Smartphone statt Pfefferspray? Eine App gegen sexuelle Belästigung

Hände mit Smartpgones, Jana Donat/politik-digital CC-BY-SA 3.0
Sexuelle Belästigung auf der Straße gehört für viele Frauen weltweit zum Alltag. In der Provinz Punjab im Osten Pakistans, einem der gefährlichsten Länder für Frauen, haben die Behörden nun eine App vorgestellt, die es ermöglicht, der Polizei Vorfälle so schnell wie möglich zu melden.

Wenn sich eine Nutzerin der neuen App bedroht fühlt, kann sie mit einem Tipp auf das Display ihres Smartphones ein Notfallteam der Polizei rufen. Dieses kann ihren Standort durch das GPS des Handys ermitteln und ihr so schnellstmöglich zur Hilfe eilen. Außerdem hat die Anwendung auch eine Hilferuf-Option für Frauen, die häuslicher Gewalt ausgesetzt sind. Andere Funktionen sind eine Karte, auf der Nutzerinnen unsichere Standorte markieren können, sowie der Zugang zu einer kostenlosen Helpline, die unter anderem Informationen rund um Frauenrechte vermittelt. Ähnliche Apps sind auch in anderen Ländern wie Indien bereits im Einsatz.

AktivistInnen begrüßen die App und ihre Funktionen, auch weil sie zeige, dass sich die Behörden für eine Verbesserung der Situation in Punjab einsetzen. Allerdings weisen die AktivistInnen darauf hin, dass vor allem Frauen in den ländlichen und deutlich ärmeren Regionen keine Smartphones besitzen. Ein weiteres Problem sehen sie im Verhalten der Polizei, die diesen Vorfällen in der Vergangenheit nicht genug Beachtung geschenkt habe.

Auf dem Weg zu mehr Sicherheit für Frauen mag diese App nur eine technische Zwischenlösung sein, lässt aber hoffen, dass die Politik dem Thema mehr Beachtung schenkt.

Titelbild: Jana Donat/politik-digital, CC-BY-SA 3.0

CC-Lizenz-630x1101

 

Kommentar verfassen