Musk Twitter gekauft hat? </span></span></em><span class="EOP SCXW49731000 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span class="TextRun SCXW160494442 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW160494442 BCX8">Ich mache mir sehr große Sorgen darum. Elon Musk ist jemand, der </span><span class="NormalTextRun SCXW160494442 BCX8">sich selbst </span><span class="NormalTextRun SCXW160494442 BCX8">auf der einen Seite als Free-Speech-Absolutist bezeichnet</span><span class="NormalTextRun SCXW160494442 BCX8">. Jedoch </span><span class="NormalTextRun SCXW160494442 BCX8">meint er </span><span class="NormalTextRun SCXW160494442 BCX8">damit</span><span class="NormalTextRun SCXW160494442 BCX8"> im Moment </span><span class="NormalTextRun SCXW160494442 BCX8">vor allem die freie Rede Rechtsradikaler</span><span class="NormalTextRun SCXW160494442 BCX8">, vor allem wenn</span><span class="NormalTextRun SCXW160494442 BCX8"> man sich seine Pläne zur General-Amnestie ansieht</span><span class="NormalTextRun SCXW160494442 BCX8">. Das ist ein ganz klares Signal an die amerikanische Rechte</span><span class="NormalTextRun SCXW160494442 BCX8">.</span> <span class="NormalTextRun SCXW160494442 BCX8">A</span><span class="NormalTextRun SCXW160494442 BCX8">ls er Twitter gekauft hat</span><span class="NormalTextRun SCXW160494442 BCX8">, ist das Auftauchen von rassistischen Schimpfwörtern um 500% gestiegen. Das ist die erste Reaktion darauf, wenn man auf einmal</span><span class="NormalTextRun SCXW160494442 BCX8"> alles sagen darf: die Leute nutzen das </span><span class="NormalTextRun SCXW160494442 BCX8">eher </span><span class="NormalTextRun SCXW160494442 BCX8">selten für Kritik an Großunternehmen. </span><span class="NormalTextRun SCXW160494442 BCX8">Auf der anderen Seite kann man beobachten, dass</span><span class="NormalTextRun SCXW160494442 BCX8"> Elon Musk sehr schnell dabei ist, Leute zu löschen, die ihn beleidig</span><span class="NormalTextRun SCXW160494442 BCX8">en. E</span><span class="NormalTextRun SCXW160494442 BCX8">r</span><span class="NormalTextRun SCXW160494442 BCX8"> ist keineswegs tatsächlich ein Verfechter freier Rede, </span><span class="NormalTextRun SCXW160494442 BCX8">eher</span><span class="NormalTextRun SCXW160494442 BCX8"> im Gegenteil: es ist deutlich schwieriger geworden, ihn oder Tesla zu kritisieren, weil man doch sehr schnell von der P</span><span class="NormalTextRun SCXW160494442 BCX8">l</span><span class="NormalTextRun SCXW160494442 BCX8">attform </span><span class="NormalTextRun SCXW160494442 BCX8">fliegt</span><span class="NormalTextRun SCXW160494442 BCX8">. Das war so zu erwarten und passt absolut mit seinem Agieren in der Vergangenheit zusammen. Er hat schon immer b</span><span class="NormalTextRun SCXW160494442 BCX8">spw.</span><span class="NormalTextRun SCXW160494442 BCX8"> gewerkschaftliche Bewegungen rabiat unterbunden,</span><span class="NormalTextRun SCXW160494442 BCX8"> er hat schon </span><span class="NormalTextRun SCXW160494442 BCX8">oft </span><span class="NormalTextRun SCXW160494442 BCX8">versucht Kritik gegen sich selbst zu zensieren. </span><span class="NormalTextRun SCXW160494442 BCX8">Und er ist eben auch nicht nur der Besitzer von Twitter, sondern auch der Besitzer von Tesla, die ihre Fabriken in repressiven Ländern bauen. Diese Länder haben natürlich </span><span class="NormalTextRun SCXW160494442 BCX8">einen direkten Anreiz, um zu sagen: du darfst hier unter erleichterten Bedingungen deine Fabrik hinbauen, wenn du uns die Daten von Kritiker</span><span class="NormalTextRun SCXW160494442 BCX8">*innen </span><span class="NormalTextRun SCXW160494442 BCX8">und D</span><span class="NormalTextRun SCXW160494442 BCX8">is</span><span class="NormalTextRun SCXW160494442 BCX8">sident</span><span class="NormalTextRun SCXW160494442 BCX8">*innen</span><span class="NormalTextRun SCXW160494442 BCX8"> gibst. </span></span><span class="EOP SCXW160494442 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><em><span class="TextRun SCXW166382897 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW166382897 BCX8">Ende November</span><span class="NormalTextRun SCXW166382897 BCX8">wurde bekannt, dass Twitter in China mit A</span><span class="NormalTextRun SCXW166382897 BCX8">nzeigen für Escortservices </span><span class="NormalTextRun SpellingErrorV2Themed SCXW166382897 BCX8">gespamt</span><span class="NormalTextRun SCXW166382897 BCX8"> hat, um Meldungen über aktuelle Proteste gegen die strengen Corona-Auflagen zu überlagern. So sollte verhindert werden, dass sich mehr </span><span class="NormalTextRun SCXW166382897 BCX8">Menschen den </span><span class="NormalTextRun SCXW166382897 BCX8">Aufständen</span><span class="NormalTextRun SCXW166382897 BCX8"> anschließen. Wird sowas in Zukunft häufiger passieren? </span></span><span class="EOP SCXW166382897 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></em></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span class="TextRun SCXW210411602 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW210411602 BCX8">Absolut. Das habe ich bereits vor zwei Wochen vorhergesagt, dass genau so etwas passieren wird. Elon Musk hat ein ganz klares Geschäftsinteresse. Er </span><span class="NormalTextRun SCXW210411602 BCX8">musste den Kauf von Twitter</span><span class="NormalTextRun SCXW210411602 BCX8"> mit großen Summen von Banken finanzieren lassen</span><span class="NormalTextRun SCXW210411602 BCX8">. </span><span class="NormalTextRun SCXW210411602 BCX8">Es sind n</span><span class="NormalTextRun SCXW210411602 BCX8">icht seine eigenen Schulden, er wird </span><span class="NormalTextRun SCXW210411602 BCX8">diese </span><span class="NormalTextRun SCXW210411602 BCX8">nicht alle selbst bezahlen müssen, das ist das Traurige. Aber wenn er Erfolg haben will, dann muss er Geld verdienen. </span><span class="NormalTextRun SCXW210411602 BCX8">Und Geld verdient er nicht über Twitter, sondern hauptsächlich über Tesla und Twitter wird an der Stelle der Steigbügelhalter dafür sein. Und das ist das, was mir Sorgen macht. Wenn wir sehen</span><span class="NormalTextRun SCXW210411602 BCX8">, mit wem Elon Musk auf der Plattform persönlich spricht, wessen Tipps und Ratschläge er annimmt, dann sind da sehr viele amerikanische Rechtsradikale. </span></span><span class="EOP SCXW210411602 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="h2" ><span><span class="TextRun Underlined SCXW91340532 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW91340532 BCX8">“Ich hatte massive Angriffswellen von Musk-Fans&#8221;</span></span><span class="EOP SCXW91340532 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p><em><span class="TextRun SCXW79691224 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW79691224 BCX8">Du hast schon gesagt, dass der Anstieg von Hetze und Hass aktuell ein großes Thema ist, welches dich auch betrifft. Hast du schon selbst in den letzten </span><span class="NormalTextRun SCXW79691224 BCX8">Wochen mehr Hass erfahren müssen? </span></span><span class="EOP SCXW79691224 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></em></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span class="TextRun SCXW143223725 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8">Das ist schwer zu beantworten, weil das mit dem Hass in Wellen kommt. Es ist ja nicht so, als seien </span><span class="NormalTextRun ContextualSpellingAndGrammarErrorV2Themed SCXW143223725 BCX8">das authentische Bewegungen</span><span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8">. Du merkst genau, wann eine Kampagne gestartet wird</span><span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8">.</span> <span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8">I</span><span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8">ch hatte mehrerer solcher </span><span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8">Hass</span><span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8">w</span><span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8">ellen seit 2014, als diese russischen </span><span class="NormalTextRun SpellingErrorV2Themed SCXW143223725 BCX8">Trollfabriken</span><span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8"> angefangen haben, mich massiv </span><span class="NormalTextRun SpellingErrorV2Themed SCXW143223725 BCX8">zuzuspamen</span><span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8">. Dann hört das aber auch wieder auf und Twitter is</span><span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8">t ein ruhiger Ort</span><span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8">.</span> <span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8">Akut habe</span><span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8"> ich </span><span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8">jedoch keine </span><span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8">Probleme mit </span><span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8">diesen </span><span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8">russischen Bots. Das kann sein, dass das an Twitter liegt, daran, dass Musk angeblich gegen diese Bots vorgeht. Es kann a</span><span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8">ber auch sein, dass die gerade eine Feuerpause haben. Wenn </span><span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8">eben </span><span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8">gerade keine Kampagne läuft, dann </span><span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8">habe</span><span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8"> ich auch keine Probleme mit viel Has</span><span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8">s. </span><span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8">Andererseits hatte ich aber auch schon massive Angriffswellen von Musk-Fans, darunter auch sehr viele Bots</span><span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8">. Es ist wirklich schwer zu sagen, ob es mehr oder weniger geworden ist. Es ist definitiv anders geworden. </span><span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8">Wie sich Twitter kulturell verändert,</span><span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8"> ist eine Frage, die sich nicht in Tagen oder Wochen entscheidet. </span><span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8">Das ist eine Frage, die sich in Monaten entscheiden wird</span><span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8">.</span> <span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8">Wir können das auch an bestimmten Indikatoren beobachten, bspw. wi</span><span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8">e</span><span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8"> mit marginalisierten Menschen auf der Plattform umgegangen wird</span><span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8">. Ganz speziell</span><span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8"> Trans*-Menschen und ethnische Minderheiten</span><span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8">:</span> <span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8">W</span><span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8">as für ein Ort wird Twitter für sie? Und wir werden schauen müssen, was Twitter für ein Ort für Pr</span><span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8">otestbewegungen</span><span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8"> wird.</span><span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8"> Twitter ist ein sehr wichtiges Werkzeug, nicht nur für marginalisierte Menschen, um sich zu vernetzen, nicht nur für Wissenschaftler*innen, um sich zu vernetzen, s</span><span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8">ondern eben auch für Regimekritiker*innen. Inwieweit Musk da zum Erfüllungsgehilfen repressiver Staaten</span><span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8"> wird</span><span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8">, wird sich jetzt in den näc</span><span class="NormalTextRun SCXW143223725 BCX8">hsten Monaten zeigen. </span></span><span class="EOP SCXW143223725 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><em><span class="TextRun SCXW109768285 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW109768285 BCX8">Wie du schon sagtest: Twitter ist eine Plattform, auf der sich viele Journalist*innen und auch Aktivist*innen versammeln und auch organisieren, wie etwa aktuell im Iran. Welche Konsequenzen befürchtest du für diese</span><span class="NormalTextRun SCXW109768285 BCX8"> Bubble durch den Twitter-Kauf? </span></span><span class="EOP SCXW109768285 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></em></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span class="TextRun SCXW84769725 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8">Am</span><span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8"> Ende hinterlassen alle diese Menschen ihre Daten dort, inklusive ihre</span><span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8">r</span><span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8"> Nummern für die Zwei-Faktor-Authe</span><span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8">n</span><span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8">tifizierung</span></span><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW84769725 BCX8"><span class="TextRun SCXW84769725 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8">.</span></span></span><span class="TextRun SCXW84769725 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"> <span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8">W</span><span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8">enn z.B. der Iran auf Musk zugeht und ihm Angebote macht für die Auslieferung dieser Daten</span><span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8">, weiß ich nicht, ob ich ihm </span><span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8">vertrauen</span><span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8"> würde</span><span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8">. Twi</span><span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8">tter</span><span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8"> ist </span><span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8">für Vernetzungen ein schwieriger Ort geworden. Hinzu kommen solche Aktionen</span></span><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW84769725 BCX8"><span class="TextRun SCXW84769725 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8">,</span></span></span><span class="TextRun SCXW84769725 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"> <span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8">die wir aus China kennen</span><span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8">, dass man die relevanten Hashtags </span><span class="NormalTextRun SpellingErrorV2Themed SCXW84769725 BCX8">spamt</span><span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8"> und dass Twitter </span><span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8">dies </span><span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8">dementsprechend</span><span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8"> auch zulässt oder gar beförder</span><span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8">t</span><span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8">. Am Ende steuert eben der Algorithmus welche Nachrichten gepusht und welche unterdrückt</span><span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8"> werden</span><span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8">. </span><span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8">Es ist deswegen für mich ausgeschlossen</span><span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8">, dass eine chinesische Revolution auf Twitter stattfinden wird. </span></span><span class="LineBreakBlob BlobObject DragDrop SCXW84769725 BCX8"><span class="SCXW84769725 BCX8"> </span><br class="SCXW84769725 BCX8" /></span><span class="TextRun SCXW84769725 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8">Infolgedessen müssen wir auch über Twitter-Blue und den Abo-Service sprechen, den er nun plant.</span></span><span class="LineBreakBlob BlobObject DragDrop SCXW84769725 BCX8"><span class="SCXW84769725 BCX8"> </span><br class="SCXW84769725 BCX8" /></span><span class="TextRun SCXW84769725 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun CommentStart CommentHighlightPipeRest CommentHighlightRest SCXW84769725 BCX8">Der Plan hinter “Du kannst dir einen blauen Haken kaufen und bezahlst 8 Dollar” klingt erstmal</span><span class="NormalTextRun CommentHighlightRest SCXW84769725 BCX8"> harmlos, aber </span><span class="NormalTextRun CommentHighlightRest SCXW84769725 BCX8">dieser beinhaltet</span><span class="NormalTextRun CommentHighlightRest SCXW84769725 BCX8">, dass die Benutzer</span><span class="NormalTextRun CommentHighlightRest SCXW84769725 BCX8">*innen</span><span class="NormalTextRun CommentHighlightRest SCXW84769725 BCX8">, die nicht bezahlen</span><span class="NormalTextRun CommentHighlightRest SCXW84769725 BCX8">,</span><span class="NormalTextRun CommentHighlightRest SCXW84769725 BCX8"> algorithmisch versteckt</span><span class="NormalTextRun CommentHighlightRest SCXW84769725 BCX8"> werden</span><span class="NormalTextRun CommentHighlightRest SCXW84769725 BCX8">. </span><span class="NormalTextRun CommentHighlightPipeRest SCXW84769725 BCX8">Im P</span><span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8">rinzip wird man sie nicht sehen. Man wird vor allem dann gepusht, wenn man diesen blauen Haken hat. </span><span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8">Man weiß</span><span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8"> aus einer ersten Beobachtung, dass diese blauen Haken hauptsächlich</span><span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8"> von Rechtslibertären</span><span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8">,</span><span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8"> Krypto-Leuten und Pornoseiten</span><span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8"> gekauft werden</span><span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8">. Das heißt, wenn Musk jetzt einen Algorithmus schafft, </span><span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8">der Accounts mit blauen Haken stark bevorzugt, dann verschwinden all die Leute</span><span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8"> einfach von der Plattform</span><span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8">, die nicht bereit sind, Musk ihre Kreditkarteninformationen zu geben</span><span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8">.</span> <span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8">Mich wird</span><span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8"> das auch betreffen, weil ich absolut nicht bereit bin, einem Unternehmen meine Kreditkartendaten zu geben, die gerade 80% ihres </span><span class="NormalTextRun SpellingErrorV2Themed SCXW84769725 BCX8">Securitystaffs</span><span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8"> gefeuert haben</span><span class="NormalTextRun SCXW84769725 BCX8">, das erscheint mir einfach gefährlich. </span></span><span class="EOP SCXW84769725 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="h2" ><span><span class="TextRun SCXW101116061 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW101116061 BCX8">“</span></span><span class="TextRun Underlined SCXW101116061 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW101116061 BCX8">Für mich ist Twitter eine Heimat”</span></span><span class="EOP SCXW101116061 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p><em><span class="TextRun SCXW262458068 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW262458068 BCX8">Trotz der vielen negativen Schlagzeilen der letzten Wochen ist die überwiegende Mehrheit der User*innen auf Twitter geblieben, so wie du. Was hält dich auf der Plattform? </span></span><span class="EOP SCXW262458068 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></em></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span class="TextRun SCXW187791574 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW187791574 BCX8">Noch ist vordergründig ja nichts passiert und ich möchte auf jeden Fall beobachten, wie sich das entwickelt. Für mich ist Twitter eine Heimat, ich liebe diese Plattform sehr. Ich </span><span class="NormalTextRun SCXW187791574 BCX8">bin jemand, der auf das beste hofft und sich auf das Schlimmste vorbereitet. Ich habe ein Rettungsboot gebaut, ich aktualisiere meine Twitter-Kontakt</span><span class="NormalTextRun SCXW187791574 BCX8">e</span><span class="NormalTextRun SCXW187791574 BCX8"> regelmäßig und lasse ein Skript prüfen</span><span class="NormalTextRun SCXW187791574 BCX8">, wie viele sich inzwischen davon auf Mastodon angemeldet haben. Ich betreibe parallel meinen Account auf Mastodon, dort versuche ich mein Netzwerk </span><span class="NormalTextRun SCXW187791574 BCX8">hinzusichern</span><span class="NormalTextRun SCXW187791574 BCX8">. </span><span class="NormalTextRun SCXW187791574 BCX8">Aber natürlich bleibe ich auf Twitter und nutze auch die Reichweite, die ich über Twitter habe und werde auch nicht ohne weiteres kampflos eine so wertvolle Plattform den Rechten überlassen. Man muss </span><span class="NormalTextRun SCXW187791574 BCX8">diesen Zeitpunkt abpassen, an welchem man eine Plattform künstlich relevant hält</span><span class="NormalTextRun SCXW187791574 BCX8">, die eigentlich schon längst sinnlosen Zwecken dient. Das tut Twitter im Moment noch nicht, aus meiner Sicht. Zumindest in Deutschland funktioniert es </span><span class="NormalTextRun SCXW187791574 BCX8">so weit</span><span class="NormalTextRun SCXW187791574 BCX8"> noch, solange die</span><span class="NormalTextRun SCXW187791574 BCX8">ses Twitter-Blue Programm noch pausiert ist. Zudem macht es im Moment auch sehr viel Spaß, dort zu sein, weil man in der ersten Reihe eines absolut katastrophalen Unternehmensmanagement si</span><span class="NormalTextRun SCXW187791574 BCX8">tzt und beobachten kann, wie so etwas zerstört wird. </span></span><span class="EOP SCXW187791574 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="h2" ><span><span class="TextRun Underlined SCXW254034394 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW254034394 BCX8">Ist Mastodon die beste Alternative?</span></span><span class="EOP SCXW254034394 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p><em><span class="TextRun SCXW192274979 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW192274979 BCX8">Seit Twitter von Elon Musk gekauft wurde und die Gefahr besteht, dass diese Plattform in Zukunft nicht mehr benutzbar sein wird, haben sich viele User*innen, so wie du auch, einen Backup-Account auf Masto</span><span class="NormalTextRun SCXW192274979 BCX8">don erstellt oder sind ganz dorthin umgezogen. Inwiefern ist Mastodon eine Alternative für Twitter? </span></span><span class="EOP SCXW192274979 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></em></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span class="TextRun SCXW192527696 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW192527696 BCX8">Mastodon wurde nicht gebaut, um Twitter zu sein </span><span class="NormalTextRun SCXW192527696 BCX8">oder </span><span class="NormalTextRun SCXW192527696 BCX8">es </span><span class="NormalTextRun SCXW192527696 BCX8">nachzuahmen.</span><span class="NormalTextRun SCXW192527696 BCX8"> Was ich sehr gut finde an Mastodon ist die </span><span class="NormalTextRun SCXW192527696 BCX8">föderale</span> <span class="NormalTextRun SCXW192527696 BCX8">Struktur. Mastodon kann eben nicht von einem Milliardär gekauft werden</span><span class="NormalTextRun SCXW192527696 BCX8">. Es gibt auch keine zentrale Verwaltung, auf die China einwirken könnte. Es gibt überhaupt niemanden an der Spitze. Mastodon</span><span class="NormalTextRun SCXW192527696 BCX8"> hat keine Gewinninteressen. Das gesamte Design ist überhaupt nicht darauf angelegt, Anzeigen zu schalten oder möglichst polarisierende Inhalte zu schalten, wie es bei allen gewinnorientierten</span><span class="NormalTextRun SCXW192527696 BCX8"> Plattformen der Fall ist. Mastodon zeigt, dass ein öffentlicher Ort der Debatte nicht gewinnorientiert sein muss, um zu funktionieren und das ist, was ich an Mastodon absolut liebe. In diese Richtung müssen sich</span><span class="NormalTextRun SCXW192527696 BCX8"> soziale Netzwerke unbedingt weiter entwickeln. Allerdings gibt es ganz grundsätzlich Dinge, die an Mastodon anders sind, absichtlich anders, die man gut oder schlech</span><span class="NormalTextRun SCXW192527696 BCX8">t finden kann. Zum Beispiel gehört dazu, dass man auf Mastodon keine Volltextsuche hat. Das heißt, du kannst keine Posts zu bestimmten Themen suchen, solange sie nicht mit Hash</span><span class="NormalTextRun SCXW192527696 BCX8">tags versehen sind. Außerdem sind diese einzelnen Instanzen, die Server, sehr abhängig </span><span class="NormalTextRun ContextualSpellingAndGrammarErrorV2Themed SCXW192527696 BCX8">von ihren Administrator</span><span class="NormalTextRun SCXW192527696 BCX8">*innen und Moderator*innen</span><span class="NormalTextRun SCXW192527696 BCX8">, die das Ganze in ihrer Freizeit ehrenamtlich machen und dementsprechend auch sehr nach ihren Vorstellungen gestalten. Das kann ein großer Vorteil</span> <span class="NormalTextRun SCXW192527696 BCX8">aber auch </span><span class="NormalTextRun SCXW192527696 BCX8">ein riesiger Nachteil sein. </span><span class="NormalTextRun SCXW192527696 BCX8">Außerdem müssten die Nutzer*innen sich für ein optimales Ergebnis relativ gleichmäßig</span><span class="NormalTextRun SCXW192527696 BCX8"> über </span><span class="NormalTextRun SCXW192527696 BCX8">die Instanzen verteilen.</span><span class="NormalTextRun SCXW192527696 BCX8"> Das ist etwas problematisch zu koordinieren. Wir sehen eben riesige Instanzen wie </span><span class="NormalTextRun SpellingErrorV2Themed SCXW192527696 BCX8">mastodon.social</span><span class="NormalTextRun SCXW192527696 BCX8"> und das ist nicht im Sinne des Erfinders. Optimalerweise sind alle Mast</span><span class="NormalTextRun SCXW192527696 BCX8">odon-Instanzen etwa gleich groß, nämlich </span><span class="NormalTextRun SCXW192527696 BCX8">eher klein</span><span class="NormalTextRun SCXW192527696 BCX8">. Dann kann eine Moderation gut gewährleistet werden. Und was mich im Moment an Mastodon noch ein bisschen stört</span><span class="NormalTextRun SCXW192527696 BCX8">: ich sehe noch keinen guten Mechanismus, wie sich internationale Inhalte zu mir durcharbeiten. Ich fühle mich auf Mastodon wie in einer Filterblase, in der ich wenig Inhalte</span><span class="NormalTextRun SCXW192527696 BCX8"> oder Themen mitbekomme, die ich nicht aktiv aufsuche. Das ist ein ganz großes Problem, gerade für Aktivist*innen, für Protestbewegungen usw. Die leben</span><span class="NormalTextRun SCXW192527696 BCX8"> davon, dass solche Dinge international viral gehen. </span><span class="NormalTextRun SCXW192527696 BCX8">Eventuell hängt das auch damit zusammen, dass Journalist*innen fehlen.</span> <span class="NormalTextRun SCXW192527696 BCX8">Ich bekomme auf Twitter sehr viel mit, dadurch, dass ich Journalist*innen folge. Jetzt hat man schon v</span><span class="NormalTextRun SCXW192527696 BCX8">ersucht, einen englischsprachigen Journalistenserver aufzubauen</span><span class="NormalTextRun SCXW192527696 BCX8">. Kurz darauf wurde dieser aber von vielen großen</span><span class="NormalTextRun SCXW192527696 BCX8"> Mastodon-Instanzen </span><span class="NormalTextRun SCXW192527696 BCX8">geblockt.</span><span class="NormalTextRun SCXW192527696 BCX8"> Und warum? </span><span class="NormalTextRun SCXW192527696 BCX8">S</span><span class="NormalTextRun SCXW192527696 BCX8">ie</span><span class="NormalTextRun SCXW192527696 BCX8"> sagen “es war hier sehr gemütlich, wir wollen eigentlich gar nicht, dass Journalist*innen über alles berichten, was wir hier tun, weil das dann nur wieder reißerische</span><span class="NormalTextRun SCXW192527696 BCX8"> Artikel werden”. Dieses Misstrauen gegen Journalismus gefällt mir nicht. Wenn große Instanzen anfangen, solche Server </span><span class="NormalTextRun SpellingErrorV2Themed SCXW192527696 BCX8">wegzublocken</span><span class="NormalTextRun SCXW192527696 BCX8">, dann ist das kein guter Mechanismus. </span></span><span class="EOP SCXW192527696 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="h2" ><span><span class="TextRun SCXW28174483 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW28174483 BCX8">“</span></span><span class="TextRun Underlined SCXW28174483 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW28174483 BCX8">Vielleicht hat Musk</span><span class="NormalTextRun SCXW28174483 BCX8"> auch nur einen </span><span class="NormalTextRun SCXW28174483 BCX8">Prozess beschleunigt, der sowieso passieren </span><span class="NormalTextRun SCXW28174483 BCX8">musste.”</span></span><span class="EOP SCXW28174483 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p><em><span class="TextRun SCXW89166896 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW89166896 BCX8">Zum Abschluss noch eine letzte Frage: Wie würdest du dir die Entwicklung von Twitter in nächster Zukunft wünschen? Was würde dir Hoffnung machen? </span></span><span class="EOP SCXW89166896 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></em></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span class="TextRun SCXW72055736 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW72055736 BCX8">Ehrlich gesagt, hoffe ich, dass Musk Twitters überdrüssig wird und einen anderen </span><span class="NormalTextRun SpellingErrorV2Themed SCXW72055736 BCX8">Acting</span><span class="NormalTextRun SCXW72055736 BCX8">-CEO einsetzt, der nicht versucht, politisch die Rechte zu bedienen. </span><span class="NormalTextRun SCXW72055736 BCX8">Soweit ich beobachtet habe, hat Musk zwei Motive: erstens versucht er sich politisch beliebt zu machen, vor allem in den Ländern, in denen er Geschäfte machen muss. Das zweite ist, dass er</span><span class="NormalTextRun SCXW72055736 BCX8"> auf rein persönlicher Ebene</span><span class="NormalTextRun SCXW72055736 BCX8"> cool gefunden werden möchte</span><span class="NormalTextRun SCXW72055736 BCX8">.</span><span class="NormalTextRun SCXW72055736 BCX8"> Er versucht der </span><span class="NormalTextRun SpellingErrorV2Themed SCXW72055736 BCX8">Memelord</span><span class="NormalTextRun SCXW72055736 BCX8"> zu sein. Er versucht ganz nah bei seinen Fans zu sein. Und das sind beides keine großartigen Voraussetzungen für jemanden, der einen öffentlichen Raum</span><span class="NormalTextRun SCXW72055736 BCX8"> gestaltet. Ich hoffe, dass er das jemand anderem überlässt. Alternativ sehe ich gerade, dass sich neben Mastodon noch viele weitere </span><span class="NormalTextRun SCXW72055736 BCX8">Plattformen</span> <span class="NormalTextRun SCXW72055736 BCX8">en</span><span class="NormalTextRun SCXW72055736 BCX8">t</span><span class="NormalTextRun SCXW72055736 BCX8">stehen</span><span class="NormalTextRun SCXW72055736 BCX8">. T</span><span class="NormalTextRun SCXW72055736 BCX8">eilweise</span><span class="NormalTextRun SCXW72055736 BCX8"> kommerziell geschlossene Optionen, wie </span><span class="NormalTextRun CommentStart CommentHighlightPipeRest CommentHighlightRest SCXW72055736 BCX8">Post</span><span class="NormalTextRun CommentHighlightPipeRest SCXW72055736 BCX8">. Teilweise föderative Möglichkei</span><span class="NormalTextRun SCXW72055736 BCX8">ten, wie Mastodon, oder auch einfach nur offene Protokolle, wie </span></span><a class="Hyperlink SCXW72055736 BCX8" href="https://blueskyweb.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><span class="FieldRange SCXW72055736 BCX8"><span class="TextRun Underlined SCXW72055736 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun CommentStart CommentHighlightPipeRest CommentHighlightRest SCXW72055736 BCX8" data-ccp-charstyle="Hyperlink">bluesky</span></span></span></a><span class="TextRun SCXW72055736 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun CommentHighlightPipeRest SCXW72055736 BCX8">. Wir sehen gerade eine Explosion von sozialen Netzwerken, die hoffentlich als E</span><span class="NormalTextRun SCXW72055736 BCX8">rgebnis vielleicht eine Umwelt hat, die nicht in privatem Besitz ist, die nicht dieses Gewinninteresse hat und die nicht unsere Demokratie dadurch kaputt macht, indem sie versucht, Anzeigen zu ver</span><span class="NormalTextRun SCXW72055736 BCX8">kaufen, sondern dafür da ist, ein öffentlicher und sicherer Ort für alle zu sein. Je mehr wir in diese Richtung forschen, desto besser geht es uns als Menschen</span><span class="NormalTextRun SCXW72055736 BCX8">. Twitter, wie es vorher war, war in Wirklichkeit </span><span class="NormalTextRun SCXW72055736 BCX8">auch</span> <span class="NormalTextRun SCXW72055736 BCX8">schon problematisch. Vielleicht hat Musk auch nur einen Prozess beschleunigt, der sowieso passieren musste.</span></span><span class="EOP SCXW72055736 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-4" data-row="script-row-unique-4" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-4"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-6"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-6" data-row="script-row-unique-6" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-6"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-7"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Foto: CC by Bastian Bringenberg on <a href="https://marinaweisband.de/">marinaweisband.de</a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-7" data-row="script-row-unique-7" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-7"));</script></div></div></div>
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		<title>Nach Musk-Übernahme: Wie sieht die Zukunft von Twitter aus?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Larissa Mannheim]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Nov 2022 11:22:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-8"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p><span class="TextRun SCXW8836620 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW8836620 BCX8">Sein Name </span><span class="NormalTextRun SCXW8836620 BCX8">trendet</span><span class="NormalTextRun SCXW8836620 BCX8"> seit Tagen auf Twitter: </span><span class="NormalTextRun SCXW8836620 BCX8">der reichste Mensch der Welt, </span><span class="NormalTextRun SCXW8836620 BCX8">Elon</span> <span class="NormalTextRun SCXW8836620 BCX8">Musk</span><span class="NormalTextRun SCXW8836620 BCX8">,</span><span class="NormalTextRun SCXW8836620 BCX8"> hat vergangene Woche T</span><span class="NormalTextRun SCXW8836620 BCX8">witter gekauft</span><span class="NormalTextRun SCXW8836620 BCX8"> oder vielleicht sogar kaufen müssen</span><span class="NormalTextRun SCXW8836620 BCX8">. Seitdem herrscht große Unruhe auf der Plattform und rechte Trolle treiben in deutlich größerem Ausmaß ihr Unwesen. </span><span class="NormalTextRun SCXW8836620 BCX8">Schon vor der offiziellen Übernahme entbrannte eine Diskussion, was im Fall eines </span><span class="NormalTextRun SCXW8836620 BCX8">Musk</span><span class="NormalTextRun SCXW8836620 BCX8">-Takeovers passieren könnte: wird Twitter schlu</span><span class="NormalTextRun SCXW8836620 BCX8">ssendlich </span><span class="NormalTextRun SCXW8836620 BCX8">auseinanderbrechen?</span><span class="NormalTextRun SCXW8836620 BCX8"> Sollte man sich nach einer alternativen Plattform umschauen und wenn ja, gibt es überhaupt eine? </span></span><span class="EOP SCXW8836620 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="h2" ><span><span class="NormalTextRun SCXW235629995 BCX8">Nach langem Hin und Her: </span><span class="NormalTextRun SCXW235629995 BCX8">Musk</span><span class="NormalTextRun SCXW235629995 BCX8"> kauft Twitter</span></span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p><span class="TextRun SCXW49841369 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW49841369 BCX8">Um verstehen zu können, warum der </span><span class="NormalTextRun SpellingErrorV2Themed SCXW49841369 BCX8">Twitterkauf</span><span class="NormalTextRun SCXW49841369 BCX8"> durch </span><span class="NormalTextRun SCXW49841369 BCX8">Elon</span> <span class="NormalTextRun SCXW49841369 BCX8">Musk</span></span><span class="TextRun SCXW49841369 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW49841369 BCX8"> überhaupt so ein großes und kontroverses Thema ist, ist ein Blick in die Vergangenheit nötig: </span></span><span class="TextRun SCXW49841369 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW49841369 BCX8">im März `22 startete </span><span class="NormalTextRun SCXW49841369 BCX8">Musk</span><span class="NormalTextRun SCXW49841369 BCX8"> auf Twitter eine Umfrage, </span><span class="NormalTextRun SCXW49841369 BCX8">ob sich die Plattform rigoros an den demokratischen Grundsatz der Meinungsfreiheit hält. Etwa 70% der </span><span class="NormalTextRun SCXW49841369 BCX8">teilnehmenden User*innen beantworteten diese Frage mit “Nein”. Kurz danach reagierte </span><span class="NormalTextRun SCXW49841369 BCX8">Elon</span> <span class="NormalTextRun SCXW49841369 BCX8">Musk</span><span class="NormalTextRun SCXW49841369 BCX8"> mit dem Kauf</span><span class="NormalTextRun SCXW49841369 BCX8"> von</span> <span class="NormalTextRun SpellingErrorV2Themed SCXW49841369 BCX8">Twitteranteilen</span><span class="NormalTextRun SCXW49841369 BCX8">, so dass er zum größten Aktionär der Plattform wurde. Plötzlich hieß es dann, dass er Twitter komplett kaufen wollte</span><span class="NormalTextRun SCXW49841369 BCX8">. Dann wieder doch nicht. Nach einem großen Hin und Her, dass sich über Monate zog, und einem angedrohten Gerichtsverfahren, kaufte </span><span class="NormalTextRun SCXW49841369 BCX8">Elon</span> <span class="NormalTextRun SCXW49841369 BCX8">Musk</span><span class="NormalTextRun SCXW49841369 BCX8"> in der vergangenen Woche tatsächlich Twitter für ungefähr 44 Milliarden US-</span><span class="NormalTextRun SCXW49841369 BCX8">Dollar. </span></span><span class="EOP SCXW49841369 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="h2" ><span><span class="TextRun Underlined SCXW134856969 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW134856969 BCX8">Kritiker*innen befürchten einen starken Anstieg von Hass und Hetze </span></span><span class="EOP SCXW134856969 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p><span class="TextRun SCXW100785134 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun CommentStart CommentHighlightPipeRest CommentHighlightRest SCXW100785134 BCX8">Musk</span><span class="NormalTextRun CommentHighlightRest SCXW100785134 BCX8"> kündigte schon im Voraus an, die “Free Speech” auf Twitter stärken zu wollen, </span><span class="NormalTextRun CommentHighlightPipeRest SCXW100785134 BCX8">und möglichst alle Standpunkte </span><span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8">zu</span><span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8">zulassen</span><span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8">, auch solche, die etwa in Deutschland strafbar wären.</span></span> <span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW100785134 BCX8"><span class="TextRun SCXW100785134 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8">Dass e</span></span></span><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW100785134 BCX8"><span class="TextRun SCXW100785134 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8">r selbst etwa in der Vergangenheit gewerkschaftliche Bestrebungen unterdrückt hat, </span></span></span><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW100785134 BCX8"><span class="TextRun SCXW100785134 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8">alle Parodieaccounts von sich selbst sperren lässt</span></span></span><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW100785134 BCX8"><span class="TextRun SCXW100785134 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8"> oder die Ankündigung, auf Twitter wieder </span></span></span><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW100785134 BCX8"><span class="TextRun SCXW100785134 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SpellingErrorV2Themed SCXW100785134 BCX8">shadow-banning</span></span></span><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW100785134 BCX8"><span class="TextRun SCXW100785134 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8"> ein</span></span></span><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW100785134 BCX8"><span class="TextRun SCXW100785134 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8">führen zu wollen,</span></span></span> <span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW100785134 BCX8"><span class="TextRun SCXW100785134 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8">vergisst der leidenschaftliche Vertreter der “</span></span></span><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW100785134 BCX8"><span class="TextRun SCXW100785134 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SpellingErrorV2Themed SCXW100785134 BCX8">fr</span></span></span><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW100785134 BCX8"><span class="TextRun SCXW100785134 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SpellingErrorV2Themed SCXW100785134 BCX8">ee</span></span></span> <span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW100785134 BCX8"><span class="TextRun SCXW100785134 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SpellingErrorV2Themed SCXW100785134 BCX8">speech</span></span></span><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW100785134 BCX8"><span class="TextRun SCXW100785134 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8">” dabei wohl.</span></span></span> <span class="TextRun SCXW100785134 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8">Zudem steht er den rechten Republikaner*innen nahe,</span><span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8"> was Kritiker*innen dazu veranlasst, sich zu sorgen, dass diese </span><span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8">auf Twitter unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit Hass und Hetze verbreiten </span><span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8">könnten und keine Moderation mehr stattfindet</span><span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8">.</span> <span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8">Des </span><span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8">Weiteren</span><span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8"> erklärte </span><span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8">Musk</span><span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8">, dass alle Accounts, die aus seiner Sicht wegen “zweifelhafter Gründe” gesperrt wurden, aus dem “</span><span class="NormalTextRun SpellingErrorV2Themed SCXW100785134 BCX8">Twittergefängnis</span><span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8">”</span> <span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8">befreien zu wollen</span><span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8">. Eine große Frage, die sich im Anschluss </span><span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8">aus </span><span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8">dieser Ankündigung </span><span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8">heraus ergibt</span><span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8">, </span><span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8">ist die Frage, </span><span class="NormalTextRun ContextualSpellingAndGrammarErrorV2Themed SCXW100785134 BCX8">ob  </span><span class="NormalTextRun ContextualSpellingAndGrammarErrorV2Themed SCXW100785134 BCX8">die</span><span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8"> Twitter-Sperre von </span><span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8">Ex US-Präsident Donald Trump</span><span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8"> durch </span><span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8">Musk</span><span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8"> aufgehoben wird</span><span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8">. Dessen Twitter-Account, auf dem er äußerst aktiv und auch h</span><span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8">etzerisch war, wurde nach dem Sturm auf das Kapitol </span><span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8">im Januar 2021 gesperrt. </span><span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8">Elon</span> <span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8">Musk</span><span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8"> bezeichnete die Entscheidung, Trumps Zugang zu sperren als </span><span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8">“falsch und dumm”. Trump selbst freute sich über die Übernahme Twitters und äußerte sich positiv über den neuen Besitzer, jedoch </span><span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8">erklärte er, dass er auf seiner eigens gegründeten Plattform “</span><span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8">Truth</span> <span class="NormalTextRun SpellingErrorV2Themed SCXW100785134 BCX8">Social</span><span class="NormalTextRun SCXW100785134 BCX8">” bleiben wolle. Dort folgen ihm aber nur ein Bruchteil seiner 90 Millionen Twitter-Follower*innen. </span></span><span class="EOP SCXW100785134 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span class="TextRun SCXW73927020 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW73927020 BCX8">Elon</span> <span class="NormalTextRun SCXW73927020 BCX8">Musk</span><span class="NormalTextRun SCXW73927020 BCX8"> ist neben seinem neu erworbenen CEO-Posten bei Twitter auch Eigentümer verschiedener anderer Firmen</span><span class="NormalTextRun SCXW73927020 BCX8">, wie etwa Tesla oder </span><span class="NormalTextRun SCXW73927020 BCX8">SpaceX</span><span class="NormalTextRun SCXW73927020 BCX8">, um nur die größten zu nennen. Auch das bereitet Kritiker*innen Sorgen: </span><span class="NormalTextRun SCXW73927020 BCX8">es ist kaum einschätzbar, wie </span><span class="NormalTextRun SCXW73927020 BCX8">Musk</span><span class="NormalTextRun SCXW73927020 BCX8"> reagieren würde, wenn eine Diktatur, wie etwa China, </span><span class="NormalTextRun SCXW73927020 BCX8">ihn zum </span><span class="NormalTextRun CommentStart CommentHighlightPipeRest CommentHighlightRest SCXW73927020 BCX8">Löschen eines Tweets au</span><span class="NormalTextRun CommentHighlightPipeRest SCXW73927020 BCX8">ffordert</span></span><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW73927020 BCX8"><span class="TextRun SCXW73927020 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW73927020 BCX8">, oder persönliche Daten von User*innen </span></span></span><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW73927020 BCX8"><span class="TextRun SCXW73927020 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW73927020 BCX8">einf</span></span></span><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW73927020 BCX8"><span class="TextRun SCXW73927020 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW73927020 BCX8">ordert</span></span></span><span class="TextRun SCXW73927020 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW73927020 BCX8"> und damit droht</span><span class="NormalTextRun SCXW73927020 BCX8">,</span><span class="NormalTextRun SCXW73927020 BCX8"> sonst den Markt für s</span><span class="NormalTextRun SCXW73927020 BCX8">eine Firmen zu schließen. </span><span class="NormalTextRun SCXW73927020 BCX8">Wie sich diese enorme Machtkonzentration auf eine Person auswirken wird, wird sich in Zukunft zeigen.</span></span></p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="h2" ><span><span class="TextRun Underlined SCXW127656019 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW127656019 BCX8">Weitreichende Kündigungen und ein zahlungspflichtiger blauer Haken</span></span><span class="EOP SCXW127656019 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p><span class="TrackedChange SCXW86712453 BCX8"><span class="TextRun SCXW86712453 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW86712453 BCX8">Was sich aber tatsächlich schon bewahrheitet hat, ist die Streichung der Hälfte aller </span></span></span><span class="TrackedChange SCXW86712453 BCX8"><span class="TextRun SCXW86712453 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW86712453 BCX8">7.500 </span></span></span><span class="TrackedChange SCXW86712453 BCX8"><span class="TextRun SCXW86712453 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW86712453 BCX8">Arbeitsstellen in dem </span></span></span><span class="TrackedChange SCXW86712453 BCX8"><span class="TextRun SCXW86712453 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SpellingErrorV2Themed SCXW86712453 BCX8">Social</span></span></span><span class="TrackedChange SCXW86712453 BCX8"><span class="TextRun SCXW86712453 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW86712453 BCX8"> Media Konzern. </span></span></span><span class="TrackedChange SCXW86712453 BCX8"><span class="TextRun SCXW86712453 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW86712453 BCX8">Musk</span></span></span><span class="TrackedChange SCXW86712453 BCX8"><span class="TextRun SCXW86712453 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW86712453 BCX8"> entließ direkt nach seiner Übernahme die gesamte Chefetage, inklusive CEO </span></span></span><span class="TrackedChange SCXW86712453 BCX8"><span class="TextRun SCXW86712453 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SpellingErrorV2Themed SCXW86712453 BCX8">Parag</span></span></span> <span class="TrackedChange SCXW86712453 BCX8"><span class="TextRun SCXW86712453 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW86712453 BCX8">Agrawal</span></span></span><span class="TrackedChange SCXW86712453 BCX8"><span class="TextRun SCXW86712453 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW86712453 BCX8">. Zusätzlich löste er das Sicherheitsteam und das sogenannte Meta-Team auf, welches daf</span></span></span><span class="TrackedChange SCXW86712453 BCX8"><span class="TextRun SCXW86712453 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW86712453 BCX8">ür verantwortlich war, Rassismen oder andere Diskriminierungsformen auf der Plattform und im Algorithmus zu identifizieren und zu entfernen. </span></span></span><span class="LineBreakBlob BlobObject DragDrop SCXW86712453 BCX8"><span class="SCXW86712453 BCX8"> </span><br class="SCXW86712453 BCX8" /></span><span class="TextRun SCXW86712453 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW86712453 BCX8">Aufgrund dieser bereits vorgenommenen Änderungen und den Befürchtungen bezüglich unkontrollierter Hetze pausiert</span><span class="NormalTextRun SCXW86712453 BCX8">en einige Werbepartner*innen Twitters ihre Anzeigenschaltung auf der Plattform. Da sich der Konzern zu großen Teilen aus Werbeeinahmen finanziert</span><span class="NormalTextRun SCXW86712453 BCX8">, könnte dies zu einem existenziellen Problem führen. </span></span><span class="EOP SCXW86712453 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span class="TextRun SCXW112775164 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW112775164 BCX8">Eine weitere Änderung, die </span><span class="NormalTextRun SCXW112775164 BCX8">Elon</span> <span class="NormalTextRun SCXW112775164 BCX8">Musk</span> <span class="NormalTextRun SCXW112775164 BCX8">in einigen Ländern seit Anfang November</span><span class="NormalTextRun SCXW112775164 BCX8"> eingeführt hat, ist das Bezahlabonnement für verifizierte Profile.</span><span class="NormalTextRun SCXW112775164 BCX8"> Bald soll das Upda</span><span class="NormalTextRun SCXW112775164 BCX8">te global verfügbar sein.</span> <span class="NormalTextRun SCXW112775164 BCX8">Heißt also, dass Personen, die ihren “blauen Haken” behalten wollen, in Zukunft 8 Dollar pro Monat dafür an Twitter zahlen sollen. </span><span class="NormalTextRun SCXW112775164 BCX8">Musk</span><span class="NormalTextRun SCXW112775164 BCX8"> begründete d</span><span class="NormalTextRun SCXW112775164 BCX8">ies </span><span class="NormalTextRun SCXW112775164 BCX8">damit, dass es so zu weniger </span><span class="NormalTextRun SpellingErrorV2Themed SCXW112775164 BCX8">Fakeaccount</span><span class="NormalTextRun SpellingErrorV2Themed SCXW112775164 BCX8">s</span><span class="NormalTextRun SCXW112775164 BCX8"> und somit zu weniger </span><span class="NormalTextRun SCXW112775164 BCX8">Fakenews</span><span class="NormalTextRun SCXW112775164 BCX8"> und </span><span class="NormalTextRun SCXW112775164 BCX8">Hassrede</span><span class="NormalTextRun SCXW112775164 BCX8"> kommen würde</span><span class="NormalTextRun SCXW112775164 BCX8"> und infolgedessen auch zu mehr Meinungsfreiheit. An dieser Stelle sollte man sich aber die Frage stellen: </span><span class="NormalTextRun CommentStart CommentHighlightPipeRest CommentHighlightRest SCXW112775164 BCX8">was ist diese erkaufte Meinungsfreiheit dann noch wert? </span></span><span class="EOP CommentHighlightPipeRest SCXW112775164 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="h2" ><span><span class="TextRun Underlined SCXW56367572 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW56367572 BCX8">Bleiben oder gehen? Und wenn gehen, wohin?</span></span><span class="EOP SCXW56367572 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p><span class="TextRun SCXW199431626 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW199431626 BCX8">Nach der Übernahme kündigten vieler User*innen an die Plattform verlassen zu wollen. Viele Medienschaffende sehen sich je</span><span class="NormalTextRun SCXW199431626 BCX8">doch auch in der Verantwortung, Twitter nicht rechten Trollen und Hass zu überlassen. So schreibt etwa der Journalist Georg </span><span class="NormalTextRun SCXW199431626 BCX8">Restle</span><span class="NormalTextRun SCXW199431626 BCX8">:” Hier bleiben. Solange demokratischer Disput noch möglich ist, Unterdrückte noch Stimmen haben, Ungehörte noch gehört werden</span><span class="NormalTextRun SCXW199431626 BCX8">, der Hass nicht gesiegt hat. Es braucht Gegenstimmen. Auch hier. Ich bleibe.” </span><span class="NormalTextRun SCXW199431626 BCX8">Viele teilen die Einstellung, dass mit großer Reichweite auch große Verantwortung kommt. Ob alle, die angekündigt haben, die Plattform zu verlassen auch wirklich gehen, werden die nächsten Wochen zeigen und wird auch maßgeblich davon abhängen</span><span class="NormalTextRun SCXW199431626 BCX8">, wie </span><span class="NormalTextRun SCXW199431626 BCX8">Elon</span> <span class="NormalTextRun SCXW199431626 BCX8">Musk</span><span class="NormalTextRun SCXW199431626 BCX8"> Twitter führt. </span></span><span class="EOP SCXW199431626 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span class="TextRun SCXW96635011 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun CommentStart CommentHighlightPipeRest CommentHighlightRest SCXW96635011 BCX8">Dass </span><span class="NormalTextRun CommentHighlightRest SCXW96635011 BCX8">sich </span><span class="NormalTextRun CommentHighlightRest SCXW96635011 BCX8">sogar der Hochkommissar</span><span class="NormalTextRun CommentHighlightRest SCXW96635011 BCX8"> für Menschenrechte</span><span class="NormalTextRun CommentHighlightRest SCXW96635011 BCX8"> der Vereinten Nationen Volker Türk in Form eines offenen Briefes an </span><span class="NormalTextRun CommentHighlightRest SCXW96635011 BCX8">Elon</span> <span class="NormalTextRun CommentHighlightRest SCXW96635011 BCX8">Musk</span><span class="NormalTextRun CommentHighlightRest SCXW96635011 BCX8"> wendet, um diesen aufzufordern, die Menschenrechte auf T</span><span class="NormalTextRun CommentHighlightRest SCXW96635011 BCX8">witter zu achten</span><span class="NormalTextRun CommentHighlightRest SCXW96635011 BCX8">, verdeutlicht die Relevanz der Plattform. Nicht alles, was im virtuellen Raum geschrieben wird, bleibt auch dort, sondern kann weitreichende Auswirkungen auf reale</span><span class="NormalTextRun CommentHighlightRest SCXW96635011 BCX8"> Situationen haben. Während des arabischen Frühlings etwa organisierten sich Demonstrierende über Twitter</span><span class="NormalTextRun CommentHighlightRest SCXW96635011 BCX8">. Auch die </span><span class="NormalTextRun SpellingErrorV2Themed CommentHighlightRest SCXW96635011 BCX8">blacklivesmatter</span><span class="NormalTextRun CommentHighlightRest SCXW96635011 BCX8">-Bewegung fand sich über die Plattform zu </span><span class="NormalTextRun CommentHighlightRest SCXW96635011 BCX8">Demonstrationen gegen Rassismus zusammen. Und auch in der aktuellen Situation im Iran</span><span class="NormalTextRun CommentHighlightRest SCXW96635011 BCX8"> spielt die Kommunikation über das Netzwerk eine bedeutende Rolle. </span></span><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW96635011 BCX8"><span class="TextRun SCXW96635011 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun CommentHighlightRest SCXW96635011 BCX8">Vor allem viele Journalist*innen tummeln sich auf der Plattform und teilen fast in Echtzeit das Weltgeschehen und ihre</span></span></span><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW96635011 BCX8"><span class="TextRun SCXW96635011 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun CommentHighlightRest SCXW96635011 BCX8"> Gedanken dazu.</span></span></span> <span class="TextRun SCXW96635011 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun CommentHighlightRest SCXW96635011 BCX8">Twitter ist in den letzten Jahren äußerst relevant für das sozial-politi</span><span class="NormalTextRun CommentHighlightRest SCXW96635011 BCX8">sche Geschehen auf dem gesamten Globus </span><span class="NormalTextRun CommentStart CommentHighlightPipeRest CommentHighlightRest SCXW96635011 BCX8">geworden</span><span class="NormalTextRun CommentHighlightPipeRest CommentHighlightRest SCXW96635011 BCX8">. </span></span><span class="EOP CommentHighlightRest SCXW96635011 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span class="TextRun SCXW131610413 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun CommentHighlightRest SCXW131610413 BCX8">Also was</span><span class="NormalTextRun CommentHighlightRest SCXW131610413 BCX8"> passiert</span><span class="NormalTextRun CommentHighlightRest SCXW131610413 BCX8">, wenn Twitter tatsächlich an die Wand gefahren wird? Welche Alternativen hätten die User*innen?</span><span class="NormalTextRun CommentHighlightPipeRest SCXW131610413 BCX8"> Einer der größten Gewinner der </span></span><span class="TextRun SCXW131610413 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW131610413 BCX8">Übernahme ist die Non-Profit-Plattform </span></span><span class="TextRun SCXW131610413 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW131610413 BCX8">Mastodon</span><span class="NormalTextRun SCXW131610413 BCX8">. Alleine am Tag nach dem Verkauf waren ca. 70.000 Neuanmeldungen zu verzeichnen. </span><span class="NormalTextRun SCXW131610413 BCX8">Oberflächlich ähnelt </span><span class="NormalTextRun SCXW131610413 BCX8">Mastodon</span><span class="NormalTextRun SCXW131610413 BCX8"> Twitter stark, jedoch ist ihre Struktur dezentral, was so viel heißt, dass </span><span class="NormalTextRun SCXW131610413 BCX8">Mastodon</span><span class="NormalTextRun SCXW131610413 BCX8"> aus sehr vielen kleinen Plattformen besteht und nicht von einem großen Unternehmen geleitet wird. Das klingt erstmal vielversprechend, da eine Machtkonzentration auf eine Person, wie es jetzt im Falle Twitter</span><span class="NormalTextRun SCXW131610413 BCX8"> ist, ziemlich unwahrscheinlich ist. Jedoch ist die Plattform deshalb auch ganz anders aufgebaut als Twitter und </span><span class="NormalTextRun SCXW131610413 BCX8">ziemlich komplex</span><span class="NormalTextRun CommentStart CommentHighlightPipeRest CommentHighlightRest SCXW131610413 BCX8">. </span><span class="NormalTextRun CommentHighlightPipeRest SCXW131610413 BCX8">Zudem ist </span><span class="NormalTextRun SCXW131610413 BCX8">Mastodon</span><span class="NormalTextRun SCXW131610413 BCX8"> sehr fehleranfällig und instabil und würde die Masse an User*innen, die Twitter aktuell hat, nicht verkra</span><span class="NormalTextRun SCXW131610413 BCX8">ften. Eine tatsächliche </span><span class="NormalTextRun SpellingErrorV2Themed SCXW131610413 BCX8">Twitteralternative</span><span class="NormalTextRun SCXW131610413 BCX8"> gibt es nicht. </span><span class="NormalTextRun SCXW131610413 BCX8">Je nachdem, für was man Twitter nutzt, könnten sich die Benutzer*innen auf verschiedene Plattformen, wie etwa Instagram, </span><span class="NormalTextRun SCXW131610413 BCX8">reddit</span><span class="NormalTextRun SCXW131610413 BCX8"> oder</span> <span class="NormalTextRun SpellingErrorV2Themed SCXW131610413 BCX8">tumblr</span> <span class="NormalTextRun SCXW131610413 BCX8">aufteilen. </span></span></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span class="NormalTextRun SCXW516519 BCX8">Wie es mit Twitter weitergeht, ist bisher schwer einzuschätzen. Jedoch ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Diskussion um die Plattform äußerst kontrovers ist, so wie ihr neuer Geschäftsführer und Eigentümer selbst auch. </span><span class="NormalTextRun SCXW516519 BCX8">Ob sich eine neue Alternative auftut oder die treuen Twitter-User*innen die Plattform “retten” können, wird sich in den kommenden Wochen und Monaten zeigen.</span></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-8" data-row="script-row-unique-8" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-8"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-10"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-10" data-row="script-row-unique-10" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-10"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-11"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Foto by: <a href="https://unsplash.com/@rswebsols">Souvik Banerjee</a> on <a href="https://unsplash.com/photos/9Z-2Ktg6CIM">unsplash </a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-11" data-row="script-row-unique-11" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-11"));</script></div></div></div>
</div>]]></content:encoded>
					
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		<title>Digitale Zeiten, Digitales Coming-Out</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sarah Merz]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Dec 2019 14:31:16 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-12"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Ein Coming-Out zu haben, heißt anderen Menschen die eigene Identität oder Sexualität zu offenbaren. Das ist nicht immer einfach und erfordert oft viel Mut und Selbstbewusstsein. Wie die meisten Dinge in unserer Welt hat die Digitalisierung auch diesen Prozess verändert. Durch das Netz ist die Queer-Community vernetzter, zugänglicher und sichtbarer geworden.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<h3>Die Entstehung eines Queer-Vokabulars</h3>
<p>Informationen zum Thema Coming-Out sind heute nur einen Klick entfernt, während sie in den 80ern oft nur über Bücher oder in der Queer-Kultur bewanderten Freunden zu erlangen waren. Durch den globalen Austausch über das Internet hat sich ein einheitlicheres Vokabular etabliert. Mit diesen Begriffen ist es möglich, sich über die Grenzen von Sexualität und Identität hinweg auszutauschen und verstanden zu werden. Essentieller Teil dieses Vokabular ist der Begriff „Queer“, der bereits mehrfach gefallen ist. Queer ist ein Überbegriff für alle Menschen, die nicht Cis-Hetero sind oder im wörtlichen Sinne die „von der Norm abweichen“. Dieser löst heute Begriffe wie LGBT oder LGBTAQ (Lesbisch, Schwul, Bisexuell, Transsexuell, Asexuell oder Androgyn und Queer oder Questioning) ab, da er alle enthält, ohne einzelne hervorzustellen oder andere auszuschließen. Im Internet lassen sich außerdem<a href="http://www.rainbowproject.eu/material/de/glossary.htm"> kurze Definitionen</a> leicht nachschauen, was z. B. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Cisgender">Cis-Gender</a> bedeutet: Das sind Menschen, deren Geschlechtsidentität dem Geschlecht entspricht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde (wenn diese Menschen heterosexuell sind, sind sie Cis-hetero).  Aber auch lange und ausführliche Artikeln sind zu finden, in denen z.B. erklärt wird, dass man unter <a href="http://ichbinslinus.de/2018/04/24/was-ist-eigentlich-ein-deadname/">Deadname</a> den abgelegten Namen einer trans Person versteht, wie andere respektvoll mit diesem Namen umgehen sollen und es für die trans Personen schlimm ist, wenn sie bei diesem Deadname genannt werden.</p>
<p>Bevor wir uns der Fragen widmen können, wie Digitalisierung das Coming-Out von queeren Menschen beeinflusst hat, muss geklärt werden: Wie war es vor der Digitalisierung sich zu outen? Natürlich ist das Coming-Out ein unglaublich individueller Moment, der durch den eigenen Umgang damit und die Reaktion des Umfeldes geprägt wird. Trotzdem lassen sich Gemeinsamkeiten zwischen den unterschiedlichen Coming-Out-Erfahrungsberichten der Interviewten finden.</p>
<h3>Coming-Out vor der Digitalisierung</h3>
<p>Sich in den 70ern oder 80ern als Queer zu outen, war ein langer Prozess, den die meisten erst mit Mitte 20 oder sogar noch später angingen. Das Label (Name) der eigenen Identität oder Sexualität war oft nicht bekannt oder so negativ belastet, dass man sich damit nicht identifizieren wollte. Zusätzlich war es oft schwierig, die Queer-Szene zu finden und damit Anschluss an die Menschen, die die eigenen Gefühle nachempfinden können. „Gay-Bars“ und Magazine existierten zwar, allerdings im Verborgenen für die, die nicht danach suchten.Ein Weg war es, zu versuchen, über Bekannte etwas herausfinden, was oft mit viel Scham verbunden war. Endlich im Club voller Gleichgesinnter war es das Ziel, sich selbst auszutesten und herauszufinden, wer man ist.</p>
<p>Durch Austausch und Ausprobieren fanden die queeren Menschen in den Clubs und der Szene, die sich darum gebildet hatte, sich selbst. Der erste Schritt war geschafft.<br />
Das Coming-Out gegenüber Familie und Freunden war der nächste Schritt. Sowohl die eigene Unsicherheit, als auch der Widerwillen vieler Familien über Sexualität und Identität zu sprechen, machte es oft zum offenen Geheimnis. Auch damals gab es natürlich Menschen, die ihre Kinder und Vertrauten akzeptierten und liebten auch wenn deren Sexualität oder Identität nicht der gesellschaftlichen Norm entsprach, aber eben auch viele die es nicht taten. In der Öffentlichkeit waren Queers ein Tabuthema, was sich erst über die kommenden Jahre ändern sollte.</p>
<h3>Coming-Out heute</h3>
<p>Im Kosmos des Internet, genauer gesagt Reddit, hat sich der Ausdruck „Egg“ (Ei) etabliert. Er bezeichnet Menschen, die möglicherweise trans sind, es aber selbst eben noch nicht mit Sicherheit wissen. Metaphorisch wie emotional gesprochen befindet sich ihr wahres Ich oder der Mut dazu zu stehen, gerade noch im Entwicklungsprozess, in dem es die gesellschaftlich erlernte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Heteronormativit%C3%A4t">Heteronormativität</a>  (also die Annahme, dass alle Cis-Hetero sind) zu überwinden gilt.</p>
<p>Eins dieser „Eggs“ war auch Mara, als sie sich mit dem Gedanken, vielleicht trans zu sein, einen Twittter-Account erstellte und damit anderen queeren Menschen auf Twitter folgte, mit deren Erlebnissen sie sich identifizieren konnte. Einige folgten zurück und schnell stellte sich ein Zugehörigkeitsgefühl ein. Innerhalb dieser Umgebung wurden offene Fragen aus eigener Erfahrung beantwortet und emotionaler Beistand geleistet. Die Queer-Bubble (Filterblase) fungierte dabei als Safe Space. Außerhalb dieser sicheren Blase existierte immer noch Maras anderer Twitter-Account unter ihrem heutigen Deadname weiter. Nach über einem Jahr offenbarte sie einzelnen ihrer queeren Online-Freunde den Deadname-Account. Die wenigsten von ihnen waren überrascht, im Gegenteil, die meisten kannten und verstanden die Situation nur zu gut. Nach und nach wuchs der Mut, auch Menschen aus dem echten Leben von ihrer Transgeschlechtlichkeit zu erzählen, bis sie schließlich ihr erstes analoges Coming-Out gegenüber ihrer damaligen Freundin hatte. Auf dieses folgten weitere Outings und Mara konnte anfangen, die Frau zu sein, die sie in ihrem Inneren schon ihr ganzes Leben war.</p>
<h3>Digitales Coming-Out gegenüber analogem Coming-Out</h3>
<p>Speziell die westliche Welt ist gegenüber unterschiedlichen Sexualitäten und Identitäten offener geworden. Das bedeutet aber nicht, dass queere Menschen nicht noch immer mutig sein müssen und nach wie vor Diskriminierung erleben. Die gesellschaftliche Toleranz hat der Queer-Community Raum gegeben sich zu entfalten. Der Wissenschaftler Sam Miles argumentiert trotzdem: „Internet technology has influenced and shaped queer spaces more than any other single factor“( Das Internet hat den queeren Raum mehr geformt, als alle andere Faktoren für sich genommen). Ein Aussage, die sich auch auf das Coming-Out übertragen lässt.</p>
<p>Erste Anschlusspunkte sind durch Suchmaschinen innerhalb weniger Sekunden zu finden. Durch die aufgeschlossenere Gesellschaft sind oft bereits einige queere Sexualitäten und Identitäten bekannt, die dann privat im Internet tiefer verstanden werden können. Die leichte Zugänglichkeit von Informationen erspart jungen queer Menschen viel Angst und Scham.</p>
<p>Das Internet wimmelt heute nur so von queeren Vorbildern, ob Menschen auf Twitter oder Youtuber*innen, und auch in der Fiktion sind, dank Netflix, mittlerweile viele Queer Charaktere zu finden. Diese können queeren Jugendlichen als wichtige Rollenvorbilder dienen, die Orientierung bei der schwierigen Aufgabe bieten, die eigene Identität zu finden und zu akzeptieren. Außerdem kann Repräsentation in Sozialen Medien und Popkultur dabei helfen, die eigene Cis-Heteronormativität (also die Annahme, dass alle Cis-Hetero sind) schneller zu überwinden und sich selbst trotzdem als Teil der Gesellschaft zu verstehen.</p>
<p>Die Sozialen Medien bieten -richtig angewendet- einen sicheren Raum, um sich auszuprobieren. Miles sagt zur Rolle des Internet: „personality becomes fluid, ephemeral and empowering because people can choose how they are represented.“ (Persönlichkeiten werden fließender, vergänglicher und ein Mittel der Ermächtigung, weil die Menschen sich aussuchen können, wie sie sich darstellen. ) Dies trifft auf Soziale Medien zu, da die Nutzer*innen hier selbst entscheiden, wie viel sie von sich preisgeben und welches Label sie für sich verwenden wollen. Diese Anonymität und Selbstbestimmung steht im starken Kontrast zum analogen Raum, in dem Identität und Sexualität oft Fremdzuschreibungen sind, die von cis-heteronormativien Vorstellungen geprägt werden. Diese zu durchbrechen erfordert Mut und birgt das Risiko der Ablehnung oder sogar Gewalt. Im Safe Space der eigenen Online-Bubble können die Queers sich langsam daran gewöhnen, sie selbst zu sein und darin Selbstbewusstsein aufbauen. Die Unterstützung von anderen Queer-Community Mitgliedern stellt sicher, dass man mit keiner Sorge allein zurück bleibt, sei es durch direkten Kontakt oder indirekt durch das öffentliche Ausdiskutieren.</p>
<p>Im Zusammenhang mit Sexualität bieten auch Dating Apps eine Möglichkeit sich auszuprobieren ohne die Angst, die andere Person könnte einen ablehnen, da sich sexuellen Präferenzen vorab festlegen lassen. Die Suche nach einem „Gay-Club“ oder einem Queer- Jugendzentren ist heute, dank Google, leichter denn je. In den Sozialen Medien wird queeren Jugendlichen die Zeit und der Raum gegeben, den sie brauchen, um sich selbst immer mehr zu akzeptieren, bis sie sich letztlich sicher genug fühlen, um ihre Identität oder Sexualität ihren Mitmenschen auch offline mitzuteilen.</p>
<p>Dieses „Sich an sich selbst gewöhnen“ könnte auch offline in einem unterstützenden und vertrauensvollen Umfeld stattfinden. Ein solches zu haben, ist allerdings keine Selbstverständlichkeit. Gerade wenn das nicht gegeben ist oder die Angst auf Seiten des ungeouteten Queers noch zu groß ist, um sich mit jemand persönlich darüber zu unterhalten, können die Sozialen Medien und ihre Queer-Community eine besonders wichtige Rolle einnehmen und vor Isolationsgefühlen schützen. Dies trifft besonders auf junge Queers zu, die in ländlichen Gebieten leben, in denen es keine Infrastruktur wie queere Jugendzentren für sie gibt. Durch Gofundme (Spendenwebsites) und ähnlichen Plattformen ist es außerdem innerhalb der Queer-Community einfacher geworden, Mitgliedern, die aus einem intoleranten Umfeld kommen, gemeinsam finanzielle Hilfe zur Verfügung zu stellen.</p>
<p>Der queere Cyberspace hat anders als die Clubs der 80er kein Einlassalter und auch alternative Pornografie ist heute einfach online verfügbar. Das und weitere gesellschaftliche Faktoren führen dazu, dass die Menschen, die heute ihr Coming-Out haben, dies weitaus früher tun als noch vor 40 Jahren. Das fand eine britische <a href="https://www.queer.de/detail.php?article_id=13153">Studie</a> heraus, die ermittelte, dass sich queere Menschen heute ca. 20 Jahre früher outen, als es noch ihre Vorgängergenerationen getan hat. Das Alter beim Coming-Out schwank heute zwischen 15-17 für die Generationen der bis 25-jährigen, wohingegen die Menschen, die heute 60 sind, ihr Coming-Out durchschnittlich mit 37 Jahren hatten. Die Zahlen sind wie die meisten Zahlen, die es zur queeren Menschen gibt, nicht perfekt, da eben nur die erfasst werden können, die sich geoutet haben. Trotzdem zeigen sie einen eindeutigen Trend, an dem auch die Digitalisierung beteiligt ist.</p>
<p>Auch Eltern und andere Vertrauenspersonen von queeren Menschen stehen durch das Internet andere Ressourcen zur Verfügung als zuvor. Heute gibt es auch Vereine, die es sich zum Ziel gemacht haben, Eltern von queeren Kindern zusammen zu bringen, damit sie sich gegenseitig unterstützen können. Einer dieser Vereine ist <a href="https://www.trans-kinder-netz.de/was-ist-trans.html">Trakine</a> , der Aufklärung zum Thema Trans betreibt, sowie trans Kindern und ihren Eltern Beratung zur Verfügung stellt und Mut machen will.</p>
<p>Doch auch nach dem Offline-Coming-Out endet die Hilfe der Soziale Medien nicht. Innerhalb der Bubble werden Erfahrungen über Diskriminierung ausgetauscht und versucht, dagegen vorzugehen oder wenn das nicht möglich ist, zumindest mit guten Ratschlägen und psychischer Unterstützung beizustehen. Die Interviewpartner*innen haben davon berichtet, dass sie innerhalb dieser online Community echte und langjährige Freundschaften geschlossen haben, die ihnen in schwierigen Zeiten sehr geholfen haben. Gleichzeitig werden öffentlich queere Menschen im Netz auch besonders leicht Opfer von Hass, Unverständnis und Trollen.</p>
<p>Im Vergleich zeigt sich, dass die Digitalisierung, die sich hier vor allem in Form des World Wide und Sozialer Medien zeigt, dazu beigetragen hat, physische Grenzen virtuell zu überwinden. Dadurch ermöglicht sie einen ortsunabhängigen Austausch mit der Queer-Community. Gleichzeitig wird eine ständige Verfügbarkeit von Informationen geschaffen, die ohne menschliche Interaktion im Privaten abgerufen werden kann.</p>
<h3>Digitalisierung und Queer-Community Building</h3>
<p>Die Queer-Community ist nicht erst durch das Internet und die sozialen Medien entstanden, aber sie ist dadurch besser vernetzt, zugänglicher und sichtbarer geworden.</p>
<p>Durch die gute Vernetzung über Soziale Medien profitieren auch Jugendliche außerhalb von großen Ballungsräumen von der Unterstützung der Community. Erfahrungen können nun leichter von Generation zu Generation weitergereichen werden, vor allem in Ländern, in denen keine queere Öffentlichkeit existiert und die Queer-Communities sehr eingeschränkt sind.<br />
Da die Community im Internet sehr offen auftritt und frei über ihre Erfahrungen und ihr Leben spricht, dienen sie nicht nur als Vorbild, sondern setzen durch ihre Sichtbarkeit in den Medien auch einen gesellschaftlichen Normalisierungseffekt in Gang. Dieser führt dazu, dass queere Menschen mehr als ein Teil der Gesellschaft wahrgenommen werden und weniger stark dazu gezwungen sind Parallelgesellschaften aus zu bilden.<br />
Früher galt es einige Hürden zu überwinden um die Queer-Community zu finden. Heute ist alles nur einen Mausklick entfernt. Diese einfache Zugänglichkeit senkt die innere Überwindung, die queere Jugendliche aufbringen müssen, um sich mit den eigenen Gefühlen bezüglich Sexualität oder Identität zu beschäftigen. Das Internet bietet dafür unendlich viel Material und macht es einfacher, den Kontakt zu anderen queeren Menschen oder Organisationen herzustellen.</p>
<p>Es hat sich also viel verändert: Das Coming-Out ist anders, die Queer-Community an sich ist anders, aber der wichtigste Ratschlag hat sich nicht geändert: Love yourself!</p>
<p><strong>Photo:</strong> <a href="https://unsplash.com/@rochellebrwn?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Rochelle Brown</a> on <a href="https://unsplash.com/collections/2325860/lgbtq-?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p>
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		<title>Nationales-Internet-Projekt des Iran: Zensur oder Schutz?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jana Donat]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Sep 2016 05:23:11 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Iranische Browser, Suchmaschinen und E-Mail-Services gibt es schon seit ein paar Jahren. Dennoch bleiben die beliebtesten Online-Dienste in der iranischen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Titelbild_Iran.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-150301" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Titelbild_Iran.jpg" alt="Internet Halal, Iran" width="640" height="352" /></a>Iranische Browser, Suchmaschinen und E-Mail-Services gibt es schon seit ein paar Jahren. Dennoch bleiben die beliebtesten Online-Dienste in der iranischen Bevölkerung weiterhin zensierte Anbieter und Netzwerke aus dem Ausland – wie Facebook, YouTube und Twitter. Durch das nationale Datennetzwerk sollen Online-Sperren noch größere Auswirkungen auf den realen Alltag im Iran haben. Die kürzlich zelebrierte Einweihung des „nationalen Internet“ im Iran stößt auf internationalen Aufschrei – die universellen Menschenrechte der Informations- und Meinungsfreiheit seien in Gefahr.</p>
<p>Die erste Phase des nationalen Internet im Iran leitete der iranische Minister für Informations- und Kommunikationstechnologie, Mahmoud Vaezi, <a href="http://en.mehrnews.com/news/119304/Iran-launches-National-Information-Network" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ende August 2016</a> ein. Das auf den Iran beschränkte Datennetzwerk umfasst in dieser Phase Websites und Dienste von Regierungsstellen sowie von lokalen Behörden. Der Plan ist keineswegs neu: Seit 2010 arbeitet die iranische Regierung an dem Nationales-Internet-Projekt. Anfänglich ging die Regierung sogar von einer Implementierung bis 2015 aus. Heute wird ein nationales Datennetzwerk kaum mehr vor 2019 erwartet.</p>
<h3>Landesweit Surfen im Internet Halal</h3>
<p>Das unberechenbare World Wide Web soll an die digitale Leine genommen werden. Ein sauberes und reines Internet heißt die Maxime, kurz: Internet Halal. Das arabische Wort „Halal“ bedeutet so viel wie „zulässig“ und gestattet nur Online-Inhalte, die nach islamischem Recht erlaubt sind. Nicht nur Staatspräsident Hassan Rouhani, sondern vor allem auch Revolutionsführer Ayatollah Ali Khamenei spricht sich für ein kontrollierbares Internet aus. Ein nationales, sicheres und reines Internet soll es also sein. Für die Regierung liegen die Vorteile auf der Hand: technisch gesehen bedeutet es, einen Zugewinn an <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Iran-stellte-erste-Phase-seines-nationalen-Internets-vor-3307868.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sicherheit</a> gegenüber Hacker-Angriffen sowie schnellere und preiswertere Breitbandverbindungen zu schaffen. Aber nicht nur der Technologiesektor, sondern auch die Wirtschaft schlage Profit, da durch die Unabhängigkeit zum World Wide Web mehr Arbeitsplätze in nationalen Projekten generiert werden können.</p>
<p>Dass manche Argumente auf Seiten der iranischen Regierung „nicht ganz ohne Substanz“ seien, meint auch Politikwissenschaftler Dr. Marcus Michaelsen. Seit Jahren forscht und publiziert er zum digitalen und politischen Wandel im Iran und hält fest: „Immerhin war der Iran Ziel eines der ersten internationalen Cyberangriffe auf eine zentrale staatliche Infrastruktur. Durch Sanktionen und Isolation des Landes hat die iranische Regierung die Bedeutung von eigenständiger Beherrschung von Technologie schätzen gelernt.“ Dass der Drang nach Sicherheit ein historisch gewachsenes Resultat der iranischen Regierung auf internationale Konflikte ist, bezweifelt auch der iranische Geflüchtete und Internetsicherheit-Forscher Amir Rashidi nicht. Amir Rashidi studierte Software Engineering im Iran, floh nach der umstrittenen Wahl 2009 als Aktivist nach Italien und arbeitet nun seit zwei Jahren in New York bei der Menschrechtsorganisation <a href="https://www.iranhumanrights.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">International Campaign for Human Rights in Iran</a>. Auf technischer Ebene sieht Rashidi das gesamte Projekt vielmehr als eine Art „nationales Intranet“, also wesentlich „kleiner dimensioniert im Sinne eines internen Netzes, das vor fremden Eingriffen geschützt werden soll.“ Auch Rashidi bestätigt den Vorteil der technischen Schnelligkeit und Kosteneinsparung, während er das Problem der virtuellen Kontrolle auf einer ganz anderen Ebene sieht: „Wir Iraner vertrauen der Regierung nicht.“</p>
<h3>Internetzensuren im Iran: technische Sicherheit vs. digitale Apartheid</h3>
<p>Auch wenn iranische Stimmen – wie die des ersten Vize-Präsidenten Irans, Eshagh Jahangiri – beteuern, dass das nationale Internet <a href="http://parstoday.com/de/news/iran-i14122-nationales_internet_in_iran_in_betrieb_genommen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">keine Einschränkung</a> für den Informationszugriff bedeutet, sehen dies Menschenrechtsverteidiger anders. Für die britische Menschenrechtsorganisation <a href="https://www.article19.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Article 19</a> passen internationale Standards der Informations- und Meinungsfreiheit, nach <a href="http://www.un.org/depts/german/menschenrechte/aemr.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Art. 19, UN Menschenrechtskonvention</a>, nicht zum Konzept eines nationalen Datennetzwerkes. In ihrem Anfang 2016 erschienenen <a href="https://www.article19.org/data/files/medialibrary/38315/The-National-Internet-AR-KA-final.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Report</a> zum nationalen Internet-Projekt sehen sie den Schutz der Online-Anonymität und das Recht auf Privatsphäre in Gefahr. Auch bei Reporter ohne Grenzen (<a href="https://www.reporter-ohne-grenzen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ROG</a>) steht der Iran auf der Liste der „<a href="http://12mars.rsf.org/wp-content/uploads/EN_RAPPORT_INTERNET_BD.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Feinde des Internet</a>“. ROG befürchtet seit Jahren ein zweigeteiltes Internet, eine Art „<a href="https://www.reporter-ohne-grenzen.de/presse/pressemitteilungen/meldung/internet-experte-ohne-anklage-in-haft-rog-befuerchtet-digitale-apartheid/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">digitale Apartheid</a>“, in der die Bevölkerung lediglich Zugang zu gefilterten Online-Inhalten hat, während Regierung und religiöse Anführer, wie Ayatollah Ali Khamenei, keine Einschränkung haben.</p>
<p>Auch Michaelsen sieht Gefahren in dem Aufbau eines nationalen Datennetzwerks: „In jedem Fall birgt das Projekt Risiken für den freien Zugang zu Informationen, weil Verbindungen zum World Wide Web besser eingeschränkt, überwacht und gefiltert werden können.“ Kontrolle und Unterdrückung sind besonders aufgrund vergangener Menschenrechtsverletzungen im Iran ein brisantes Thema. So kam es bereits in der Vergangenheit zu Festnahmen von <a href="http://www.sueddeutsche.de/medien/deutsche-journalisten-in-iran-haft-fuer-die-pressefreiheit-1.1053773" target="_blank" rel="noopener noreferrer">JournalistInnen</a> und <a href="http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-05/iran-instagram-models-schleier-strafverfahren-festnahme" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Models</a>. Aufsehen erregte auch der Fall eines <a href="http://www.abendblatt.de/politik/ausland/article107781865/Haeftling-soll-nationales-Internet-im-Iran-aufbauen.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">iranischen Internet-Experten</a>, der ohne Anklage inhaftiert wurde und im Gefängnis als Programmierer für die iranische Regierung arbeiten musste.</p>
<p>Amir Rashidi betont in dem Zusammenhang, dass die Regierung einfach Angst habe vor den westlichen Lebensweisen und Selbstinszenierungen, wie sie durch Instagram, Facebook und Co. ermöglicht werden. Aber wie kommt die Regierung erst an die Leute, die sie verhaften will? „Die Taktik und die gesamte Hacker-Technik der Regierung ist unglaublich simpel“, meint Rashidi. Ob erzwungene Informationen durch InformantInnen oder einfachste Hacking-Angriffe auf Accounts von Störenfrieden des „Halal“ Internet – „die Möglichkeiten der Regierung sind so unglaublich einfach, aber effektiv“, so Rashidi.</p>
<h3>Rouhani und der virtuelle Alltag im Iran</h3>
<p>In der Islamischen Republik Iran haben sich mit Amtswechsel auch virtuelle Regierungsziele verändert: unter Mohammad Chatami und Mahmud Ahmadinedschad wurden bereits Online-Inhalte in großem Umfang gefiltert. Michaelsen stellt aber den entscheidenden Unterschied nach den Wahlen 2009 fest: Nachdem die Bevölkerung soziale Netzwerke und digitale Kommunikation zur Protestförderung nutzte, „hat die iranische Regierung ihre Versuche, das Internet zu kontrollieren und zu überwachen, eindeutig verschärft.“ Nicht nur Amir Rashidi floh zu dieser turbulenten Zeit aus dem Iran, sondern <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/flucht-aus-iran-ueber-die-grenze-und-in-den-westen-a-663465.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tausende reformorientierte IranerInnen</a>. Für Rashidi „hat alles unter Ahmadinedschad begonnen. Die Regierung wurde immer nervöser“ &#8211; es ging schon lange nicht mehr nur um die Zensur von Pornographie und Religiösem. Die politische Online-Nutzung nahm ein neues Ausmaß an. Dabei erinnert sich Rashidi vor allem an ein Video, welches die Regierung möglichst schnell aus dem Netz nahm. Darin sah man inmitten der Aufstände eine tote Frau, die zur „<a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/tote-iran-demonstrantin-neda-die-ikone-des-protests-a-631670.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ikone des Protests</a>“ wurde.</p>
<p>Zur Wahl Rouhanis 2013 kamen vor allem bessere technische Möglichkeiten auf Regierungsseite zu tragen. Michaelsen berichtet, dass der Internetverkehr in „kritischen Momenten <a href="https://iranwire.com/en/features/1653" target="_blank" rel="noopener noreferrer">verlangsamt</a>“ wurde und Rouhani seitdem seinem „<a href="http://politik-digital.de/news/kurswechsel-im-iran-ein-tweet-in-richtung-freiheit-133173/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wahlversprechen</a> von mehr Informationsfreiheit im Internet“ nicht nachgekommen sei. Aus der Distanz betrachtet, stellen wir uns darunter extreme Einschränkungen im Alltag der iranischen Bevölkerung vor. Die deutschgebürtige Iranerin Zonai (25) berichtet aber, dass alle ihre Verwandten und Bekannten im Iran Instagram und Facebook haben. Dem Geo-Blocking im Iran lässt sich einfach über Virtual Private Networks (VPN) oder Tor entkommen. Diese technischen Lösungen sind aber im Gegensatz zu einer Mitgliedschaft in sozialen Netzwerken im Iran nicht erlaubt. Die Umgehung der Zensur via Proxys steht sogar <a href="http://www.heise.de/ct/artikel/Iran-Der-Machtkampf-um-Informationen-2566400.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">unter Strafe</a>. „Über Sanktionen machen sich meine Verwandten keine Gedanken oder es ist ihnen auch gar nicht so bewusst“, erzählt Zonai. Um Kontakt zu halten, schreibt die Studentin keine E-Mails, sondern nutzt Instagram und chattet über die unzensierte App Telegram mit ihren Verwandten im Iran. Auch Rashidi freut sich, dass Telegram mittlerweile mit 20 Millionen NutzerInnen im Iran als populärste Messaging-App fungiert.</p>
<h3>Twitter Halal?</h3>
<p>Auch Twitter ist seit der Wahl 2009 für die iranische Bevölkerung ohne Umwege nicht mehr zugänglich. Repressionen und Propaganda waren die Folge der intensiven Nutzung von Twitter als Informations- und Organisationstool während der Proteste. Die Politiker bleiben aber unbeirrt: im Zuge ihrer eigenen Internetfreiheit twittern Rouhani, Khamenei und Co. – und das sogar über mehrere Accounts und Sprachen. Ausgerechnet die Gegner der virtuellen Welt führen mehrere Accounts auf verschiedenen Netzwerken, wobei sie damit doch theoretisch im Internet Halal niemand in ihrem eigenen Land erreichen dürften. Auch spielte <a href="https://smallmedia.org.uk/media/projects/files/IranVotes_2016.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Twitter in der Parlamentswahl 2016</a> eine wichtige Rolle, weshalb Rashidi der Auffassung ist: „Twitter wird die erste Plattform sein, die die Regierung wieder entblockt. Da bin ich mir sicher.“</p>
<p>Starke Interessendivergenzen bei zensierten Online-Diensten, die bekommt Zonai vor allem zwischen den Altersgenerationen mit: „Die jungen Leute wollen mehr Freiheiten haben, aber die Älteren haben einfach mehr Macht.“ Aber auch insgesamt kann sich Zonai nicht vorstellen, dass irgendwer im Iran ein nationales Intranet, geschweige denn Internet, begrüßen würde. Aus westlicher Perspektive scheinen die Einschnitte in die Menschenrechte alle anderen Vorteile in den Hintergrund zu drängen. Michaelsen betont aber auch, dass das ganze Projekt „von doppeldeutigen Zielstellungen geprägt“ sei, da die Datenspeicherung von Regierung und Administration innerhalb des eigenen Landes „auch ein legitimes Ziel“ ist. In einer Hinsicht gibt auch Rashidi zumindest eine kleine Entwarnung: „Rouhani weiß, dass es keine nationale Entkopplung geben kann, und er will auf keinen Fall eine digitale Isolation von der restlichen Welt – aber ja, Kontrolle will er schon.“</p>
<p>Titelbild: Internet Halal, Iran von <a href="http://politik-digital.de/user/jdonat/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jana Donat</a> / <a href="http://politik-digital.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politik-digital.de</a>, licenced <a href="http://i0.wp.com/politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY SA 3.0</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>US-Wahlkampf: Auf dem Weg zum gläsernen Wähler</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christian-Zsolt Varga]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Aug 2016 12:09:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Medien]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-15"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/image2.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-149964 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/image2.jpg" alt="Registrierung für die CampaignTech Chicago" width="640" height="391" /></a></p>
<p>Daten, Daten und nochmals Daten! Um ihre richtige Verwendung dreht sich fast alles auf der diesjährigen <a href="http://campaigntechchicago.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CampaignTech Chicago</a>. Denn: US-Amerikaner stören sich vergleichsweise wenig an der Verwendung ihre persönlichen Daten. Ob an der Supermarktkasse oder in sozialen Netzwerken &#8211; freimütig füttern sie die Kraken mit ihren personenbezogenen Bits and Bytes.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Die so entstandenen Datenmasse in Kombination mit dem schwach ausgeprägten Datenschutz in den USA rüsten die Wahlkampfstrategen mit einem mächtigen digitalen Marketing-Instrumentarium aus. Denkt man sich dann auch noch die astronomischen Werbebudgets sowie die ultra-kompetitive politische Kultur der USA hinzu, eröffnet sich ein komplett neues Wahlkampf-Universum.</p>
<p>Tatsächlich hat Big Data bereits in den letzten Jahren die Art und Weise, wie in den USA Wahlkampf geführt wird, auf den Kopf gestellt. Nach der erfolgreichen Obama-Kampagne von 2008 sprach man von einer „Facebook“-Wahl, also vor allem über das mobilisierende Potential von Social Media. Bereits damals wurden mit ausgefeilten digitalen Methoden des Datensammelns und Datenauswertens, welche die Erstellung von neuartigen Wählerprofilen ermöglichten, die ersten Grundsteine für den Erfolg der der zweiten Kampagne Obamas zur Widerwahl 2012 gelegt &#8211; welche deshalb in der Branche auch als die erste <a href="https://www.technologyreview.com/s/509026/how-obamas-team-used-big-data-to-rally-voters/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Big Data“-Wahl</a> gilt.</p>
<p>Damals gelang es Obamas Polit-Tech-Pionieren die verschiedensten Datensätze so aussagekräftig zusammenzufügen, dass sie Wahlausgänge oftmals wesentlich genauer vorhersagten, als die mit klassischen Methoden operierenden Umfrageinstitute.</p>
<p>Besonders beim Aufspüren der für den Wahlerfolg entscheidenden unentschlossenen Wähler in den Swing-States – dem sogenannten „voter targeting“ &#8211; entfalteten die neuen Methoden ihr volles Potential. Diese wichtigen Wählergruppen konnten nun mit präzise auf sie abgestimmten politischen Botschaften ins Visier genommen werden.</p>
<blockquote>
<p>“We are soon going to get to the point where the targeting technology is so good that if I am sitting in the campaign office and I say `I want to get this specific message on the economy to Joe Smith, this specific Ohio voter’, I can actually do that.”  (Shane D’Aprile, Miteigentümer von Campaigns &amp; Elections)</p>
</blockquote>
<p>Der Fokus der Branche lag in den letzten vier Jahren dementsprechend auf der technischen Fortentwicklung und Perfektionierung dieses data-driven voter-targetings. Neu und in vollem Gange ist hier vor allem die <a href="http://www.wired.com/insights/2013/05/election-2016-marriage-of-big-data-social-data-will-determine-the-next-president/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Verschmelzung von Big Data und Social Data</a>, also die Fusion von kommerziellen oder öffentlich zugänglichen demographischen Daten mit denen aus sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter, die über die persönlichen Präferenzen und Verhaltensweisen (wie z.B. „Likes“) der Individuen Auskunft geben.</p>
<p>Eine für digitale Wahlkampfstrategen unwiderstehliche Kombination, auf deren Basis sie in Zukunft nicht nur das individuelle Wahlverhalten von Wählern erkennen, sondern &#8211; mit hoch individualisierter Ansprache – auch in die gewünschte Richtung lenken möchten. <a href="https://www.washingtonpost.com/blogs/monkey-cage/wp/2015/07/01/the-real-story-about-how-data-driven-campaigns-target-voters/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Diese Entwicklungen sehen aber natürlich nicht alle so optimistisch</a>.</p>
<p>Titelbild: Registrierung für die CampaignTech Chicago von <a title="Christian-Zsolt Varga" href="http://politik-digital.de/user/czsoltvarga/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Christian-Zsolt Varga</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-15" data-row="script-row-unique-15" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-15"));</script></div></div></div>
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		<title>Soziale Medien als Krisenmanager</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Carlotta Duken]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Aug 2016 15:30:34 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Es ist eine Hassliebe: Twitter und Facebook, die uns in Krisensituationen zeigen, dass unsere Freunde und Familie in Sicherheit sind [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/PaixPourParis.png"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-149951 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/PaixPourParis.png" alt="Trauer nach dem Paris-Anschlag" width="640" height="384" /></a>Es ist eine Hassliebe: Twitter und Facebook, die uns in Krisensituationen zeigen, dass unsere Freunde und Familie in Sicherheit sind und gleichzeitig vor Fehlinformationen überlaufen. Sie vergewissern und verunsichern &#8211; und sind inzwischen fester Bestandteil von modernem Krisenmanagement.</p>
<p>Dass Twitter und andere Instant-Messenger uns im Sekundentakt über jede neue Entwicklung in Krisensituationen wie Anschlägen oder Naturkatastrophen auf dem Laufenden halten, ist nicht neu. Mit Kurznachrichten von maximal 140 Zeichen, die jeder von überall verschicken kann, setzen sich in Gefahrensituationen oft Lawinen von Augenzeugenberichten, Spekulationen und Meinungen im Netz frei. Diese Tweets enthalten häufig Informationen, von denen JournalistInnen und andere Medien noch gar nichts wissen. Neu ist also nicht die Tatsache, dass soziale Medien für moderne Berichterstattung essenziell geworden sind &#8211; jedoch aber die Debatte über die Risiken und Herausforderung ihrer Nutzung, die seit Nizza und München neu entfacht ist.</p>
<h3>ReputatioLab: So twittert die Welt während eines Terroranschlags</h3>
<p>In einer detaillierten Analyse untersuchte das französische “<a href="http://www.reputatiolab.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ReputatioLab</a>“, wie sich Krisenmeldungen über Twitter entfalten und wie dabei Gerüchte und Falschmeldungen entstehen. Das „ReputatioLab“ steht unter der Leitung des Kommunikationswissenschaftlers <a href="http://www.reputatiolab.com/nicolas-vanderbiest-2/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nicolas Vanderbies</a>t. Für die Analyse wertete der Forscher sämtliche Tweets aus, die während und nach den Attentaten von Charlie Hebdo, Paris, dem Thalys Zug und Nizza veröffentlicht wurden. Die Auswertungen zeigen, dass sich der Informationsfluss und die Stimmungslage der Twitter-Nutzer in sechs verschiedene Phasen einteilen lassen.</p>
<p>In der ersten Phase besteht ein recht neutraler Informationsaustausch. Kurz nach den ersten Schüssen oder einer Explosion weiß noch niemand, was gerade passiert. Es geht um Fakten, keine Spekulationen. Zum Beispiel von <a href="https://twitter.com/BWBreaking" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BW Breaking News</a> in Nizza: „<a href="https://twitter.com/BWBreaking/status/753734832908369920" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mindestens 60 Tote und mehr als 100 Verletzte auf der Promenade der Engländer</a>“. In der zweiten Phase folgen emotionale Beiträge. Nach den Paris-Anschlägen lautete ein Tweet von <a href="https://twitter.com/BayouSarr" target="_blank" rel="noopener noreferrer">@Bayou Sarr</a> „<a href="https://twitter.com/BayouSarr/status/665325087109726210?ref_src=twsrc%5Etfw" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Un Carnage &#8230; Choqué , écœuré, abasourdi et triste …#Catastrophique</a>“ (Ein Blutbad…schockiert, angewidert, benommen und traurig…#Katastrophal). Die dritte Phase nennt sich „Transitionsphase“ und zeigt eine Vermengung der ersten beiden Phasen: faktische und emotionsgeladene Tweets. Informationen und neue Meldungen fließen schneller als zuvor.</p>
<p>In der vierten Phase findet eine Rationalisierung der Geschehnisse statt: die Menschen fangen an, das Ausmaß des Schreckens zu begreifen. Oft gibt es inzwischen verifizierte Informationen von der Polizei oder anderen offiziellen Stellen. Die Menschen fangen an, sich zu organisieren. In Paris, Nizza und München wurde der Hashtag #offenetür geteilt. Diese Phase charakterisiert sich also meistens durch ein positives Gefühl von Zusammenhalt und Solidarität. In der fünften Phase mischen sich verschiedene Interessen ins Geschehen. Einerseits Interessen an den genauen Umständen und Hintergründen zu den Gewalttaten: wer, was, warum und mit welchen Konsequenzen? Leider gibt es aber auch genug Menschen, die diesen Moment im Eigeninteresse nutzen: zum Beispiel tweeten Leute unter den umlaufenden Hashtags, um die eigene Follower-Anzahl zu erhöhen und sich selbst zu vermarkten. Zuletzt folgt eine Phase der „Desorganisation“, in der Gegenmeinungen laut werden. Nach Charlie Hebdo war das in der sechsten Phase „JeNeSuisPasCharlie“ oder nach Nizza wurde das #PrayforNice als zu religiös kritisiert. Auch Verschwörungstheorien nehmen zu, wie vom Nutzer <a href="https://twitter.com/La_Pollice" target="_blank" rel="noopener noreferrer">@La_Pollice</a>, der die Amerikaner, die durch ihr beherztes Eingreifen ein Massaker im Thalys-Zug verhindern konnten, als <a href="http://www.apple.com/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spione</a> bezeichnete.</p>
<h3>Sind wir auf Twitter alle Journalisten?</h3>
<p>Die Analyse von ReputatioLab zeigt: trotz des Wankelmuts von sozialen Medien scheint es Muster zu geben, die sich in der Kommunikation von Krisensituationen wiederholen. Welchen Mehrwert haben Twitter und Co. aber für die Verbesserung von Krisenmanagement?  Laut Bundesinnenministeriums gibt es vier Grundsätze in der <a href="http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/2008/Krisenkommunikation.pdf?__blob=publicationFile" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Krisenkommunikation</a>: Schnelligkeit, Wahrhaftigkeit, Verständlichkeit und Konsistenz. Abgesehen vom Tempo der Meldungen, die im Fall von Terroranschlägen im Minutentakt veröffentlicht werden, erfüllen Soziale Medien diese Kriterien kaum. Im Gegenteil: nach dem Terrorakt von Nizza und dem Amoklauf in München wurde besonders viel Kritik an der Masse der Falschinformationen und Inkonsistenz der Aussagen laut. Jeder kann das Netz mit Informationen fluten. Das ist Segen und Fluch zugleich.</p>
<p>Normale BürgerInnen werden auf Twitter zu AktivistInnen, die Stellung beziehen und sich engagieren. Bei dem Paris-Attentat startete ein 15-Jähriges Mädchen den Hashtag <a href="https://twitter.com/recherchepariis" target="_blank" rel="noopener noreferrer">#RechercheParis</a>, um die Suche nach Vermissten zu organisieren. Im Fall des verhinderten Attentats im Thalys Zug im August 2015 waren es die Meldungen eines Unbeteiligten, der die Welt über Neuigkeiten der Ereignisse auf dem Laufenden hielt. Der Twitter-Nutzer <a href="https://twitter.com/FreedomFilmLLC" target="_blank" rel="noopener noreferrer">@FreedomFilmLLC</a> saß selbst nicht im Zug, aber hatte einen mitreisenden Freund, von dem er Informationen erhielt, die er dann über Twitter &#8211; sozusagen per Livestream &#8211; teilen konnte. Erst nachdem der Zug am Bahnhof von Arras angehalten wurde, erschien eine erste Stellungnahme des Thalys und Berichte von Journalisten. Die Überwältigung des Attentäters war da bereits passiert und von @FreedomFilmLLC mit Fotos auf Twitter öffentlich gemacht.</p>
<h3>Gerüchte, Falschmeldungen und Katzenbilder</h3>
<p>Aber nicht alles ist gut und hilfreich, was in Ausnahmesituationen über Twitter und Facebook geteilt wird. Die meisten Hashtags sind sehr kurzlebig; innerhalb weniger Stunden kommen neue dazu und alte werden ersetzt. Den Überblick zu behalten ist manchmal gar nicht so leicht. In Nizza war es nach kurzer Zeit schwierig, Informationen über #Nice zu finden. Stattdessen wurden Informationen unter #AttentateNice oder #NiceAttentat weiter verbreitet. Gerade in Nizza und München gab es außerdem große Probleme mit Falschmeldungen, die im Netz kursierten. In Nizza war fälschlicherweise die Rede von Geiselnahmen im Buffalo Grill Restaurant und Meridian Hotel. In München spekulierte man über drei Täter und weitere Schüsse in der Innenstadt, was wiederum bei vielen Menschen Panik auslösten. ReputatioLab spricht in diesem Zusammenhang über einen Ansteckungseffekt. Mit nur einem Klick teilt man den Tweet einer anderen Person, den dann wiederum die eigenen Follower sehen und weiter teilen können. Das ist einfacher, schneller, aber auch oft unüberlegter als Mundpropaganda. Aus Annahmen und einzelnen Spekulationen über Schüsse werden im Netz schnell vermeintliche Tatsachen, obwohl der Ursprung eines Gerüchts oft auf wenige Personen zurückgeführt werden kann.</p>
<p>Falschinformationen, die im Netz kursieren, sind gefährlich. Für die Menschen selbst bedeuten sie Verunsicherung und Angst oder können sogar zu Fehlverhalten führen, beispielsweise die falschen Plätze zu meiden oder Massenpaniken zu erzeugen. Polizeiarbeit wird durch Gerüchte behindert, da sie aktiv dagegen steuern müssen, um weiteres Chaos zu verhindern. Städte, die von einem Attentat getroffen werden, befinden sich bereits im Ausnahmezustand. Wenn mehrere Polizeifahrzeuge zu einem Einsatz ausrücken, der sich als falsch herausstellt, könnten diese Kräfte an einer entscheidenden Stelle fehlen. In München laufen seit dem Amoklauf <a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/amoklauf-in-muenchen--taeter-erschoss-sich-schon-um-20-30-uhr---kontakt-mit-polizisten-6977208.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ermittlungen</a> gegen die möglicherweise bewusste Streuung von Gerüchten, sowohl im Netz als auch per Anruf bei Polizeistationen. Jedoch ist nicht nur das Teilen von Falschmeldungen gefährlich, sondern auch die Verbreitung von echten Informationen kann die Ermittlungen der Polizei erschweren oder sogar benachteiligen. Um Diskussionen über aktuelle Ermittlungsstände zu vermeiden und den Attentätern nicht in die Hände zu spielen, wurden im Anschluss an die Brüssel-Anschläge unter dem Hashtag #BrusselsLockdown kurzerhand tausende <a href="http://www.bbc.com/news/world-europe-34897645" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Katzenbilder</a> von Twitter-Nutzern geteilt.</p>
<h3>Wie man mit den neuen Herausforderungen umgeht</h3>
<p>Zwar scheinen Behörden und Staat zunächst machtlos gegen diese Informationswut im Netz, aber inzwischen haben sie auch etwas entgegenzusetzten. Um Falschmeldungen im Keim zu ersticken, rief die Polizei München unmittelbar auf Twitter dazu auf, keine Gerüchte weiterzuverbreiten und <a href="https://twitter.com/polizeimuenchen/status/756862894147592192" target="_blank" rel="noopener noreferrer">drohte mit Konsequenzen</a>. Generell wurde die Arbeit der Münchner Polizei an diesem Abend hoch gelobt &#8211; im analogen und digitalen Sinne. Mit regelmäßigen Nachrichten für die Bürger sorgte sie dafür, Chaos und Panik zu begrenzen. Alle Meldungen wurden in verschiedenen Sprachen übersetzt.</p>
<p>Dennoch bleibt die Informationsverarbeitung in soziale Medien in Krisensituationen schwierig. Informationen sollen schnell fließen, aber dennoch glaubhaft sein. Twitter kann dabei vieles, was konventionelle Nachrichtenportale nicht können. Zum Beispiel Zusammenhalt beweisen, indem man mithilfe von Hashtags Solidarität mit möglichen Opfern, Angehörigen und Menschen vor Ort bekundet. Auch kann Twitter organisieren und koordinieren, was die Suche nach Vermissten oder nach Unterkünften in Paris, Nizza und München zeigte. Zuletzt nutzen wir das Netzwerk als schnelle Informationsquelle, das oft noch vor anderen Online-Medien Neuigkeiten bietet. Allerdings steht jeder Nutzer vor der Herausforderung, richtige von falschen Informationen zu unterscheiden und selbst verantwortungsvoll mit Hinweisen umzugehen.</p>
<p>Die meisten Menschen halten sich auch heute noch an traditionelle Medien, wie die Tagesschau, wenn sie sich gewissenhaft informieren wollen. Aber auch hier spielen soziale Netzwerke eine immer größere Rolle in der Nachrichtenverarbeitung und Verbreitung und auch das birgt Probleme in sich. Im Zuge des Attentats in München, wurde die teilweise ungefilterte und schnelle Verbreitung von Informationen aus sozialen Netzwerken durch traditionelle Medien im Nachhinein scharf kritisiert. In jedem Fall braucht es neben der Möglichkeit sich über soziale Medien zu informieren weiterhin Alternativen in der Krisenkommunikation, die möglichst schnell und effektiv viele Menschen, erreichen können. Und doch wird Twitter eine Schlüsselrolle in zukünftiger Krisenkommunikation spielen, als schneller, direkter und authentischer Informationskanal, auf den alle Menschen zugreifen können.</p>
<p>Titelbild: <a href="https://www.flickr.com/photos/the_apex_archive/22427762543/in/album-72157661209640592/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">15115_025 &#8220;Paix pour Paris&#8221;</a> von <a href="https://www.flickr.com/photos/the_apex_archive/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">The Apex Archive</a> via <a href="https://www.flickr.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr</a>, licenced <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-NC-ND 2.0 </a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Ecclesia 2.0 – Ein Like für die frohe Botschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan Raab]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Jul 2016 08:26:32 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Petrus und die Fischer am See Genezareth warfen einst ihre Netze aus. Darauf sprach Jesus: „Folgt mir nach, ich will [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Pope-Francis-Korea.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-149776 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Pope-Francis-Korea.jpg" alt="" width="639" height="312" /></a>Petrus und die Fischer am See Genezareth warfen einst ihre Netze aus. Darauf sprach Jesus: „Folgt mir nach, ich will euch zu Menschenfischern machen“. Heute ist das digitale Netz überall. Es ist allumfassend, was katholisch im Griechischen bedeutet. Über Glauben in Zeiten der digitalen Revolution sprachen wir mit dem Studenten der katholischen Theologie Andreas Feil.</p>
<h3>#Data unser- Unsere täglichen Bites gib uns heute</h3>
<p>„Liebe Freunde! Gerne verbinde ich mich mit euch über Twitter. Danke für die netten Antworten. Von Herzen segne ich euch&#8221;, waren die ersten 120 Zeichen, mit denen der emeritierte Papst Benedikt XVI seine Follower am 12. Dezember 2012 begrüßte.</p>
<p>Damit war die katholische Kirche offiziell im digitalen Zeitalter angekommen. Angefangen von einer kleinen jüdischen Sekte hat sich die christliche Gemeinschaft zu einer Weltkirche gewandelt. In dieser Funktion stand und steht sie stets vor der Aufgabe, für ihre Gläubigen Antworten auf gesellschaftliche Entwicklungen zu bieten.</p>
<p>Bereits früh hatte der Heilige Stuhl das Potenzial der neuen Technologien erkannt und schon 1995 eine eigene Webpräsenz eingerichtet. Mittlerweile ist der Papst sogar auf <a href="https://www.instagram.com/franciscus/?hl=de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Instagram</a>. Die digitale Revolution hält auch in den alten, traditionellen Strukturen der kirchlichen Instanzen Einzug. Jeder gläubige oder interessierte User kann auf <a href="https://www.franziskusdererste.eu/de/papst-franziskus/pope-app" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PopeApp</a> am Leben und Wirken von Papst Franziskus teilhaben.</p>
<p>Ob der Gottesdienst direkt auf dem Smartphone mit <a href="http://www.ibreviary.org/en/ibreviary/what-is-the-ibreviary.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ibreviary</a>, Innehalten für ein kurzes Gebet auf sacred space oder <a href="https://www.jesuiten.org/angebote/online-fuerbitte.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Online Fürbitten</a>: Glaube und Internet verschmelzen. Der Vatikan hat sogar einen päpstlichen Rat für die sozialen Kommunikationsmittel eingerichtet. Eines der führenden Mitglieder dieses Gremiums ist der Jesuitenpater Antonio Spadaro. Unter anderem hat der Geistliche das Feld der Cybertheologie begründet und betreibt nun eine <a href="http://www.cyberteologia.it/)" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Onlinezeitung</a> mit gleichen Namen.</p>
<h3>Wie im digitalem so auch hier und jetzt &#8211; Gemeinschaft leben</h3>
<p>Diese Entwicklung sieht der Student der katholischen Theologie Andreas Feil sehr positiv. Für sein Studium nutzt er die sozialen Medien. In gemeinsamen Facebookgruppen koordinieren sich die Theologiestudenten, informieren einander über Ereignisse rund um das Unileben. Sie nutzen die Gruppen aber auch, um darin einen Diskurs über politische, gesellschaftliche Fragen und die Rolle des Glaubens zu führen.</p>
<p>Neuerungen wie Predigten zum Nachlesen befürwortet er, da die Gläubigen eingeladen werden, noch einmal nachzulesen und sich selbst Gedanken zu machen. Feil betont: „Innovationen wie einem twitterenden Papst bin ich sehr aufgeschlossen.“ „Der Papst wird für jeden Menschen zugänglich, jeder kann einen Zugang zu ihm finden“, lobt der angehende Theologe diesen Schritt. Dies sei ein wichtiger Schritt zu einer demokratischeren Kirche, die für ihre Gläubigen verständlicher, näher wird, bewertet er diese Entwicklungen.</p>
<p>Aber in einem Zeitalter der grenzlosen Kommunikation drohen wahre soziale Bindungen zugunsten der Anonymität des Internets verloren zu gehen. Es gibt Menschen, die haben tausend Facebookfreunde. Viele sind trotzdem einsam. Der Linzer Theologie Franz Kaineder meint gar, Facebook habe den Begriff Freunde verzerrt, viel eher handle es sich oft eher um Bekannte, die jeder und jede im Laufe des Lebens ansammle.</p>
<p>Ähnlich sieht dies auch Andreas Feil. Zwar ermöglichen die sozialen Medien eine schnelle Kontaktaufnahme. In dieser Eigenschaft seien die sozialen Medien nützliche Kontakte, um schnell und einfach Menschen anzusprechen. Jedoch bemängelt der angehende Theologe, dass eine zunehmend rein virtuelle Kommunikation zu einer Verflachung der allgemeinen Qualität der Kommunikation führe. „Die Kirche versteht sich als eine Gemeinschaft. Soziale Medien können den ersten Schritt in diese Gemeinschaft legen, aber es sollte immer zu einem persönlichen Kontakt kommen“, findet er. „Nur durch die unmittelbare persönliche Anwesenheit nicht mittelbar durch einen Bildschirm lassen sich die heiligen Sakramente erfahren“, führt er weiter aus.</p>
<h3>Dein Post in Gottes Ohr</h3>
<p><strong> </strong>Trotz dieses Updates verlassen jedes Jahr tausende von Gläubigen die Gemeinden. Allein 2015 sind in Deutschland wieder mehr als 200.000 Personen aus der Kirche ausgetreten, wenden sich von ihr ab. Es scheint, als ob die Digitalisierung des Glaubens die Menschen nicht für den Glauben begeistern kann. Es stellt sich die Frage, woran das liegt. Eine Frage, die man beispielsweise Papst Franziskus auf <a href="http://askpopefrancis.scholasoccurrentes.org/pope-francis-en-gb/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">AskpopeFrancis</a> stellen könnte.</p>
<p>„Die wirkliche Weisheit, die aus der Reflexion, dem Dialog und der großherzigen Begegnung zwischen Personen hervorgeht, erlangt man nicht mit einer bloßen Anhäufung von Daten, die sättigend und benebelnd in einer Art geistiger Umweltverschmutzung endet“, gab das geistige Oberhaupt der katholischen Kirche in seiner Enzyklika Laudato Si eine erste Antwort.</p>
<p>„Eine Onlinekirche kann ich mir nicht vorstellen“, meint Andreas Feil. „In 2.000 Jahren Kirchengeschichte war die Kirche stets die gesellschaftliche Macht, sie musste sich selbst kaum hinterfragen und auf die Menschen zugehen. Das hat sich geändert“, stellt Feil fest. Viele Menschen hätten zwar den Glauben durch Religionsunterricht und kirchliche Feste erlebt, aber keine persönlichen Glaubenserfahrungen gemacht, wie er bedauert. Genau hierin sieht der angehende Theologe die Ursachen für die steigende Zahl an Kirchenaustritten. „Die neuen Technologien können dazu eingesetzt werden, um die Menschen wieder zu erreichen. Ich wünsche mir eine Kirche, die auf die Menschen zugeht, sie in ihren Nöten und Wünschen begreift und zu Christus bringt“, so Feil.</p>
<p>In Zukunft wird die Vernetzung immer weiter voranschreiten. Immer mehr Bereiche unseres Alltags werden auch oder nur noch im Netzt stattfinden. Das Internet wird zum digitalen Abbild unseres realen Lebens. Dies bringt auch neue Gefahren wie Shitstorms, Hatespeech oder Cybermobbing mit sich. Hier wünscht sich Feil, dass sich die katholische Kirche mit ihren Werten und Idealen dafür einsetzt, den Menschen auch im Netzt zu achten und zu schützen. „Wir müssen die neuen Technologien begreifen, können sie für uns und unseren gemeinsamen Glauben weise einsetzten, jedoch dürfen wir uns nicht durch die Technologie dominieren lassen“, liegt ihm am Herzen.</p>
<p>Es zeigt sich, die katholische Kirche hat ihr digitales Netz neu ausgeworfen. Papst Franziskus versucht, einen neuen unmittelbaren Zugang zu den Gläubigen und dieser untereinander zu finden. Die Zeiten ändern sich und die Gläubigen mit ihnen. In einer Institution, die häufig von Hierarchien und Machtgefällen geprägt zu sein scheint, ermöglichen es Twitter, Apps und Smartphones, eine neue Verbindung der Gläubigen mit ihrer Kirche einzugehen. Menschen sind kritischer gegenüber Behörden und Einrichtungen geworden. Dies erfordert ein Umdenken und eine Umstellung in den Köpfen vieler Kirchenvertreter. Papst Franziskus stößt diese Reformen mit an. Die Kirche (2.0) wird digitaler, ermöglicht es immer mehr Menschen daran teilzuhaben, kann jeden mitnehmen. Das wünscht sich auch Feil. „Nicht nur Bischöfe und Priester sollen den Glauben leben, sondern jeder soll, egal ob im Netz oder in der Realität sein spirituelles Lebensglück finden.“</p>
<p>Die Zeit bleibt nicht stehen, die Gesellschaft wird sich durch das Internet und die erst angebrochene digitale Revolution weiter verändern. Für die Zukunft der katholischen Kirche erhofft sich Andreas Feil: „Ich wünsche mir eine Kirche, die in den Herzen der Menschen erwacht, eine Kirche, die sich nach Christus ausrichtet. Die Kirche soll Glauben und Hoffnung in die Welt bringen, die Menschen in einer Gemeinschaft, ob virtuell oder real, vereinen.“</p>
<p>Es bleibt zu hoffen, dass die <a href="http://www.santatecla.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Heilige Tecla</a>, die Schutzpatronin des Internets, diese Wünsche erhört.</p>
<h3>Alle Artikel der Sommerreihe</h3>
<p><em>Prolog:</em> <a title="Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel" href="http://politik-digital.de/news/religion-und-internet-glaube-im-digitalen-wandel-149744/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel</a><br />
<em>Teil 1:</em> <a title="Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media" href="http://politik-digital.de/news/auf-einer-wellenlaenge-mit-gott-zwischen-godspots-und-social-media-149751/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media</a><br />
<em>Teil 2:</em> Ecclesia 2.0 &#8211; Ein Like für die frohe Botschaft<br />
<em>Teil 3:</em> <a title="Judentum und Internet – 613 Mitzwot und einen digitalen Sabbat" href="http://politik-digital.de/news/judentum-und-internet-613-mitzwot-und-einen-digitalen-sabbat-149842/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Judentum und Internet- 613 Mitzwot und einen digitalen Sabbat<br />
</a><em>Teil 4: </em><a title="Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird" href="http://politik-digital.de/news/fatwas-on-the-internet-wenn-der-glaube-digital-wird-149890/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird</a><br />
<em>Teil 5:</em> <a title="Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen" href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-korea-digitalisierte-traditionen-149874/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen</a></p>
<p><span class="licensetpl_attr">Titelbild: <a href="https://www.flickr.com/photos/koreanet/14929855461/in/album-72157646006317609/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Papst Franziskus in Korea</a> by <a href="https://www.flickr.com/photos/koreanet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Republic of Korea </a>via <a href="https://www.flickr.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr</a></span><span class="licensetpl_attr"> licenced <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA</a><br />
</span></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Digitale Diplomatie: Außenpolitik im Wandel</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/digitale-diplomatie-aussenpolitik-im-wandel-149718/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Carlotta Duken]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Jul 2016 13:26:42 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Schweden und Dänemark trollen sich auf Twitter, Israel schickt Snapchats und Finnland kreiert eigene Emojis –Digitalisierung trifft auf Diplomatie. Während [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/auswärtiges-amt-hellblau.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-149719 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/auswärtiges-amt-hellblau.jpg" alt="Auswärtiges Amt" width="640" height="280" /></a><br />
Schweden und Dänemark trollen sich auf Twitter, Israel schickt Snapchats und Finnland kreiert eigene Emojis –Digitalisierung trifft auf Diplomatie. Während „eDiplomacy“ mehr Möglichkeiten für Transparenz und Dialog mit der Bevölkerung eröffnet, stellt es Staaten auch vor neue Herausforderungen und Risiken.</p>
<p>Diplomatie galt bislang als Kunst des bedachten Verhandelns und Vermittelns. Diplomatisches Geschick im 21. Jahrhundert bedeutet jedoch auch, Schritt zu halten mit dem Tempo gesellschaftlicher Veränderungen, die sich nun einmal überwiegend online abspielen. Lässt sich deutsche Außenpolitik in 140 Zeichen erklären? Wahrscheinlich nicht. Doch obwohl wichtige Gespräche und Verhandlungen weiterhin hinter verschlossenen Türen stattfinden, ergänzen soziale Medien nun die Palette diplomatischer Werkzeuge.</p>
<p>Unter „Digital Diplomacy“ oder „eDiplomacy“ versteht man die Nutzung neuer Kommunikationswege, um diplomatische Ziele zu erreichen. Die Studie <a href="http://twiplomacy.com/blog/twiplomacy-study-2016/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Twiplomacy&#8221;</a> (2016)  fand heraus, dass Twitter als beliebtestes Medium insgesamt 793 Twitter-Accounts von Regierungen und Staatschefs umfasst, die sich auf 173 Länder verteilen. Weitere beliebte Netzwerke sind Facebook, genutzt von 169 Ländern, gefolgt von YouTube, Instagram und anderen Plattformen wie Google+, LinkedIn oder Snapchat.</p>
<p>Kein Land kann es sich leisten, das Potenzial von Social Media für außenpolitische Zwecke zu ignorieren. Als erstes Land erkannten das die USA, die bereits früh in digitale Technologien ihrer Auslandsvertretungen investierten. Als Pioniere der digitalen Diplomatie brachte das amerikanische Außenministerium im Jahr 2006 ein eigenes „Diplopedia“ auf den Weg, eine komprimierte Online-Sammlung von diplomatischem Wissen, das den Austausch und die Erweiterung von Informationen erleichterte und beschleunigte.  Auch das Auswärtige Amt verstärkt seine Präsenz im Netz und zählt derzeit etwa 365,000 Twitter-Anhänger. Seit diesem Jahr hat es sogar einen Instagram Account, der von Frank-Walter Steinmeier mit einem <a href="http://www.shz.de/deutschland-welt/netzwelt/freshness-ist-alles-frank-walter-steinmeier-wird-hip-auf-instagram-id13910057.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Video</a> und den Begrüßungsworten „Hey Ladies and Gentlenerds“ eingeweiht wurde.</p>
<h3>Was Digitale Diplomatie wirklich verändert</h3>
<p>Wie wirksam ist eDiplomacy tatsächlich? Für Außenministerien und Diplomaten bedeutet eine Social Media Präsenz zunächst, die eigene Sichtbarkeit und somit Relevanz für den Normalbürger zu erhöhen. Wenn also der derzeitige deutsche Botschafter in London über Twitter der Wimbledon Gewinnerin Serena Williams gratuliert oder wenn Barack Obama zu einer „Ask Me Anything“ Session auf Reddit einlädt, macht sie das nicht nur sympathisch, sondern beweist auch Mediengeschick und Bürgernähe. Neben ihrer traditionellen Rolle als Regierungsbeauftragte werden Diplomaten durch neue Medien zu Bürgerbeauftragten. Es entsteht ein Dialog mit der Zivilgesellschaft, den die konventionelle Diplomatie nicht kennt.</p>
<p>Letztendlich profitieren – im Idealfall &#8211; beide Seiten von diesem Dialog: Bürger können mitdiskutieren, kritisieren und vielleicht sogar politischen Einfluss nehmen; Botschaften verstehen eher die Sorgen und Bedenken der jeweiligen Landesbevölkerung und können eigene Informationen effektiver verbreiten, ohne den Umweg über die Presse zu nehmen. Die Nutzweise digitaler Medien variiert dabei stark: während einige Länder vor allem das eigene Land bewerben und kulturelle Botschaften verbreiten, propagieren andere die politische Sichtweise der Regierung. Allerdings gibt es noch andere Situationen, in denen sich Plattformen wie Twitter und Facebook bezahlt machen können. In Krisensituationen wie zum Beispiel 2012 bei dem Hurrikane Sandy machten viele Botschaften von sozialen Medien Gebrauch, um mit der Diaspora ihres Landes Kontakt aufzunehmen, und dessen Wohlbefinden zu überprüfen.</p>
<p>Fraglich bleibt, wie viel mehr Kommunikation und Interaktion durch diese neuen Formen der digitalen Diplomatie geschaffen werden. Zwar kann jetzt jedermann dem Außenminister seine Meinung tweeten, unklar ist aber, ob dies politische Auswirkungen hat. Viel mehr verdienen soziale Medien ihren Wert für die Diplomatie in ihrer Rolle als Stimmungsbarometer der Gesellschaft. Sowohl im außenpolitischen als auch im nationalen Kontext hat die Netzmeinung Bedeutung, zum Beispiel, um sozial-politisches Konfliktpotenzial bereits im Vorfeld zu analysieren. Im Gegenzug können Staaten jedoch auch das undemokratische Potenzial der neuen Medien nutzen, um Propaganda und Falschinformationen zu verbreiten oder Meinungen zu unterdrücken.</p>
<h3>Neue Herausforderungen: schnell, authentisch, präzise</h3>
<p>Die Nutzung neuer Medien verlangt auch Anpassungsfähigkeit: Gilt traditionelle Diplomatie doch als Kunst der besonnenen Worte, verlangen Twitter und Co. hingegen nach Schnelligkeit und Schlagfertigkeit. Michael Roth, der Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt, sagte in einem Interview auf <a href="http://blog.telekom.com/2015/12/17/diplomatie-braucht-trotz-internet-geschuetzte-raeume/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Netzgeschichten</a>, dass er „viel stärker als früher mit Wünschen, Forderung und Kritik konfrontiert wird“. Dass die Möglichkeit der schnellen Reaktionsfähigkeit auch neue Herausforderungen mit sich bringt, bewies der unglückliche Fehler der Russischen Botschaft aus London, die im Mai diesen Jahres als Foto für einen <a href="https://twitter.com/russianembassy/status/730701444823826432" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tweet</a> über einen mit chemischen Waffen geladenen Lastwagen der Extremisten in Aleppo ein Screenshot aus einem Computer-Spiel verwendeten und anschließend viel Spott dafür ernteten.</p>
<p>Neue Medien bedeuten auch eine neue, junge Zielgruppe mit anderen Interessen und Sprachgebrauch. Der Grat zwischen hipp, authentisch und doch präzise und politisch korrekt ist schmal. Nach dem Brexit erhielt folgender Tweet  des Auswärtigen Amts vor allem positive Reaktionen: „<a href="https://twitter.com/AuswaertigesAmt/status/746422386598223872?ref_src=twsrc%5Etfw" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wir gehen jetzt in einen irischen Pub und betrinken uns. Ab morgen arbeiten wir dann wieder für ein besseres <span style="text-decoration: line-through;">#</span>Europa. Versprochen!</a>“</p>
<p>Noch aber befinden sich die meisten Länder im Frühstadium ihrer digitalen Kommunikation. Das derzeitige Online-Angebot ausländischer Vertretungen ist bereits riesig, aber dadurch oft unübersichtlich. Während manche Botschaften mit eigenen Accounts arbeiten, sind es in anderen Fällen spezifische Programme oder Einzelpersonen der Regierung, die auf Twitter oder Facebook auftreten. Auch an den richtigen Medienstrategien mangelt es so manchen Botschaften, da verschiedenen Plattformen ihre eigenen Zielgruppen haben und damit einhergehend daher auch individuelle Taktiken verlangen. In der Nutzung neuer digitaler Plattformen für Auslandsvertretungen ist Deutschland im Ländervergleich nur Mittelmaß und liegt hinter den skandinavischen Ländern und Großbritannien. Laut Anja Türkan, der Digital Diplomacy Expertin des Auswärtigen Amts, hängt das schlechte Abschneiden unter anderem mit den relativ strikten Hierarchien im Auswärtigen Amt zusammen, die den digitalen Wandel in Deutschlands Außenpolitik entschleunigen.</p>
<h3>Risiken und Zukunft der eDiplomacy</h3>
<p>Ganz ohne Risiken funktioniert die digitale Reform der Diplomatie leider nicht. Die Öffentlichkeit im Netz verlangt nach schnellen Reaktionen und klaren Antworten. Das ist Neuland für die konventionelle Diplomatie, die sonst höchstüberlegt und unter vier Augen über die Bühne geht. Dass man sich in ungewohntem Terrain auch schneller Fehler leistet, zeigen Beispiele diplomatischer Fauxpas im Internet, wie der erwähnte Tweet der Russischen Botschaft oder aber das per Photoshop bearbeitete <a href="http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/asia/india/12032546/Narendra-Modi-photoshopped-image-of-Chennai-floods-visit-goes-viral.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Twitter-Bild des Indischen Premieministers</a>. Gleichzeitig besteht die Gefahr für Staaten, Opfer von Datenleaks zu werden, zum Beispiel durch Enthüllungsseiten wie WikiLeaks, die bereits 2010 für die Veröffentlichung von mehr als 250.000 sensibler diplomatischer Aufzeichnungen der USA verantwortlich war.</p>
<p>Und eine Frage bleibt natürlich: wie genau misst man nun den Erfolg digitaler Diplomatie? Das amerikanische Außenministerium beeindruckt mit etwa 3 Millionen Followern im internationalen Vergleich, folgt selbst aber nicht mehr als 450. Ist die Zahl der Follower oder die Menge der Verknüpfungen ein besserer Maßstab für gute eDiplomacy? Momentan scheint es zu früh, um die Ergebnisse und Folgen digitaler Diplomatie abzusehen. Das Grundwesen der Diplomatie bleibt nichtöffentlich und diskret – daran konnten auch Twitter und Facebook nichts ändern. Jedoch wird auch die Außenpolitik sich dem digitalen Wandel nicht entziehen können und twitternde Botschafter sind wohl nur der Anfang.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span class="licensetpl_attr">Titelbild: Auswärtiges Amt by </span><a href="http://politik-digital.de/"><span class="licensetpl_attr">politik-digital.de</span></a><span class="licensetpl_attr"> licenced <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA</a><br />
</span></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Social Media: Politik bleibt „offline“</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/social-media-politik-bleibt-offline-149685/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Carlotta Duken]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Jul 2016 15:20:38 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Soziale Medien politisieren – das war zumindest die Erwartung an soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter, die unsere politische Informationsgesellschaft [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/social-media.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-149686 size-large" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/social-media-630x295.jpg" alt="" width="630" height="295" /></a>Soziale Medien politisieren – das war zumindest die Erwartung an soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter, die unsere politische Informationsgesellschaft revolutionieren sollten. Die Ergebnisse einer neuen Studie deuten auf das Gegenteil hin: trotz steigender Nutzerzahlen im Netz bleibt Politik zunächst „offline“.</p>
<p>Die Möglichkeiten der „neuen Medien“ für die Politik scheinen zunächst außerordentlich: unmittelbare Nähe zum Wähler, geringe finanzielle Aufwendung für Kampagnen und vor allem die Möglichkeit, auch die Politikverdrossenen zu erreichen, die sonst um Parteistände einen großen Bogen machen. Das Forschungsprojekt <a href="http://www.bapp-bonn.de/files/BAPP_Politische_Kommunikation_in_Zeiten_von_Social_Media_Web_Final.pdf">„Politische Kommunikation in Zeiten von Social Media“</a> von Thorsten Faas, Professor für Politikwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, und dem Meinungsforschungsinstitut YouGov untersuchte die Rolle sozialer Netzwerke in der politischen Informationsbeschaffung von Bürgern. Insgesamt 704 Personen wurden zwischen 2013 und 2015 zu ihrem politischen Verhalten in Sozialen Netzwerken befragt.  Die Online-Befragung erfolgten zu fünf verschiedenen Zeitpunkten, um Tendenzen im Zusammenhang  mit politischen Ereignissen wie der Bundestagswahl 2013 oder der Europawahl 2014 festzustellen.</p>
<h3>Schauplatz politischer Diskussion bleibt „offline“</h3>
<p>Immer mehr Deutsche nutzen Facebook und Twitter. Ihre politische Bildung beziehen sie aber lieber weiterhin aus konventionellen Medien, wie Fernsehen, Radio, Tageszeitungen oder Online-Nachrichtenportalen. Facebook und Twitter werden hingegen „selten“ bis „nie“ zur Informationsbeschaffung genutzt. Die Nutzer, die sich tatsächlich via Facebook und Twitter über aktuelle politische Ereignisse informieren oder sogar aktiv online verbreiten und diskutieren, bilden eine Minderheit im Netz. Es sind vor allem die politikinteressierten und jüngeren Nutzer: im Jahr 2015 waren es  17,9% der 18 bis 40-Jährigen und nur 8,3% der 40 bis 60-Jährigen.</p>
<p>Auch die hohe Beliebtheit von Facebook und Twitter ist kein Allheilmittel gegen Politikverdrossenheit. Mehr als zwei Drittel aller Facebook Nutzer haben noch nie einen politischen Artikel verfasst, geteilt oder „geliked“. Nur ein Drittel der Befragten gibt an, bei Facebook auf neue Informationen zu stoßen. Ein reger politischer Austausch fand dort während des Studienzeitraums nur in politisierten Zeiten statt. So konnte die Studie zur Bundestagswahl 2013 und zum Beginn der Flüchtlingskrise 2015 eine Zunahme politischer Kommunikation in  Sozialen Medien nachweisen. Tweeten, liken und kommentieren dienen also weiterhin primär dem Unterhaltungswert. Trotz der leicht steigenden Tendenz von Nutzern, die sich „häufig“ oder „sehr häufiger“ politisch auf Facebook oder Twitter informieren, bleibenn Gespräche mit Familie, Freunden oder auch Kollegen und Nachbarn die primäre Diskussionsform.</p>
<h3><strong>Zwischen Demokratie und Unglaubwürdigkeit</strong></h3>
<p>Fazit ist: Der Mehrwert sozialer Medien für eine demokratische Informationsgesellschaft bleibt vorerst gering. Warum ist das so? Die Studie zeigt, dass das Problem sozialer Medien wohl gerade in ihrer Demokratiefähigkeit liegt. Die uneingeschränkte Möglichkeit der Partizipation bedeutet für die Mehrzahl der Nutzer auch weniger Glaubhaftigkeit der online verbreiteten Informationen und Meldungen. Im Durchschnitt wurden soziale Medien als „eher unvertrauenswürdig“ eingestuft, während die traditionellen Medien erneut besser abschneiden. Eine weitere Einschränkung im Nutzwert neuer Medien bleibt die sinkenden, dennoch bedeutende Zahl von Nicht-Nutzern: im Jahr 2015 nutzten 54% der deutschen Bevölkerung Facebook und 11,8% Twitter.</p>
<p>Besorgniserregend erscheinen außerdem die sogenannten „Filterbubbles“, in denen sich Nutzer bewegen. Die meisten Menschen suchen auch online nach politisch-ideologisch Gleichgesinnten. Bei Facebook funktioniert das durch eigenes Selektieren, wie zum Beispiel dem Folgen bestimmter Personen und Parteien oder dem Hinzufügen und Löschen von Freunden, aber auch durch eine fremdbestimmte Auswahl durch Algorithmen, die einem möglichst passende Seiten und Artikel vorschlagen soll. Der Anteil der Facebook-Nutzer, die bereits Kontakte blockiert oder gelöscht haben, weil diese zu viele politische Beiträge veröffentlicht oder eine andere politische Meinung im Netz vertreten haben, hat sich zwischen 2013 und 2015 deutlich vergrößert. Die entstehenden „“Informationsblasen“ verzerren das Bild von Meinungsvielfalt im Netz und verringern die kritische Auseinandersetzung mit anderen Ansichten.</p>
<p>Das alles bedeutet nicht, dass soziale Medien nicht politisieren können. Seiten wie Facebook und Twitter haben die Möglichkeiten politischer Kommunikation grundlegend verändert – nur scheinen vor allem die Menschen daraus Nutzen zu ziehen, die bereits politisch interessiert und aktiv sind. Neben den politisch Desinteressierten sorgen die hohe Zahl der Nicht-Nutzer sowie Zweifel an der Vertrauenswürdigkeit der Netzwerke dafür, dass die politische Informationskultur in Deutschland derzeit weitgehend den traditionellen Medien überlassen bleibt.</p>
<p><span class="licensetpl_attr">Titelbild: <a href="https://unsplash.com/photos/HAIPJ8PyeL8" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Smartphone</a> by </span><span class="licensetpl_attr">freestocks.org</span><span class="licensetpl_attr"> via <a href="https://unsplash.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">unsplash </a>licenced <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.en">CC0</a><br />
</span></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
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