Links, zwo, drei, vier (Kalenderwoche 38)

Rockstar Mick Jagger soll als EU-Berater fungieren, die ACTA-Piraterievereinbarung löst weltweite Proteste aus, organisierte Cyber-Attacken auf Georgien und großer Datenskandal in Norwegen: Diese und mehr interessante Meldungen wie immer in der Linkliste.

 

ACTA Anti-Piraterievereinbarung sorgt für Proteste

Mehr als 100 zivilgesellschaftliche Organisationen fordern die sofortige Veröffentlichung der Pläne zur Anti-Piraterievereinbarung. In einem offenen Brief äußern unter anderem die australische Nationaluniversität, das koreanisch christliche Mediennetzwerk und die US-Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation mehr Transparenz bei den Verhandlungen, die zuständige Regierungsvertreter der EU und anderer Industriestaaten führen. Sie befürchten, dass die Maßnahmen drastischer ausfallen als erwartet und so die Produktpirateriebekämpfung bei weitem übersteigen würden. Der Bundesregierung sind bezüglich der Offenlegung jedoch die Hände gebunden, so heise online.

Mick Jagger soll EU beraten

EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes will bis Ende Oktober einen Bericht zum Thema Internet-Handel und Musik vorlegen. Der Rockmusiker der Rolling Stones sowie Apple-Chef Steve Jobs, eBay-Chef John Donahoe und John Elkmann, seines Zeichens Geschäftsführer von Fiat, sollen ihr dabei mit tatkräftiger Unterstützung zur Seite stehen. Jaggers Sujet ist vor allem der Bereich Urheberrecht und Lizenzen in Sachen Musik.  

Datenskandal in Norwegen

Die norwegische Steuerbehörde verschickte versehentlich die streng geheimen Personennummern aller vier Millionen Norweger. Die Steuerdaten der Bevölkerung werden jährlich an Redaktionen verschickt und veröffentlicht. Skandalös ist jedoch, dass die CDs diesmal auch gleich noch die geheimen Personennummern mitlieferten, mithilfe derer die Identifizierung der Bürger ermöglicht wird. Schuld ist angeblich ein Formatierungsfehler. Finanzministerin Kristin Halvorsen bemüht sich nun um Schadensbegrenzung.

"Echo Chambers-The meme that will not die" 

David Weinberger besuchte ein Treffen mit Matt Bay von der New York Times, Garrett Graff vom Washingtonian Magazine und Joe Trippi, der Howard Deans Kampagne organisierte. Sie sprachen über den Einfluss des Internets auf die Wähler sowie Chancen und Nutzen des neuen Mediums.

And the Big Brother Award goes to…

Zum neunten Mal wird in diesem Jahr der deutsche unliebsame Big Brother Award verliehen. Dieser geht an Personen, Firmen und Institutionen, die sich an der Missachtung von Datenschutz und Privatsphäre in besonderem Maße beteiligten. Eine Jury sucht Preisträger unter anderem in den Kategorien Business und Finanzen, Politik, Behörden und Verwaltung, Volkswahl oder Kommunikation und Marketing, die die „Hall of Shame" bereichern sollen. Die Preisverleihung erfolgt am 24. Oktober in Bielefeld. Österreich vergibt bereits den 10. Award und veranstaltet die Gala samt Preisvergabe am 25. Oktober in Wien. 

Cyber-Attacke auf Georgien: Russland unter Verdacht

Das Russian Business Network (RBN) wird verdächtigt, für die Cyber-Angriffe auf Russland mitverantwortlich zu sein. Die Vermutungen stützen sich auf Untersuchungen von Experten, die nach den ersten Angriffen unter anderem auf den Internetauftritt des georgischen Außenministers durchgeführt wurden. Involviert ist Schätzungen zufolge ein Webhosting-Unternehmen aus St. Petersburg, das seine Dienste nur für Cyberkriminelle bereitstellt. Fraglich ist die Rolle der russischen Regierung. Eine direkte Verbindung konnte bisher nicht nachgewiesen werden, die Online-Angriffe starteten jedoch unmittelbar nach Ausbruch der Kriegssituation.

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