Vom Nutzen der Nutzerdaten – Digitale Presseschau KW 44

Wohin mit den Datenbergen, was tun gegen Ausverkauf von Kundendaten, und wieso eigentlich Störerhaftung? Unsere Presseschau klärt auf. Das Video der Woche geht der Frage nach, ob wir uns schon zur nächsten Bundestagswahl mit den Methoden des US-Wahlkampfes konfrontiert sehen könnten.

Video der Woche

Die Methoden der amerikanischen Wählerwerbung hören sich hierzulande noch an wie Science-Fiction – und könnten schon im nächsten Jahr Wahlkampfrealität sein. ZDF-Info hat bei SPD und CDU nachgefragt.

Im Meer der Daten

Blick in die Zukunft: Stephan Finsterbusch und Carsten Knop betrachten, was hinter dem schillernden Begriff „Big Data“ steckt, und wie riesige Datenberge für Prognosen über den Energieverbrauch genutzt werden können.

Die Stimmung des Netzes erfassen

Wie kann eine „Meinungsumfrage“ im Netz aussehen? Was denken Twitter-Follower und Facebook-Fans über aktuelle Themen, Produkte, Prominente? Astrid Herbold berichtet über die Entwicklung des Social Media Monitorings, der Auswertung von Kommunikationsströmen in den sozialen Medien.

Sieg der kritischen Öffentlichkeit: Kein Verkauf von Standortdaten

Na bitte, es geht doch! Konsumenten können in das Verhalten der Produzenten eingreifen – und so zum Beispiel die Vermarktung ihrer Bewegungsprofile verhindern. Anfang Oktober hatte der O2-Mutterkonzern Telefónica angekündigt, anonymisierte Bewegungsdaten seiner Kunden vermarkten und sich damit neue Einnahmequellen erschließen zu wollen. Wie der SPIEGEL berichtet, hat der Konzern davon nun wieder Abstand gewonnen. Grund dafür waren Proteste der Kunden sowie die mediale Kritik.

Information darf nicht kostenlos sein

Quizfrage: Wo werden Konsumenten dafür bezahlt, mit ihren Kundendaten zur Verbesserung eines Produktes beizutragen? Antwort: In der Idealvorstellung von Jaron Lanier, einem Pionier des Internets. Im Interview mit futurezone.at erläutert Lanier, welche negativen gesellschaftlichen Entwicklungen der freie Zugang zu Wissen mit sich bringt.

Alle sind unzufrieden

Internet könnte so schön und frei sein, wenn da nicht das Gesetz der Störerhaftung wäre. Das nämlich macht Betreiber von öffentlichen W-Lan-Netzen für das Treiben der Nutzer haftbar – bisher. Nun hat die LINKE einen Gesetzesentwurf eingereicht, um die Betreiber von der Haftung zu befreien. Die taz bezweifelt allerdings, dass die Fraktion damit noch vor der kommenden Bundestagswahl durchkommt.

Tracking Voter´s List Online

Unser Video der Woche spricht das Thema bereits an, dieser Beitrag aus der New York Times vertieft es: den Internetwahlkampf in den USA. Demokraten wie Republikaner benutzen Software, um vermeintliche Sympathisanten im Internet zu identifizieren. Durch gezielte Ansprache im Internet – Pop-Ups oder Banner auf Internetseiten – wollen sie Wähler mobilisieren.

 


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