Überschwemmungen in Pakistan Top-Nachrichtenthema im August

Die Überschwemmungskatastrophe in Pakistan führt die Liste der Top-Nachrichtenthemen in den vier größten Fernsehsendern im August an, wie der InfoMonitor des Instituts IFEM, Köln, ermittelte. Knapp drei Stunden (176 Minuten) Berichterstattung in "Tagesschau", "heute", "RTL aktuell" und "Sat.1 Nachrichten" entfielen zusammen genommen auf dieses Thema.

Auf Rang 2 folgt mit 96 Minuten das Hochwasser in Ostdeutschland, Polen und Tschechien. Die Debatte über längere AKW-Laufzeiten (72 Minuten) sowie die Brände in Russland (67 Minuten) nehmen die Plätze 3 und 4 ein. Weitere Themen unter den Top-10 sind das Love-Parade-Unglück in Duisburg, verschüttete Bergleute in Chile, Sicherungsverwahrung von Straftätern, Proteste gegen das Bahnprojekt 21 in Stuttgart, die Diskussion über eine Reform der Bundeswehr sowie die Kritik an Google Street View.

 

Top 10

Untersuchungszeitraum: 1.8.-31.8.2010
Untersuchte Sendungen: Tagesschau (20 Uhr); heute (19 Uhr); RTL aktuell; Sat.1 Nachrichten.
Quelle: IFEM, Köln.
Grafik: politik-digital.de

Die Unterschiede in der Themenrangfolge bei den einzelnen Nachrichtensendungen waren im August relativ gering. Bei den "Sat.1 Nachrichten" platzierte sich das Hochwasser in Ostdeutschland, Polen und Tschechien auf Platz 1, während bei den anderen drei Hauptnachrichtensendungen die Überschwemmungen in Pakistan die Liste anführten. Für "Tagesschau" und "heute" war die SPD-interne Diskussion über die Rente mit 67 ein Top-10-Thema, für RTL und Sat.1 nicht. Für die "Sat.1 Nachrichten" war die Kritik am neuen Buch von Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin ein Topthema, ebenso wie für die Nachrichtenmagazine "Tagesthemen" und "heute-journal". Das "heute-journal" berichtete außerdem am umfangreichsten über die Lage in Afghanistan und die Abdichtung eines Öl-Bohrlochs im Golf von Mexiko. Die "Tagesthemen" berichteten mehr als die anderen Nachrichtensendungen über das Ende des US-Kampfeinsatzes im Irak und das Sorgerecht für Väter nicht-ehelicher Kinder.

Geringerer Politikanteil wegen Berichterstattung über Katastrophen

Die Präsenz von nicht weniger als vier Themen aus dem Bereich Unfall/Katastrophe in den Top-10 trug wesentlich dazu bei, dass im August der Politikanteil in den Fernsehnachrichten deutlich niedriger lag als im Vormonat. Vor allem bei "Tagesschau" und "heute", aber auch bei "Tagesthemen" und "heute-journal" lagen die Anteile für Unfall/Katastrophe erheblich höher als sonst, während die Politik deutlich weniger als in den meisten Monaten zuvor zum Zuge kam. Bei RTL und Sat.1 machte sich diese Verschiebung nicht ganz so stark bemerkbar, da in diesen Sendern der Politikanteil in Nachrichten ohnehin regelmäßig geringer und der Katastrophenanteil höher ausfällt als bei ARD und ZDF.

Im Einzelnen verzeichnete die "Tagesschau" im August einen Politikanteil von 33 Prozent (entspricht 5 Minuten pro Ausgabe), "heute" von 25 Prozent (5 Minuten). Bei „RTL aktuell“ wurde ein Anteil von 17 Prozent (4 Minuten) ermittelt, bei den „Sat.1 Nachrichten“ 24 Prozent (3 Minuten). Die „Tagesthemen“ kamen auf 30 Prozent (8 Minuten) Politikanteil und das „heute-journal“ auf 31 Prozent (7 Minuten).

Themenstruktur Prozent

Untersuchungszeitraum: 1.8.-31.8.2010
Untersuchte Sendungen: Tagesschau (20 Uhr); heute (19 Uhr); RTL aktuell; Sat.1 Nachrichten; Tagesthemen; heute-journal.
Quelle: IFEM, Köln.
Grafik: politik-digital.de

Themenstruktur Minuten

Untersuchungszeitraum: 1.8.-31.8.2010
Untersuchte Sendungen: Tagesschau (20 Uhr); heute (19 Uhr); RTL aktuell; Sat.1 Nachrichten; Tagesthemen; heute-journal.
Quelle: IFEM, Köln.
Grafik: politik-digital.de

Weniger Politikerauftritte, nur SPD mit leichtem Anstieg

Der niedrigere Politikanteil im August machte sich auch durch eine geringere Politikerpräsenz in den Fernsehnachrichten bemerkbar. Außer der SPD, die leicht von 174 auf 183 Auftritten ihrer Politiker zulegte, verzeichneten alle Parteien eine geringere Präsenz als noch im Juli. Mit Abstand die meisten Auftritte erzielt nach wie vor die CDU (475). An dritter Stelle (hinter der SPD) liegt die FDP mit 147 Auftritten, gefolgt von CSU (79), den Grünen (73) und der Linken (27).

Parteienpraesenz

Untersuchungszeitraum: 1.8.-31.8.2010
Insgesamt 1000 Politikerpräsentationen (genannt, gezeigt oder O-Ton).
Untersuchte Sendungen: Tagesschau (20 Uhr); heute (19 Uhr); RTL aktuell; Sat.1 Nachrichten;Tagesthemen; heute-journal.
Quelle: IFEM, Köln.
Grafik: politik-digital.de

Unangefochten liegt weiterhin Kanzlerin Angela Merkel mit 93 Auftritten an der Spitze aller deutschen Politiker. Erstmals rangiert Bundesinnenminister Thomas de Maizière auf Rang 2 mit 47 Auftritten vor Außenminister Guido Westerwelle (44 Auftritte). Neu in der Liste der 20 am häufigsten in den Fernsehnachrichten präsenten Politiker ist Thilo Sarrazin, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank, umstrittener Buchautor und Mitglied der SPD. Sarrazin liegt mit 24 Auftritten auf Platz 8.

Politikerpraesenz

Untersuchungszeitraum: 1.8.-31.8.2010
Insgesamt 1000 Politikerpräsentationen (genannt, gezeigt oder O-Ton).
Untersuchte Sendungen: Tagesschau (20 Uhr); heute (19 Uhr); RTL aktuell; Sat.1 Nachrichten; Tagesthemen; heute-journal.
Quelle: IFEM, Köln.
Grafik: politik-digital.de

 

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