Links, zwo, drei, vier – KW 39

Massenweise Stinkefinger für gefaktes Google-Street-View-Auto, Medienkompetenz im Lehrplan, Deutschland lahmt bei E-Partizipation und die bisher sozialsten aller Netzwerke – die Webnews der vergangenen Woche in der Linkliste.

Bitte lächeln: Der Google Street View Städte-Test

Vier Journalisten waren im Auftrag des SZ.Magazins in Berlin und München auf Bilderjagd. Im Auto mit Google-Aufkleber und Dachkamera-Attrappe fingen die Tester Reaktionen auf die vermeintliche Street View-Fotoaktion ein. Obszöne Gesten von Passanten und Emotionen von Wut über Neugier bis hin zu Freude begleiteten die Journalisten auf ihrem Experiment.

Hochkonjunktur für Medienkompetenz

Laut Medienpädagoge und Webevangelist Thomas Pfeiffer funktioniert die aktive Teilhabe an der Gesellschaft über moderne Kommunikation im Internet nur durch mehr Medienkompetenz. Deshalb sieht er den Staat in der Pflicht, die Gesellschaft medienbewusst zu erziehen. Seine Vorschläge umfassen die Ergänzung von Schullehrplänen und die Förderung von Medienkompetenz durch Volkshochschulen.

Datenjournalismus als Vertrauensquelle

Aron Pilhofer, Journalist und Experte der New York Times, spricht in einem Interview mit dem Hamburger IT-Magazin ALWAYS ON über das journalistische Handwerk der Zukunft – den sogenannten „Data Driven Journalism“. Die Analyse von Internet-Datenbanken verhelfe dem modernen Journalismus zu besseren und glaubwürdigeren Geschichten. Das sei vor allem wichtig für den Erhalt des Vertrauens der Leserschaft. In der Informationsflut des Internet würden Glaubwürdigkeit und Autorität schon bald die wichtigsten Online-Güter werden, so Pilhofer – nachzulesen auf Meedia.

Richtig sozial im Netz

"Social Charity" – so nennt sich der neueste Trend in Sachen soziale Netzwerke. Die Infrastruktur ähnelt altbekannten Netzwerken wie Facebook, der Sinn ist jedoch ein ganz anderer. Anstatt bei Projekten passiv auf den „Gefällt mir“-Button zu klicken, rufen „Social Charity“-Netzwerke ihre User dazu auf, ihr Engagement aus der digitalen in die reale Welt zu übertragen. Die einen sammeln Projektvorschläge und entsprechende Spender  (Internetseite noch im Aufbau), die anderen Freiwillige für soziale Projekte  oder auch Schulmaterialen für Kinder .

E-Partizipation: Deutschland lässt sich Zeit

Laut einem aktuellen Bericht des European Institute for Public Participation (EIPP) entwickelt sich Deutschland im Bereich E-Partizipation langsamer als die USA oder Großbritannien. Probleme bereiten vor allem die fehlenden Angebote der Verwaltung, komplizierte Anmeldeverfahren und die noch überschaubare Nutzerschaft. Der durchschnittliche Nutzer von E-Partizipations-Projekten ist männlich, mittleren Alters und gut gebildet. Probleme gibt es vor allem in der Motivation von Bürgern mit geringer Bildung.

 

Unter Mitarbeit von Rita Schmidt.

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