Zehn ganz legale Anonymisierungstricks

Die Bundesregierung will die Vorratsdatenspeicherung. Wer wann welche Internetseiten besucht oder wem E-Mails bzw. SMS schreibt, soll dann sechs Monate lang gespeichert werden. Doch es gibt ganz legale Wege, die Speicherung zu umgehen.

 

Geht es nach den Plänen der Großen Koalition, soll
die Voprratsdatenspeicherung ab dem 1. Januar 2008 starten. Wenn
der Bundestag zustimmt, müssen Telekommunikationsdienstleister
wie Telekom oder Arcor auch ohne konkreten Verdacht für sechs
Monate nachhalten, wer wann wo mit wem in Kontakt war. So soll die
Strafverfolgung erleichtert werden. Der Inhalt von Telefongesprächen,
besuchten Webseiten oder SMS ist davon nicht betroffen.

Mit folgenden Tipps und Tricks kann jeder Internetnutzer die Speicherung
dieser Informationen legal umgehen:

Telefonieren

Die Nutzung von öffentlichen Telefonen und Telefonzellen ist
die einfachste anonyme Alternative zu Vertragshandy, Internettelefonie
und Festnetztelefon. Um beim Mobiltelefonieren keine nachvollziehbaren
Verbindungsdaten zu hinterlassen, sollte man Prepaid-Karten für
das Handy benutzen. Diese müssen nicht auf den eigenen Namen
registriert werden. In einigen Fällen kann man diese Guthaben-Karten
auch für mobiles Internet via UMTS einsetzen und sich so drahtlos
und – zumindest in Sachen Vorratsdatenspeicherung – überwachungsfrei
im Internet bewegen.

Surfen im Internet

Internet ohne Speichern der persönlichen Kommunikationsdaten:
Hier reicht es eigentlich, sich über einen Internetanschluss
einzuwählen, der nicht unter dem eigenen Namen registriert
ist. Das geht am Einfachsten, wenn man in Internetcafés surft
oder offene Funknetzwerke verwendet. Dabei sollte man jedoch jederzeit
auf die Verwendung von verschlüsselten Internetseiten achten.

Eine weitere Möglichkeit, der Vorratsdatenspeicherung im Internet
zu entgehen, sind so genannte Anonymisierungsnetzwerke wie Anon
Proxy
oder TOR.
Bei diesen oft kostenlosen Diensten lädt man sich ein bestimmtes
Porgramm herunter, dass die Verbindung zum Internet über eine
ganze Reihe zwischengeschalteter Verbindungsstellen übernimmt.
Dann kann man ruhig über die eigene Internetverbindung ins
Netz gehen, da nur die Nutzung dieser Anonymisierungsdienste, nicht
aber das tatsächliche Kommunikationsziel gespeichert werden
kann – wenn die Anonymisierungserver wie beim TOR-Netzwerk
außerhalb der Europäischen Union stehen.

Eine technisch kompliziertere Möglichkeit ist der Einsatz
von Virtuellen Privaten Netzwerken (VPN) mit einem Rechner außerhalb
der EU. Hier wird wie bei einem lokalen Netzwerk eine direkte Verbindung
mit einem Rechner in einem anderen Land aufgebaut, von dem aus dann
der Zugriff auf das Internet erfolgt. Ähnlich wie bei den Anonymisierungsnetzwerken
wird bei Virtuellen Privaten Netzuwerken nur der Zugriff auf den
Rechner gespeichert, alles dahinter kann nicht erfasst werden.

E-Mail

Auch wenn E-Mails von Natur aus nicht anonym sind, kann man mit
einigen Tricks der geplanten Speicherung eigener Daten entgehen
und so relativ unerkannt via E-Mail kommunizieren.

Der einfachste Trick ist die Nutzung des Entwurf-Ordners eines
gemeinsamen E-Mailkontos bei einem willkürlichen Webmailprovider
wie Gmail.com oder GMX. Wenn mehrere Leute das Passwort haben, müssen
die Mails erst gar nicht verschickt werden und sind trotzdem von
mehreren Nutzern abrufbar.

Beste Möglichkeit ist die Verwendung von E-Mail-Diensten,
die ihren Sitz außerhalb der Europäischen Union haben
und die eine verschlüsselte Kommunikation zulassen. Die Verbindungsdaten
müssen dann nicht beim jeweiligen Internetzugangsdienstleister
gespeichert werden.

Technisch aufwändiger ist die Verwendung von Remailern. Technisch
versierte Nutzern können so Ihre E-Mail ohne Absender und über
viele, schwer nachvollziehbare Umwege versteckt zum Empfänger
senden.

Diese Hinweise beziehen sich jedoch nur auf die Umgehung der Vorratsdatenspeicherung;
um den eigentlichen Inhalt zu verschlüsseln, empfiehlt sich
die Verwendung von Verschlüsselungssoftware wie zum Beispiel
Pretty-Good-Privacy.

Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung hat eine Liste
von Programmen
zusammengestellt, die dabei helfen können,
keine verfolgbare Spuren im Internet zu hinterlassen und eigene
Informationen zu schützen.

Eine Antwort auf Zehn ganz legale Anonymisierungstricks

  1. ich lebe in Paraguay , habe eine e-mail in Hongkong .
    im Grunde ist das fuer mich nicht relevant . Aber es aergert
    mich. Wie die persoenlichkeits Rechte , der Buerger untergraben werden.Unter dem Totschlag Argument, der Terroristen-Bekaempfung
    das Grundgesetz zu kippen .
    Gruss
    Georg Froehlich , PY

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