Digitale Presseschau KW 38

Einen Tag vor dem PolitCamp2012 kommt noch einmal die Presseschau und wirft einen Blick auf Themen wie das Phänomen des Trollens oder das fragliche Zensurverhalten von Google und Facebook. Auch dabei: ein Text über die Bedeutung und Notwendigkeit des Urheberrechts, das Problem mit der freien Meinungsäußerung in Zeiten von Googles Autokorrektur und ein neues Buch über Internet und “direkte Demokratie”.

 

Video der Woche:

Trollen – was ist das überhaupt? Und was ist dieser sogenannte Shitstorm? Wieso werden immer wieder Politiker und Personen, die öffentlich ihre Meinung bekunden, Opfer dieser Phänomene? In der knapp 13 minütigen ZDF-Kurzdoku wird dem Problem des miesen Tons im Netz und der sogenannten Trollitik nachgegangen.

On Web, a Fine Line on Free Speech Across the Globe

Seitdem das umstrittene Anti-Islam Video “Innocence of Muslims” auf YouTube erschienen ist, überschlagen sich nahezu stündlich die Negativereignisse. Zunehmenden Druck erfuhr auch Google, bis sich das Unternehmen dazu entschied, das Video in einigen Ländern zu löschen. Daraus ergibt sich die Frage, inwiefern Google, Facebook und Twitter immer häufiger als letzte Instanz der Meinungseinschränkung fungieren. Simini Sengputa äußert sich auf der Onlineseite der New York Times kritisch über das Zensurverhalten der Großunternehmen und mahnt die Nutzer, Inhalte bewusster wahrzunehmen.

Die Sittenwächter

Ob als Sittenwächter oder Netzsheriff. Auch in Deutschland ist man angesichts der Debatte um die Zensur im Netz ungehalten. Was ist das “gute Recht” der Unternehmen? Was dürfen sie löschen und warum dürfen uns manche Informationen vorenthalten werden? Auf journalist-online beschreibt Autor René Martens beispielhaft, wie Facebook, Google und Co. uns das Recht auf “gewisse” Informationen verwehrt.

Zählt ihr nur eure Erbsen

Das Urheberrecht ist omnipräsent und stets vorhanden, um die Rechte der Künstler und Autoren zu schützen. Doch: was würde uns eigentlich fehlen, wenn es kein Urheberrecht gäbe? Für Tobias Kniebe wäre das undenkbar. Auf dem Onlineblog der Süddeutschen Zeitung – jetzt.de – schreibt er, dass es Erfolgsgeschichten, wie die von Buchautorin Joanne K. Rowling, auch in Zukunft unbedingt geben muss. Laut Kniebe verhält es sich genauso mit erfolgreichen Musikern. Das Urheberrecht dürfe nicht abgeschafft werden, denn sonst fehle die notwendige Anstrengung, um wirklich reich und erfolgreich zu werden. Die Kreativität würde schließlich aussterben.

Alles abschalten!

Der Titel spricht Bände. Marcel Weiß resümiert auf neunetz.com, dass die andauernde Diskussion um Bettina Wulff und Googles Autokorrektur zu nichts führe. Beispielhaft beweist er, dass Google als Konzern agiert und mit seinem Suchalgorithmus nicht mit einer Moralinstanz verglichen werden darf. Doch das Problem liegt, seiner Auffassung nach, im allgemeinen Verständnis von Meinungsfreiheit. Bis die Gesellschaft lernt mit dem Internet und seinen Freiheiten umzugehen, lautet seine Devise – „alles abschalten“.

Internet und “direkte Demokratie”

“Das Internet ist  keine neue ‘Politikwelt’ für bisher Uninteressierte, sondern vielmehr eine zusätzliche Bühne für die Akteure in der vorhandenen politische Offline-Arena”. Mit diesem Satz leitet Stephan Eisel sein kürzlich erschienenes Buch ein, in dem er über die Rolle des Internets für die Politik und die Bürger sowie vice versa schreibt.

Kommentar verfassen