Stefan Zwierlein vom Google Watch Blog in der Blogsprechstunde: “Google ist wie ein guter Freund”

Am 4. September 2007 war Stefan Zwierlein vom Google Watch Blog zu Gast in der Blogsprechstunde von politik-digital.de und den Blogpiloten. Im Chat sprach er über die Beeinflussung von Lesern, die Angst vor Datenmissbrauch und kommende Dienste von Google.

Eine Auswahl von Fragen und Antworten finden Sie bereits hier. Das vollständige Transkript gibt es wie immer bei politik-digital.de.

Stefan Zwierlein

Seid ihr eigentlich pro Google, contra Google oder neutral?

 


"Da wir uns als große Google-Fans ansehen, sind wir natürlich eher pro
eingestellt und wir freuen uns über jede Neuigkeit und jeden Vorteil,
den Google uns bietet. Es ist aber nicht so, dass wir alles versuchen,
schön zu reden, was Google tut – wir sind ja keine Pressesprecher ;-)
Es würde also nichts geben, was wir nicht schreiben würden, um
irgendjemanden zu schonen. Wir beachten aber sehr wohl die Fairness,
die man dabei haben sollte. Aber bad news sind ja bekanntlich auch good
news. Tatsächlich hat es auch noch kaum Konfliktfälle gegeben."


Wenn man Euren Blog durchgeht, stellt man fest, dass Ihr sehr stark
über die Produkte schreibt und redet. In der Community gibt es ja
mittlerweile eine ziemliche Diskussion über die Rolle von Google, in
Deutschland lahmt die ganze Diskussion ja etwas, ich nenne nur die
Stichworte Copyright, Privacy und auch technologische Fragen. Habt ihr
all diese Fragen auf der Agenda oder interessieren die euch gar nicht?


"Uns interessieren vor allem die technischen Innovationen. Die
ethischen Folgen, die daraus entstehen, werden intensiv von der
Community in den Kommentaren ausdiskutiert, die bei uns ein Forum für
solche Themen bieten."


Bereitet Dir die rasante Entwicklung von Google für die Zukunft Angst,
gerade im Hinblick auf die Menge an Daten, welche man im Laufe der Zeit
über Dich gesammelt hat?


Vielleicht nicht Angst", aber Sorge", was in den falschen Händen damit angestellt werden kann?
"Angst bisher noch nicht, aber Respekt und Vorsicht. Mittlerweile gibt
es schon Momente, in denen ich mir denke "Mein Gott, das habe ich
Google auch schon anvertraut…". Irgendwie hat Google, und das wohl
nicht nur bei mir, den Stand eines sehr guten Freundes, dem man jedes
Geheimnis erzählt und darauf vertraut, dass er es nicht weiter erzählen
wird. Und Google gibt mir dafür sogar noch jede Menge Vorteile. Wir
haben beide keine Sekunde gezögert, die Web History – also im Grunde
die letzte Privatsphäre im Internet – zu aktivieren und Google
mitzuteilen, wo wir gerade genau surfen. Allerdings halte ich
persönlich Google bei sicherheitskritischen Anwendungen heraus. Also da
gibt es schon noch Ausnahmen. Problematisch wird es in der Tat, wenn
man davon betroffen ist, ohne davon etwas zu wissen. Es gibt einige
Google-Dienste, bei denen das inzwischen der Fall ist."

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