Digitale Presseschau 18/2012

Es gibt auch ein Leben neben der re:publica. Den Nachweis erbringt unsere heutige Presseschau – vom vermeintlichen Niedergang der Massenmedien im digitalen Zeitalter über neue Lösungsansätze beim Streit ums Urheberrecht bis hin zur unfreiwilligen Komik mancher Wahlkampf-Tweets in NRW.

Slacktivism, Shitstorms & co – die Netzgemeinde hat längst ein Vokabular entwickelt, das für nicht-netzaffine Bürger ein Buch mit sieben Siegeln darstellt. Die Bundeszentrale für politische Bildung lässt netzpolitische Begriffe auf der re:publica erklären.

Diskurs ist kein Exklusivthema der etablierten Medien”

Die Abgesänge auf die klassischen Massenmedien mehren sich. Inwieweit Chancen im Hoheitsverlust über die Berichterstattung liegen, wie sich die Rolle des Journalisten dadurch zwangsläufig ändert und was das für die Demokratie bedeutet, erklärt Wired-Chefredakteur Alexander von Streit im Interview auf diskurs.dradio.de.

“Urheberrecht darf im Alltag keine Rolle spielen”

In der Debatte um das Urheberrecht sind die Positionen extrem und meist unversöhnlich. Während viele Künstler sich durch die Download-Kultur enteignet und unter Wert verkauft sehen, fordern Teile der Netzgemeinde die Abschaffung des Urheberrechts. Leonhard Dobusch stellt bei Zeit Online seine vermittelnden Lösungsansätze vor, die vor allem im Sinne des digitalen Alltagshandelns formuliert sind.

Jennifer Paetsch: “Mehr Austausch führt zu besseren Ergebnissen”

Ein Teil des allgemeinen Interesses an der Piratenpartei beruht auf deren neuartigen basisdemokratischen Elementen im innerparteilichen Willensbildungsprozess – dem sogenannten liquid feedback. Dies auf gesamtgesellschaftliche Online-Beteiligungsprozesse zu übertragen, ist Ziel von Liquid Democracy-Mitgründerin Jennifer Paetsch. Im Interview mit tagesschau.de erklärt sie, wie dadurch unsere repräsentative Demokratie nicht ersetzt, sondern ergänzt werden soll.

Urheberrecht und Wissenschaft

Dass die Urheberrechtsdebatte zu Unrecht oft nur in Bezug auf Kunst und Kultur geführt wird, zeigt Matthias Spielkamp in seinem Kommentar auf diskurs.dradio.de überzeugend auf. Ebenso dringend müsse die Debatte im Feld der Wissenschaft geführt werden – da das dortige Urheberrechtsmodell eine Farce für den Steuerzahler darstelle. Weshalb er das so sieht und was er im Sinne vom „Open Access“ daran ändern will, führt er hier aus.

Öder Twitter-Wahlkampf in NRW

In seinem Beitrag auf Zeit Online unterstreicht Lenz Jacobsen, dass die Wahlkampf-Nutzung von Twitter die etablierten Parteien nicht zwangsläufig moderner oder cooler macht. Am Beispiel des TV-Duells zwischen Norbert Röttgen (CDU) und Hannelore Kraft (SPD) und den zeitgleich veröffentlichten Tweets ihrer Parteien zeigt der Autor, zu welch drögem Schauspiel die Nutzung sozialer Medien durch Politiker verkommen kann – und versucht sich an Ursachenforschung.

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