Links, zwo, drei, vier – KW 14

Facebooks Lobby-Arbeit in Washington, OpenData in Afrika, Verhaltensregeln im Internet und ein Besuch internationaler Blogger in Berlin – Dies und mehr in der Linkliste.

Facebook: Direkter Draht zu den Entscheidern

Gregor-Peter Schmitz berichtet auf Spiegel-Online über die Versuche von Facebook, Einfluss auf den politischen Entscheidungsprozess in der US-Hauptstadt zu gewinnen. Personalpolitisch manifestierten sich diese Aktivitäten in dem Versuch, Robert Gibbs, aktuell Sprecher von US-Präsident Obama, für eine zukünftige Mitarbeit bei Facebook zu gewinnen. Da das Unternehmen in den vergangenen fünf Jahren überdurchschnittlich stark gewachsen sei und daher zunehmend Misstrauen entgegengebracht bekomme, sei ein gutes Verhältnis zum Weißen Haus von enormer Bedeutung, so Schmidt weiter.

… und im Interview mit Thomas Heuzeroth von der “Welt” spricht die Facebook-Europamanagerin Joanna Shields über die Möglichkeiten, den Charakter und die zukünftige Entwicklung des Unternehmens.

Obama, die zweite

Nachdem in dieser Woche das Kampagnenvideo für die Bewerbung um eine zweite Obama-Amtszeit veröffentlicht worden ist, fragt Nancy Scola in dem Blog “techPresident”, ob es gelingen kann, den Erfolg aus der Kampagne 2007/2008 zu wiederholen. Die Obama-Kampagne zum vergangen Präsidentschaftswahlkampf gilt gemeinhin als Inititalzündung des eCampaigning und fand international Anerkennung sowie erfolgreiche und weniger erfolgreiche Nachahmer.

Das Netz als Demokratie-Katalysator

Der Harvard-Wissenschaftler Lawrence Lessig forderte in dieser Woche in der American Academy in Berlin, dass die Politik das Internet weltweit endlich ernstnehmen müsse. Die Volksaufstände in verschiedenen arabischen Ländern in diesem Frühjahr hätten bewiesen, so Lessig, welche Bedeutung dem Netz bei der Verbreitung von politischen Informationen zukomme. Das Internet sei hierbei wirkungsvoller gewesen als alle Propagandamaßnahmen der amerikanischen Regierung.

Open Data in Afrika

In Deutschland sind Open-Data-Projekte weiterhin mit Startschwierigkeiten behaftet. Beim Blick über den Tellerrand verdeutlichtet ein Bericht auf der Website whiteafrican.com, welche Chancen der freie Zugriff auf Behördendaten und die digitale Einsichtnahme in Verwaltungsakte für den afrikanischen Kontinent bieten würden. Zahlreiche afrikanische Staaten kämpfen tagtäglich mit Bestechung und Vetternwirtschaft im öffentlichen Sektor. Die Internet-Infrastruktur ist ebenfalls noch stark unterentwickelt. Über eine Kooperation des Suchmaschinenbetreibers Google mit der kenianischen Regierung wird in dem Zusammenhang ebenfalls berichtet.

“Drei Buchstaben als kleinstet gemeinsamer Nenner”
Die Bloggerin Teresa Brückner macht sich im Online-Angebot des “Freitag” Gedanken zu der Wünschbarkeit der Durchsetzung einer Netzethik. Wer will dem – wie auch immer einzugrenzenden – “www” einen Verhaltenskodex diktieren und mit welchem Recht? Sie behandelt ein Thema, zu dem sie am morgigen Samstag auch Panel-Teilnehmerin auf dem zweiten Medienkongress der taz im Berliner “Haus der Kulturen der Welt” sein wird.
Internationale Blogger in Berlin

In der vergangenen Woche traf eine Gruppe internationaler Blogger und Journalisten in der deutschen Hauptstadt mit Mitgliedern der Enquete-Kommission “Internet und digitale Gesellschaft” des Deutschen Bundestags zusammen. Im Gespräch mit den insgesamt 14 Bloggerinnen und Bloggern aus Staaten wie Moldau, China und Kasachstan erfuhren die Bundestagsabgeordneten von persönlicher Verfolgung und von Zensurmaßnahmen gegenüber Internet-Aktivisten. Auf der vom Auswärtigen Amt organisierten Reise treffen die Blogger mit deutschen Journalisten zusammen und erhalten einen Einblick in die Arbeit und die Rechtsgrundlagen hiesiger Verfassungsorgane.

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