Polixea offline – was wird aus Trupoli?

Während alle Welt vom Superwahljahr und dem Durchbruch der Politik im Web spricht, wackeln die Fundamente bei einer der großen und etablierten Politseiten im Netz – der Zitatbewertungsseite trupoli.com. Erstes sichtbares Zeichen: Der Informationsdienst Polixea, erst im Juli 2008 mit Trupoli fusioniert, ist jetzt offline.

"Unter dieser URL sind keine Daten vorhanden" prangt groß auf der Startseite von polixea-portal.de. Die Seite, im Mai 2000 als politikerscreen.de gestartet und mit einer Lobby- und Redneragentur verbunden, soll nicht mehr weitergeführt werden. Im Juli 2008 war Polixea mit Trupoli fusioniert, "um das führende unabhängige Politikportal in Deutschland" zu schaffen", so der O-Ton der damaligen Pressemitteilung. Polixea war auf zahlreichen Homepages von Politikern und Bundesministerien verlinkt und schmückte sich mit Medienpartnern wie CNN oder dem ZDF.

Bei der Trupoli AG aus München, die auf Basis von User-Bewertungen und -Kommentaren von Politikerzitaten Geld mit Meinungsforschung verdienen will, hat dem Vernehmen nach eine weitere Finanzierungsrunde nicht stattgefunden. Es solle aber unter anderen Bedingungen weitergehen – möglicherweise mit anderen Verantwortlichen und verändertem Businessmodell. Mehr Informationen solle es auf einer Hauptversammlung geben. Der Start von Trupoli wurde u.a. mit Risikokapital von Sirius Venture Partners finanziert und ist auf der Sirus-Homepage im Portfolio des Fonds "Sirius Start I" genannt.

Update 18. Mai 2009: CEO Johannes Zumpe hat die Trupoli AG zum Mai 2009 verlassen. Gleiches gilt mit anderen Zeitpunkten für den Technikchef Rudolf Zeilhofer und Produktmanager Anian Leistner. Damit ist das Gründungsteam nicht mehr an Bord.

4 Antworten auf Polixea offline – was wird aus Trupoli?

  1. Gast sagt:

    Was ist denn bitte an Trupoli “groß und etabliert”? Null Impact bei gar nix. Keine Ahnung wo deren Klicks herkommen – aber ich kenne niemanden, der sie kennt.

  2. Gast sagt:

    Schade, gerade jetzt wo der “Informationsdienst Polixea/Trupoli Berlin” zumindest ein Drittel Grimme-Nominierung eingeheimst hat:
    http://www.zdf.de/ZDFheute/druckansicht/10/0,6903,7586938,00.html
    Tragisches Schicksal.

    Auch bei trupoli scheint man schon das Licht ausgeknipst zu haben (nur der Server läuft noch: Top-Thema auf http://www.trupoli.com/de/ ist immer noch das Bankenenteignungsgesetz – vor Lichtjahren mal eine Top-Nachricht)

  3. sgievert sagt:

    Groß und etabliert daher, weil auf der Homepage schon vergleichsweise viel los war, also die Community für zwei Jahre eine ganz gute Größe hatte. Und auch der Kapitaleinsatz war für eine Web 2.0-Website im politischen Bereich schon ganz beachtlich.

  4. sgievert sagt:

    Die FAZ berichtet heute in ihrer Printausgabe über die ausbleibenden Folgefinanzierungen, insbesondere bei Web 2.0-Startups. Bei Communities werde es eher zu einer Bereinigung kommen, so Risikokapitalgeber Christian Leyboldt im Interview.

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