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Obamas Transparenzoffensive

Am ersten Tag seiner Amtszeit hat Barack Obama angekündigt, unter seiner Präsidentschaft werde die Verwaltung transparenter und öffentlicher werden. Etwas mehr als 100 Tage später startet die US-Regierung nun zwei Onlineangebote für die Bürger.

In einem ersten Schritt sollen im "Open GovernmentBrainstorming" Ideen und Wünsche gesammelt werden, wie die Regierungsarbeit offener und transparenter gestaltet werden kann. Die Bürger können eigene Vorschläge einbringen oder andere kommentieren und bewerten. So stellen die Nutzer selbst die Reihenfolge der Vorschläge zusammen und können ihrem bevorzugten Entwurf besonderen Nachdruck verleihen. Die besten Vorschläge sollen dann in einem Blog veröffentlicht und kommentiert werden, bevor abschließend in einem Wiki an einem gemeinsamen Entwurf gearbeitet werden soll.

User-Generated Government?

Die Regierung verspricht, die Vorschläge sorgfältig zu prüfen und die besten davon in ihre Arbeit zu übernehmen. Obamas Beraterin Valerie Jarrett erhofft sich davon eine neue Ära der offenen Regierungsarbeit, wie sie in einem Video zur Veröffentlichung der Seite erklärt. Man wolle das Fachwissen der Regierungsbeamten in Washington "um das Wissen und die Erfahrung des amerikanischen Volkes" ergänzen und mit den Bürgern zusammen arbeiten, um neue Wege für die Öffnung der Verwaltung zu finden und damit zu experimentieren.

Parallel startete die US-Regierung mit data.gov auch ein Angebot, das den Zugriff auf alle öffentlichen Daten der Bundesorgane ermöglichen soll. Bisher findet man erst eine Hand voll Datensätze von Energieverbrauchsdaten bis hin zu Wetteraufzeichnungen, doch soll die Zahl der verfügbaren Datenbanken schnell steigen. Alle Faktensammlungen sind in maschinenlesbaren Formaten veröffentlicht und sollen so für die verschiedensten Anwendungen benutzbar sein.

Die Verwaltung verspricht sich davon nicht nur eine größere Transparenz für die Bürger, sondern erwartet auch Vorteile für die eigenen Abläufe. Auch mancher Behörde fiele es nämlich schwer, an die Daten anderer Regierungsorganisationen zu gelangen.

EOT
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Christian Jung

Christian Jung (23) studiert Sozial- und Politikwissenschaften an der Uni Gießen und schreibt als freier Autor für politik-digital.de

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