Digitale Presseschau 28/2012

Ist der Traum vom Offlinesein eine Illusion? Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf unsere Verhaltensweisen? Wie ist die wundersame Vermehrung der Twitter-Follower der CDU zu erklären? Dies und mehr in der aktuellen Ausgabe der Digitalen Presseschau.

Was auch mal gesagt werden muss: Wie auf einer Theaterbühne laut vorgetragen wirken Posts aus sozialen Netzwerken irgendwie anders. Und die Sprecher scheinen auch nicht mehr ganz so sozial.

Offline entspannen: eine Illusion?

Offline zu sein ist die Königsdisziplin des Urlaubs, so denken heute viele Menschen. Dass diese These völlig überhöht ist, findet der Medientheoretiker Jurgenson in einem Essay. Auf Zeit Online fasst Eike Kühl die Debatte um die Notwendigkeit einer “digitalen Diät” zusammen. Er stellt fest: Wir verknüpfen mit dem Offlinesein lediglich ein romantisches Ideal, und neu ist die Idee auch nicht.

Wir beginnen erst die Kultur des Netzes zu verstehen

Im Interview mit Süddeutsche.de erklärt der US-Medienwissenschaftler Henry Jenkins, wie die Vernetzung durch das Internet unsere alten Verhaltensmuster herausfordert. Im Hinblick auf kollaboratives Arbeiten und das Erzeugen von Aufmerksamkeit müssten Kinder bereits in den Schulen ganz anders lernen.

Jugendliche und Politik via Internet: Liebe auf den zweiten Blick?

Wer denkt, dass die “Digital Natives” unvoreingenommen auf politische Online-Formate anspringen, der irrt. In puncto politischer Teilhabe existieren online ähnliche Barrieren wie offline, so Bettina Fackelmann auf carta.info über die Ergebnisse ihrer Studie „Sprichst du Politik?“.

ACTA ist tot – Es lebe CETA

Nur wenige Tage nach der Ablehnung des ACTA-Abkommens durch das EU-Parlament wurde bekannt, dass unter dem Namen CETA hinter verschlossen Türen über dieselben Paragrafen weiter verhandelt wird. Bereits jetzt beginnen die Aktivisten mit der Mobilisierung, berichtet Patrick Beth auf Zeit Online.

Das Urheberrecht ist längst reines Wirtschaftsrecht der Verwerter

Im Interview mit Brand Eins gibt der Rechtswissenschaftler Thomas Hoeren einen Überblick über den aktuellen Stand der Urheberrechtsdebatte. Bei aller Sachlichkeit stellt auch er fest: “Die Industrie hat sich über Jahrzehnte hinweg mit teilweise atemberaubenden Manövern Stück für Stück des Kuchens genommen, der ihr juristisch gesehen nicht gehört”.

Kauft die CDU Twitter-Follower?

Jens Schröder hat für das ZDF-Blog Hyperland nachgezählt: Am 25. April 2012 hatte der Twitteraccount der CDU rund 15.000 Follower, nur drei Tage später waren es bereits 5.000 mehr. Wie ist das zu erklären?

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