Digitale Presseschau – KW49

Über heldenhaftes Bloggen, zivilen Ungehorsam von Puppen, grünes Urheberrecht sowie Generationenkonflikte und Freibeutertum in der deutschen Politik – dies und mehr in der Digitalen Presseschau.

 

Unser Video der Woche

Unser Video der Woche zeigt den kreativen Umgang der syrischen Opposition mit der Lage im eigenen Land. In einem aberwitzigen Puppenspiel wird der Widerstand des syrischen Volkes gegen Präsident Assad und seine Schergen dargestellt. Mittlerweile sind schon mehrere Episoden dieser Puppenspiel-Serie online. Als Einstieg empfehlen wir den Trailer.

Der Blogger, der Putin stürzen will

Bereits seit 2007 bloggt der russische Anwalt Alexej Nawalnij. Nachdem seine Kritik sich zunächst gegen die Korruption des russischen Staates richtet, sagt er im Februar 2011 dem Kreml direkt den Kampf an. Wie sein Engagement die außerparlamentarische Opposition erstarken ließ und wie die russische Regierung dazu beitragen konnte, den bloggenden Juristen zu einem Helden zu stilisieren, ist in Fabio Ghelils Beitrag auf Zeit Online zu lesen.

“Der Wert kultureller Inhalte ist oft höher als ihr Preis”

Die Reform des Urheberrechts wird zurzeit in fast allen Parteien heftig diskutiert. Ein schwieriger Balanceakt zwischen den Interessen von Kreativen, Rechteinhabern und Nutzern. Das auf boersenblatt.net erschienene Interview mit Agnes Krumwiede von den Grünen zeichnet die innerparteiliche Debatte zum Thema nach und gibt einen guten Einblick in das Spannungsfeld Urheberrecht.

Gegen den unkontrollierten Datenstrom

Wie sollen die Datenströme innerhalb der EU in Zukunft reguliert werden? Falk Lüke stellt auf c’t den aktuellen Entwurf Novelle der EU-Datenschutzverordnung vor. Ausführlich geht er in seinem Artikel u.a. darauf ein, wie durch die Neuregelung des Datenschutzes nationales Recht beeinflusst werden könnte, warum es Streit mit den USA geben dürfte und welche Daten eigentlich europäisch sind.

Der Druck auf die etablierten Parteien wächst

“Ob die Piraten in den Bundestag einziehen, ist vorerst nicht so wichtig”, stellt Alexander Hensel auf cicero.de fest. Spätestens seit ihrem Parteitag in Offenbach zweifelt der Autor nicht mehr daran, dass die junge Partei schon heute einen beträchtlichen Einfluss auf die etablierten Parteien ausüben wird. Zu unterschätzen seien die Piraten und ihre gesellschaftliche Wirkung auch jenseits netzpolitischer Themen jedenfalls nicht.

Im Internet ist Deutschland nur Mittelmaß

Dass eine Auflistung von Zahlen durchaus interessant sein kann, zeigt ein Blog-Beitrag auf faz.net. “Deutschland und das Internet – eine Liebesbeziehung wird das wohl nicht mehr” will Autor Holger Schmidt aus seiner Übersicht erkannt haben. Aus Daten zur Entwicklung des deutschen Nutzerverhaltens und Ländervergleichen zieht er den Schluss: Deutschland ist im Internet nicht mehr als Mittelmaß.

Generationenkonflikt

Und noch mal die Piraten: Die eigentliche Kraft der Partei sei nicht ihre Internetkompetenz, sondern vielmehr ihr Geschick, den Zeitgeist zu erkennen und aufzugreifen, so Andrian Kreye. Wie dieser Zeitgeist aussieht und warum ihn in Deutschland nur die Piratenpartei repräsentiert, erklärt der Autor in seinem Blog auf sueddeutsche.de.

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