Links, zwo, drei, vier (KW15)

Facebook plant neue AGB, US-Medien wehren sich gegen ungeliebte Kommentare, Viktor Mayer-Schönberger kritisiert bürgerliche Öffentlichkeit und Markus Jauer verfasst eine Kurz-Biografie über die deutsche Blogosphäre: Die Web-Woche im Überblick in der Linkliste.

US-Medien wollen anonyme Kommentare abschaffen

Weil sie eine "Oase für Widerwärtigkeiten" darstellen, wollen einige US-Medienhäuser keine "Postings auf Stammtischniveau" mehr zulassen, berichtet diepresse.com. Die New York Times, The Post und andere lassen so künftig nur noch registrierte Leser kommentierend zu Wort kommen. Zudem wolle man der Abschreckung der vernünftigen Leser entgegenwirken, argumentiert William Grueskin vom Journalismus-Institut der Columbia University in New York.

"Privacy Now"-Gruppe auf Facebook fordert Datenschutz

Die neuen Pläne bezüglich der Datenschutzbestimmungen von Facebook, die die Weitergabe von Profildaten an kommerzielle Facebook-Partner legitimieren, rufen erneut Empörung hervor. Facebook-User eröffnen eine "Privacy Now"-Gruppe mit bereits rund 47.200 Mitglieder und fordern Transparenz und Verfügung über die eigenen Daten. Als erste Maßnahme wird zu Protesten gegen den Blogeintrag von Facebook-Mitarbeiter Berry Schnitt aufgerufen. Facebook eröffnet derweil sein neues Safety Center.

Debatte zu digitaler Macht

Wem nützt eigentlich das Netz? Aktivisten? Demokraten? Rebellen? Der Regierung oder der Bevölkerung? Evgeny Morozov, Mitherausgeber des Magazins „Foreign Policy" und Clay Shirky, Assistenzprofessor für "Neue Medien" an der New York University, öffnen sich einer kritischen Diskussion über Netzsperren, Onlinekampagnen, unterdrückten Netzaktivisten und Protestbewegungen.

Über die Illusion der Weisheit der Vielen

Viktor Mayer-Schönberger, Professor und Leiter des Instituts für Informations- und Innovationspolitik an der National University in Singapur, ist enttäuscht: Obgleich das Web-2.0 die kommunikativen Möglichkeiten unserer Gesellschaft revolutioniert, die Hoffnungen auf eine neue bürgerliche Öffentlichkeit habe es nicht erfüllt. Stattdessen stehe die Dominierung der Informationsoligopole und deren staatliche Regulierung im Vordergrund.

"Es waren einmal…

…zwei abgedrehte Studenten in einem chaotischen kleinen
"Büro". So oder so ähnlich könnte die sympathisch ausgearbeitete "Kurzgeschichte" über deutsche Blogger beginnen. Teilweise aus abgedrehten Ideen von Studenten oder jungen netzaffinen Menschen entstanden, entwickelten sich nicht selten über Bloggerkreise hinaus bekannte Weblogs. Markus Jauer beleuchtet das Umfeld und die Wirkungskreise der deutschen politischen Blogosphäre.

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