Digitale Presseschau 26/2012

Wird Deutschland gegenwärtig wieder von einer Mauer geteilt? Einer digitalen Mauer zwischen jenen, die das Web 2.0 aktiv nutzen und denen, die der digitalen Gesellschaft nicht angehören (wollen)? Diese These ist ebenso Thema in der Presseschau wie die Frage, ob „Shitstorms“ die politische Entscheidungskultur beschädigen. Dies und mehr in der aktuellen Ausgabe.

Der britische Code Club, eine freiwillige Schulhort-Initiative, in der Kinder das Programmieren lernen können, sucht neue Freiwillige. Das Vorstellungsgespräch sieht dabei jedoch anders aus als erwartet: Während sich hochrangige (und teils betagte) Vertreter der IT-Industrie auf den Bewerberplätzen finden, urteilt eine „Personalabteilung“ aus drei Knirpsen – und das alles andere als milde.

Wie die digitale Revolution die Deutschen spaltet

Die Internetnutzungs-Studie (N)ONLINERAtlas hat soeben bestätigt: In Deutschland gibt es gegenüber dem Vorjahr keine signifikante Zunahme an Internetnutzern. Dies ist nur ein Symptom eines Phänomens, mit dem sich Niklas Hofmann auf Süddeutsche.de auseinandersetzt, einer wachsenden digitalen Wissenskluft zwischen den Deutschen, in deren Folge sie in sehr verschiedene Lebenswelten abdriften.

Urheber: Wer hat recht?

Nach Monaten einer in schrillen Tönen geführten Debatte um das Urheberrecht ist es an der Zeit für eine Versachlichung des Konflikts – das findet zumindest Ulrich Horb. Folgerichtig leistet er auf globkult.de mit seiner Analyse der beteiligten Interessen einen konstruktiven Beitrag dazu – nicht ohne nachdrücklich auf die prekären wirtschaftlichen Verhältnisse vieler Urheber hinzuweisen.

Die Furcht vor dem Shitstorm

Das Internet ist ein ideales Werkzeug für einen Zugewinn an Demokratie– so die landläufige Meinung, nicht nur in der Netzszene. Wie passt das zum Bild von einer „governance by shitstorm“, einem vorauseilenden Gehorsam vieler Politiker gegenüber Protesten im Internet? Melanie Amann erörtert auf faz.net, wie anonyme Empörungswellen im Netz die demokratische Kultur beschädigen können.

Schwarmintelligenz im Internet

Schwarmintelligenz ist ein Begriff, der aktuell Konjunktur hat – Schwarmforscher Jens Krause erklärt im Interview auf dradio.de, welche Mechanismen bei dieser „kollektiven Selbstorganisation“ wirken, und vergegenwärtigt dem Leser viele Beispiele aus dem digitalen Alltag.

Bloggen unter Einsatz des Lebens

Julius Endert berichtet auf dem ZDF-Blog Hyperland vom diesjährigen internationalen Blog Award der Deutschen Welle und nimmt dabei den diesjährigen Gewinner in den Fokus, den persischen Blogger und Journalisten Arash Sigarch.

Am Boulevard der toten Links

Die unfassbare Datenfülle des Internets archivieren? Seine stetig im Fluss befindliche Architektur in feste Formen gießen? Die Deutsche Nationalbibliothek in Frankfurt hat vor Jahren den Sammelauftrag für elektronische Publikationen erhalten und betreibt seither eine Politik der kleinen Schritte, wie Thomas Thiel auf faz.net zu berichten weiß.

Kommentar verfassen