Links, zwo, drei, vier – KW 47

Michael Seemann zeichnet das Bild einer Gesellschaft ohne Privatsphäre, Jugendliche agieren vorsichtiger im Internet und das Finanzministerium zeigt einen Aufklärungsfilm zur Bankenkrise – diese und mehr Netznews in der Linkliste.

 

Ein Leben ohne Privatsphäre

Im ZDF-Hyperland bloggt Michael Seemann alias mspro über die Utopie einer Gesellschaft ohne Privatsphäre. Anhänger der Post-Privacy-Idee sehen darin die Chance zu einer offeneren und freieren Gesellschaft. Gegner betrachten gerade die Privatsphäre als Grundlage der freien Entfaltung. 

 

Jugendliche gehen vorsichtiger mit sensiblen Daten um

Jugendliche lassen bei der Preisgabe persönlicher Informationen größere Vorsicht walten. Dies ergab die JIM-Studie 2010 des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest. Als größte Gefahr sehen die 12- bis 19-Jährigen Betrugsversuche, Viren und Datenmissbrauch bzw. -klau.

 

Politiker keine Social-Media-Enthusiasten

Eine europaweite Umfrage zur Internet-Nutzung unter Parlamentsabgeordneten hat ergeben, dass Politiker weniger Zeit in Online-Netzwerken verbringen als der Durchschnittsbürger. Bei der Informationsgewinnung liegen laut der im Auftrag von Ketchum Pleon durchgeführten Befragung „Digital Democracy 2010“ bei den Parlamentariern Tageszeitungen und TV weiterhin vor den Online-Medien.

 

Politische Führung im Zeitalter des Internet

Auf welt.de plädiert Leonard Novy für ein neues Verständnis des Begriffes "Führung". Führung sei nicht notwendigerweise das Handeln eines Einzelnen aufgrund seiner persönlichen Befähigung, so Novy. Ein "neues partizipatives Verständnis von Führung" berücksichtige die "Mitwirkungsansprüche der Bürger, für die das Internet gleichermaßen Ausdruck und Treiber ist".

 

Warum Banken mit Milliarden unterstützen?

Das erklärt das Bundesministerium der Finanzen auf Youtube. Ein dreiminütiges Video erläutert leicht verständlich und aus Ministeriumssicht, welche Argumente es für die Bankenabgabe gibt – und ist weit unterhaltsamer als der erste Upload des Schäuble-Teams.

 

Politische Virals ausgezeichnet

Beim 26. Internationalen Kurzfilmfestival Berlin ist der Greenpeace-Film "Nestlé, kein Palmöl aus Urwaldzerstörung!" zum besten Viralvideo gekürt worden. Den Preis für das beste politische Viral erhielt "Polar Bear" von Daniel Kleinmann zum Thema Klimaschutz. Die Online-Abstimmung gewann Tilman Egels "Nice Game" über Kindersoldaten.

 

Studie zu den Verbreitungswegen von Kinderpornographie

Beim Kampf gegen Kinderpornographie haben Forscher eine stichprobenartige Studie vorgelegt, die einige bisherige Annahmen in der Politik über den „Milliardenmarkt Kinderpornographie“ in Frage stellt. Im Internet erfolge die Verbreitung kinderpornographischer Dateien meist über Tauschbörsen, dann über das Word Wide Web, dicht gefolgt von E-Mails, so die Studie des Bündnisses "White IT". Geld spielte in 88 Prozent der untersuchten Fälle keine Rolle.

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