Links, zwo, drei, vier (KW 28)

Der Sun Chronicle will seine Leser erziehen, Wowereit will W-Lan für Alle in Berlin, eine Internetseite will den humanitären Einsatz revolutionieren und das BKA will sperren und löschen: Die Linkliste mit allerhand Interessantem aus einer Woche Netzwelt.

 

 

Sun Chronicle: pay per comment

Der Sun Chronicle will seine Leser zur Netiquette erziehen. Deswegen müssen diese nun einmalig 99 Cent zahlen, um auf der Homepage der US-amerikanischen Online-Zeitung Kommentare abgeben zu dürfen. Dazu müssen sich die User mit Name, Adresse, Telefonnummer sowie der Kreditkartennummer registrieren. Der Schritt sei nötig gewesen, da es in der Vergangenheit „eklatante Verletzungen der Forenregeln, falsche Anschuldigungen und grundlose Unterstellungen“ gegeben habe. Bereits im April wurde das Forum deswegen stillgelegt, berichtet heise.de.

Wowereit: W-LAN Berlinweit kostenbefreit

Berlins Oberbürgermeister Klaus Wowereit spricht sich abermals für ein kostenloses W-Lan Netz in der Berliner Innenstadt aus. Der SPD-Politiker will die Umsetzung nochmals prüfen lassen, nachdem ein erster Antrag für ein solches Vorhaben bereits vor Jahren scheiterte. In der Zwischenzeit hat die Stadt Aachen innerhalb von acht Monaten ein flächendeckendes W-Lan Netz aufgebaut. Wie Wowereit dem Tagesspiegel  sagte, gebe es also ein gutes Beispiel, wie dies in der Praxis funktioniere.

Homepage rettet Leben

Die Website ushahidi.com hilft beim Katastrophenschutz. Auf dem Online-Portal werden verschiedenste Nachrichten über Plünderungen, Vertreibungen, Vulkanausbrüche oder Überschwemmungen gebündelt. Im Anschluss werden die Daten ausgewertet und die registrierten Nutzer in der Umgebung per SMS gewarnt. Zudem werden Rettungskräfte – soweit vorhanden – an diesen Ort geschickt. Somit konnte die Seite vor allem beim Erdbeben in Haiti viele Menschenleben retten. Wie faz.net berichtet, gab es durch ushahidi.com „1800 geographisch exakt bestimmten Notfallmeldungen, denen die Hilfsdienste vor Ort nachgehen konnten.“

BKA: Zuerst sperren, dann löschen

Das Bundeskriminalamt (BKA) ist mit dem Löschen von kinderpornografischen Inhalten im Internet nicht zufrieden. In der Praxis zeige sich, dass das Löschen von Internetseiten mit einem solchen Inhalt zu lange dauere. Laut einem BKA-internen Bericht dauere es bei 40 Prozent der Homepages über eine Woche, bis die Seite gelöscht würde. Gerade in dieser Zeit wird die Website aber enorm oft angeklickt, so der Bericht, der welt.de vorliegt. Das BKA fordert deswegen, Inhalte bis zu deren Löschung zu sperren. Anders sieht das die Bundesjustizministerin Sabine Leutheuser-Schnarrenberger. Sie hält am Grundsatz „Löschen statt Sperren“ fest und machte indirekt das BKA für zu lange Löschfristen verantwortlich. „Die kurze Laufzeit des neuen BKA-Arbeitsschwerpunktes „Löschen statt Sperren“ lässt sicher keine Rückschlüsse hinsichtlich der Effektivität zu“, wird die Ministerin auf golem.de zitiert.

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