Links, zwo drei, vier (KW 31)

Googles angebliche Abkehr von der Netzneutralität, die Piraten frieren LiquidFeedback ein, Informationen überfluten das WorldWideWeb, die Internetrevolution der Digital Natives dauert noch ein bisschen und ein Blumenkübel erobert Twitter: Querbeet durch die Internetwelt der vergangenen Woche in der Linkliste.

Google und Verizon: Wegzoll im Internet?

Laut New York Times versuche Google die Netzneutralität zu kippen. Google plane  einen Deal mit dem US-Telekomkonzern Verizon, um seine Daten gegen Bezahlung schneller durch das Verizon-Netz fließen zu lassen – so das angesehene US-Medienhaus. Sollte sich die Idee des „Wegzolls“ durchsetzen, könnte dies zu einer Marktverschiebung im Internet führen, wie sueddeutsche.de berichtete. Google und Verizon dementieren jedoch die Aussage der New York Times.

Piraten-Vorstand stoppt Liquid Feedback

Die Piratenpartei hat die Nutzung der Partizipationsplattform LiquidFeedback vorerst auf Eis gelegt. Auf einer Vorstandssitzung stimmten vier der fünf Piratenchefs gegen die bundesweite Einführung des Systems. Eigentlich sollte LiquidFeedback auf einer öffentlichen Telefonkonferenz in Betrieb genommen werden, wie netzpolitik.org berichtete. Die Internetplattform bzw. deren Administratoren seien in der Partei umstritten, im Vorstandsprotokoll ist sogar die Rede von einer „absurden und ins hysterische reichenden Auseinandersetzung“. Deswegen will der Parteivorstand zunächst Maßnahmen für eine größere Akzeptanz des Systems starten – ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, als zahlreiche Massenmedien bereits auf Grundlage einer Agenturmeldung wohlwollend den Start des Systems verkündeten. Mit LiquidFeedback können Parteimitglieder Antragstexte verfassen und online abstimmen.

Virtuelle Sintflut bedroht Internetsurfer

Miriam Meckel warnt in einem Gastbeitrag auf faz.net vor einer Informationsüberflutung im Internet. Laut der Professorin der Universität St. Gallen stehe sogar die Idee der basisdemokratischen Kommunikation im Internet auf dem Spiel. Durch die Menge an Informationen sei es kaum noch möglich, sich frei und unbeschwert im Netz zu bewegen. In der Folge entwickelten sich einzelne Anbieter zu Hütern der Kommunikation – ein „virtuelles Disneyland“ könnte entstehen.

„Keine Sorge: Die Revolution bleibt aus“

Matthias Schwenk kritisiert auf carta die Schlussfolgerungen des Spiegel-Artikels "Null Blog". Laut Spiegel-Autor Manfred Dworschak beherrsche die Internetgeneration das Internet nur oberflächlich. Sie könne nicht richtig googlen, würde nicht bloggen und kaum twittern. Schwenk wiederum findet, dass der Spiegel falsch liegt. Die "Revolution der Lebensweise" stehe uns noch bevor, sobald die heutige Jugend erwachsen geworden sei. Die nötigen technischen Kompetenzen und Erfahrungen stünden ihnen schon zur Verfügung.

Twitterstar der Stunde: Der Blumenkübel

Die Münstersche Zeitung berichtete über den zerstörten Blumenkübel eines Altenheims. Ein Redakteur twitterte die Breaking News und im nächsten Moment war der Blumenkübel-Hype mit jeder Menge ironischer Tweets geboren. Die Aktion beweise nicht nur die Schnelligkeit und Reichweite des Twitter-Netzes, sondern auch dessen Manipulationsmöglichkeiten, analysiert ln-online.de.

Eine Antwort auf Links, zwo drei, vier (KW 31)

  1. sgievert sagt:

    SPON-off zur Debatte bei den Piraten mit weiteren Informationen: http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,710552,00.html

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