Deutschlands Ministerien erstmals im Dialogtest

Pressemitteilung: Deutschlands Ministerien erstmals im Dialogtest

Datum: 07.09.2006 | 09:30 Uhr
Von: politik-digital.de
Internet: www.politik-digital.de

Laut einer Studie von politik-digital.de liegt das Auswärtige Amt in Sachen Bürgerkommunikation ganz vorn. (Zur Studie)

Mehrere tausend Bürgeranfragen erreichen Monat für Monat die Bundesministerien. Eine externe Qualitätskontrolle der Antworten fand jedoch bisher nicht statt. Der Verein pol-di.net e.V./politik-digital.de legt nun mit der Studie „Politik kommunizieren. Eine vergleichende Analyse der Kommunikation von Bundesministerien“ erstmals einen Vergleichstest vor, in dem sich zeigt, wie gut die einzelnen Bundesministerien und das Kanzleramt wirklich auf Anfragen der Bürgern reagieren.

In der Studie wurden die Reaktionen der verschiedenen Bundesministerien und des Kanzleramtes auf schriftliche Bürgeranfragen untersucht. Sieger im Gesamtvergleich wurde das Auswärtige Amt. Im Ranking folgen das Bundesministerium der Finanzen (BMF) und das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Auf den letzten drei Plätzen finden sich das Bundesministerium für Wirtschaft (BMWi), das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Mit der Auswertung der Testanfragen wurde vier Wochen nach Absenden der Anfragen (per Brief, E-Mail oder Fax) begonnen. Die Bewertung erfolgte anhand einer Matrix, bei der Punkte für Rücklaufgeschwindigkeit, inhaltliche Qualität sowie Grad der persönlichen und einladenden Ansprache der Antwort vergeben wurden.

Die ersten großen Unterschiede zwischen den Ministerien offenbarten sich schon in der Rücklaufquote: Während das Auswärtige Amt im Untersuchungszeitraum auf acht von neun Anfragen antwortete, reagierte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung lediglich auf eine der neun. Briefe hatten dabei laut Auswertung noch die besten Chancen, beantwortet zu werden, E-Mails hingegen wurden oftmals einfach ignoriert. Zudem stellte sich heraus, dass schwierigere Anfragen bessere Chancen auf Beantwortung haben als leichte oder mittelschwere.

„Auch wenn es sich nur um eine Stichprobe handelt, ist es auffällig, dass es deutliche Unterschiede zwischen den Ministerien gibt“, erklärt Christoph Dowe, Geschäftsführer von pol-di.net/politik-digital.de. “Eigentlich sollte man erwarten können, dass alle Ministerien ähnlich rasch auf Bürgeranfragen reagieren. Offenbar bestehen in manchen Bereichen der ministerieninternen Kommunikationsstrukturen noch Herausforderungen auf dem Gebiet des Bürgerservice. Hier gibt es Optimierungsbedarf“.

Kerstin Plehwe, Vorsitzende der Initiative ProDialog, die die Studie unterstützt hat, ergänzt: „Die Ergebnisse zeigen nicht nur die variierende Qualität der Bürgerkommunikation der Ministerien, sie verdeutlichen darüber hinaus auch, dass das enorme Potential einer effizienten externen Kommunikation noch nicht in allen Ministerien in gleichem Umfang erkannt wurde. So wird diese wichtige Möglichkeit noch zu wenig genutzt, um mit Bürgerinnen und Bürgern in Kontakt zu treten und auf deren Anregungen und Wünsche zu reagieren“.

Die Studie ist als PDF-Datei hier abrufbar.

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