Links, zwo, drei, vier – KW 04

Porträtierung von Julian Assange, Digitalisierung als Chance, Kriminalisierung von Anonymous und CSU-Modernisierung mit Youtube – dies und mehr in der Linkliste.

Porträt über Julian Assange
Bill Keller von der New York Times malt ein sehr durchwachsendes Bild von Julian Assange. Er vergleicht den Australier mit einer Figur aus einem Stieg Larsson-Thriller, Assange sei kaum zu fassen, manipulativ und unberechenbar. Keller beschreibt den Wikileaks-Chef als intelligent, gebildet und sehr technikaffin, zugleich aber auch als arrogant und leichtgläubig. Geld habe er nie verlangt und Informanten nicht verraten, so der Autor.

Digitalisierung als Chance begreifen
Auf FAZ.net vergleicht Mercedes Bunz die Bedeutung der derzeit stattfindenden Digitalisierung mit der industriellen Revolution und fragt, welche Auswirkungen auf die Gesellschaft zu beobachten und erwarten sind. So verändere z. B. Google, die moderne Version der Weltchronik, nicht nur den Wissensbegriff, sondern auch die Grundlagen der Legitimation von Experten. Google sei aber nur der Anfang einer Entwicklung, in der Technik und Natur die Rollen tauschten. Entscheidend sei, diese Revolution nicht als Bedrohung, sondern als Chance anzusehen.

Web 2.0 und die öffentliche Sphäre
Bei den Netzpiloten setzt sich Jörg Wittkewitz mit dem klassischen Begriff der Öffentlichkeit in Anlehnung an die Willensphilosophie von Jürgen Habermas und den Rationalismus auseinander. Er überträgt diesen auf das Web 2.0 und kommt zu dem Schluss , dass zwar eine breite öffentliche Aussprache über das Internet möglich, eine öffentliche Sphäre jedoch noch nicht entstanden sei. Das Internet eröffne nur den Gebildeten, den Strombesitzenden, den Schreibenden und den Reflektierten einen Zugang zum Öffentlichen Diskurs, so Wittkewitz.

DDoS-Angriffe und ihre Folgen
Josh Halliday vom Guardian berichtet über die Festnahme von fünf mutmaßlichen Aktivisten des Anonymous-Netzwerkes in Großbritannien. Diese hätten im Rahmen der Aktion Payback illegale DDoS-Angriffe gegen Webseiten von MasterCard, Visa and PayPal geführt. Die Gruppe Anonymous soll kürzlich auch zehn ägyptische und tunesische Regierungsseiten lahmgelegt haben. Dies sei eine Reaktion auf die Zensur von Facebook, Twitter und anderen Webseiten in diesen Ländern.

Aufbruch Bayern
Im Rahmen der Zukunftsinitiative “Aufbruch Bayern” hat die bayerische Landesregierung einen eigenen Youtube-Channel ins Leben gerufen und veranstaltet dort nun eine digitale Bürgersprechstunde mit Horst Seehofer. Bis zum 20. Februar können Bürger Fragen rund um Familie, Bildung und Innovation an den bayerischen Ministerpräsidenten in Form von Text oder Videos stellen. Am 26. Februar wird Horst Seehofer dann Rede und Antwort zu den Anliegen stehen, die von den Nutzern als am wichtigsten bewertet wurden.

Interview: IP-Adressen-Mangel im Netz
Richard Wein, Geschäftsführer von nic.at, stellt sich den Fragen von Futurezone rund um das Prüfen und Bewerten von Webseiten und ob dem Netz tatsächlich bald die IP-Adressen ausgehen. Aufgrund des Mangels an IPv4-Adressen (Potenzial: 4,3 Milliarden IP-Adressen) und weil die Umstellung auf den IPv6-Standard (Potenzial: 340 Sextillionen IP-Adressen) noch etwas dauere, könne es tatsächlich zu Engpässen kommen. Wein plädiert auch dafür, dass Domainbehörden politisch unabhängig bleiben müssten und eine Sperrung von Webseiten nur auf Gerichtsurteil hin erfolgen dürfe.

Unter Mitarbeit von Philipp Albrecht.

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