Schäuble: “Ich verteidige die Freiheit”

30 Minuten Wolfgang Schäuble live im Video-Chat: Der Bundesinnenminister beantwortete am Donnerstag, 12. März, im Video-Chat Fragen der User von tagesschau.de und politik-digital.de.

Video-Chat mit Wolfgang Schäuble

Schäuble sprach sich gegen schärfere Waffengesetze aus, äußerte sich zueinem Verbot von "Killerspielen" und chattete zum ThemaVorratsdatenspeicherung. Schäuble war Premierengast imVideo-Chat-Format, in der kommenden Woche wird Sandra Maischberger dieFragen der User beantworten. Falls Sie den Chat verpasst haben solltenoder das Video noch einmal sehen wollen, einfach das Bild klicken.

16 Antworten auf Schäuble: “Ich verteidige die Freiheit”

  1. Gast sagt:

    Interessant dass die Person, die sich selber als “Verfechter der Freiheit” nennt, bisher nur Gesetze eingebracht hat, die Richtung Diktatur gehen…. naja… habe wohl einfach nicht so den Durchblick wie ein Politiker *ironie*

  2. Gast sagt:

    Wie nicht anders zu erwarten, hat der Bundesinnenminister auch an dieser Stelle wieder nur die uebliche Konservenkost praesentiert. Jegliche Fragen, die tiefer in die Materie gefuehrt haetten, wurden mit den schon bekannten Argumenten abgewiesen. Zwischendurch war er ja auch mal wieder richtig pampig.
    Dass dieser Mann ganz offensichtlich die eigenen Erlebnisse nicht verarbeitet hat, und stattdessen nun die Republik mit seinen Vorstellungen zu Sicherheit und Kontrolle geisselt, stoesst umso uebler auf, nachdem sich gewisse Politiker(innen) herausnehmen, anderen europaeischen Staaten die Demokratie erklaeren zu wollen.

  3. Gregor Tebone sagt:

    Warum wurde eigentlich die Top-Frage aus dem Pre-Chat nach der Gewaltenteilung nicht gestellt? Wenn aus Herrn Schäubles Ministerium immer und immer wieder verfassungswidrige Gesetzesvorschläge kommen und sich Herr Schäuble auch nicht entblödet, das Bundesverfassungsgericht dafür zu schelten, dass es diese auftragsgemäß stoppt, scheinen da doch grundlegende Probleme im Demokratieverständnis vorzuliegen. Denen auf den Zahn zu fühlen wäre schön gewesen. Schade, Politik-digital, Chance vertan.

  4. sgievert sagt:

    Hallo Gregor Tebone, die Fragenauswahl im Live-Chat übernimmt unser Partner tagesschau.de – und das in einer Livesituation unter großem Zeitdruck. Neben der Userabstimmung werden dabei auch journalistische Kriterien angelegt (u.a. Aktualität, Prägnanz, Relevanz). Auch formale Gründe können angesichts der Live-Situation eine Rolle spielen: Die Länge der Fragen ist beispielsweise unter Umständen genauso entscheidend wie andere Gründe. Wir können leider nur immer wieder in den Regeln, den FAQs und der Ankündigung darauf hinweisen, dass die User sich möglichst kurz fassen und möglichst prägnante Fragen stellen (und Fragen auch möglichst einzeln stellen, der genannte Beitrag beinhaltete meines Wissens eine komplexe Kette von Fragen, die man live ohne mehrfaches Lesen kaum erfassen konnte). Die beiden anderen sehr langen Fragen, die ähnlich viele Stimmen hatten, wurden ja auch im Chat gestellt. Letzendlich kann man es leider nie allen recht machen – jeder will, dass seine Frage gestellt wird. Dann müssten wir aber zwei bis drei Tage am Stück chatten. Und wir wollen die Fragen nicht editieren bzw. die verfügbaren Zeichen für einen Eintrag stark verkürzen.
    Und wer jetzt hier versucht ist, “Zensur” zu rufen, möge bitte die Transkripte unserer Chats auf kritische Fragen hin überprüfen (www.politik-digital.de/chats). Persönliche Angriffe, falsche oder nicht überprüfbare Tatsachenbehauptungen, Beleidigungen oder Unterstellungen werden wir jedoch weiterhin nicht dulden.

  5. Gast sagt:

    Herr Schäuble hat sich bereit erklärt, live den Usern im Chat zur Verfügung zu stehen.
    Ihn inhaltlich in die Kritik zu nehmen, ist ok.
    Aber in zu bashen finde ich unangebracht.
    Wer ohne die Brille “der-erzählt-doch-ohnehin-nur-was-ihm-in-den-kram-passt” mal genau zuhört, erkennt, dass Herr Schäuble durchaus auf die Fragen der User eingeht und sich bemüht hat, den Fragen nicht auszuweichen.
    Man muss mit Herrn Schäuble inhaltlich nicht übereinstimmen. Aber ihm zuhören sollte man schon!

  6. sgievert sagt:

    Bei aller berechtigten Kritik an der Sicherheitspolitik des Bundesinnenministers (und ohne mich jetzt zum Pressesprecher des BMIs zu machen): Befasst man sich näher mit ihm und seinem Ministerium, fallen auch einige andere Punkte auf. Das BMI lässt beispielsweise Gesetzesentwürfe im Internet diskutieren (www.e-konsultation.de ist zwar noch sehr formal und funktioniert nach ziemlich komplizierten Prozessen) und “denkt” in Richtung ePartizipation. Soweit ich weiß, ist das auch eine “Ministersache”, d.h. Schäuble ist persönlich damit befasst. Der Mann ist also meines Erachtens differenzierter als sein Bild in der Öffentlichkeit.

  7. Gast sagt:

    Wo ist das Video denn hinverschwunden? War zwar in einer bedauerlich schlechten Qualität, aber es deswegen gleich ganz zu entfernen? Wüsste zur Qualität auch gerne, warum es Hobby-Medienmachern beim Castor möglich war sauber syncronisierte Livebilder zu senden, aber es der Tagesschau nicht möglich ist ein Video in annehmbarer Qulität zu produzieren. Sollte als konstruktive Kritik verstanden werden.
    Finde grundlegend Instrumente wie direkte Fragestunden an Politiker, ePetitionen und ePartizipation sehr positiv, aber warum muss das immer technisch so schlecht umgesetzt werden. Ich entwickle selbst Webites und Webanwendungen und weiß das es besser geht.
    Ganauso müsste das nervige abschreiben der Spamschutzbilder und das nachträgliche löschen von Mehrfachklicks (z.b beim Zähler der Abstimmung über die Fragen) derselben IP nicht sein, wenn man dies gleich beim verarbeiten über die IP abgleicht. Um dem Datenschutz gerecht zu werden könnte man diesen abgleich verschlüsselt machen.
    Nur so ein paar kreative Tips am Rande um nicht nur zu meckern, sondern auch was beizutragen.

  8. Dominik Boecker sagt:

    Gibt es irgendwo ein Transcript?

  9. sgievert sagt:

    Hallo, die Videoaufzeichnung ist wieder in besserer Qualität online. Ein Transkript, also eine Abschrift des Chats, wird es leider nicht geben.

  10. micha sagt:

    darf man erfahren, warum es ausgerechnet von diesem Chat kein Transkript gibt? Ich fände das sehr brauchbar, um das ganze auch z.B. hörgeschädigten zugänglich zu machen. Ein Gespräch, bei dem der Gesprächspartner (grösstenteils) aus Steuergeldern und der Moderator und die Technik aus Rundfunkgebühren gezahlt werden, sollte eine Abschrift drin sein. Wenn es am Personal mangelt, stelle ich gerne eine bereit.

  11. sgehrke sagt:

    Sehr geehrter Micha,

    herzlichen Dank für Ihren konstruktiven Kommentar. Das Transkript in unseren Textchats soll es den Lesern, die den Chat nicht live verfolgen konnten, ermöglichen, die Inhalte des Chats auch später zur Kenntnis nehmen zu können. Dieses ist auch ohne großen Aufwand möglich, da der Text ja bereits in schriftlicher Form vorliegt. Wir bringen ihn im Anschluss an den Chat lediglich in eine optisch lesbare Form.

    Beim Videochat, den wir mit Wolfgang Schäuble als Premiere veranstaltet haben, ist für solche Fälle die Aufzeichnung vorgesehen. Eine Abschrift des gesprochenen Wortes ist zudem schwer lesbar. Wir haben u.a. aus diesem Grund darauf verzichtet. In der Tat ist jedoch der Hinweis, den Inhalt auch barrierefrei zur Verfügung zu stellen, ein guter, den wir mit unserem Partner tagesschau.de besprechen werden.

  12. Gregor Tebone sagt:

    Danke für die Antwort,
    die Fragenauswahl im Live-Chat übernimmt unser Partner tagesschau.de und das in einer Livesituation unter großem Zeitdruck.

    Es bestand kein Zeitdruck, die Frage war etliche Stunden vor Chatbeginn bereits die meistgewünschte. Sie war sachlich, nicht zu lang, relevant und topaktuell (bezog sich auf eine am Tag zuvor veröffentlichte Äußerung Schäubles). Vielleicht war sie einfach nicht opportun.

    der genannte Beitrag beinhaltete meines Wissens eine komplexe Kette von Fragen, die man live ohne mehrfaches Lesen kaum erfassen konnte

    Die Frage war einfach zu erfassen. In Kurzform: Wenn Schäuble das BVG kritisiert, weil es zu sehr in den Gesetzgebungsprozess eingreife, wie steht er dann zur Gewaltenteilung?

    Letzendlich kann man es leider nie allen recht machen – jeder will, dass seine Frage gestellt wird.

    Ich will nicht, dass die Frage gestellt wird, weil sie von mir kam, sondern weil 1400 Menschen wollten, dass sie Schäuble gestellt wird, mehr als für jede andere Frage. Ich verstehe immer noch nicht, warum sie dennoch nicht gestellt wurde. Zensur ist das natürlich nicht, aber ich habe doch den Verdacht, dass man dem Minister eine unangenehme Frage ersparen wollte.

  13. s gievert sagt:

    Ich muss Ihnen widersprechen, auch wenn sich im Nachhinein immer trefflich streiten lässt: Der Zeitdruck ist enorm, weil auch live laufend neue Fragen hereinkommen, die gelesen, teilweise nachrecherchiert und eingeordnet werden müssen. Und die Fragen waren meine Erachtens wirklich sehr lang.
    Dass es nicht opportun gewesen sein, die Frage zu stellen, möchte ich hier zurückweisen – es sind im Chat sehr kritische Fragen gestellt worden.
    Die Abstimmung ist nicht repräsentativ – Fragen, die früher gestellt werden, können stets mehr Stimmen bekommen als aktuelle. Dennoch möchten wir auch aktuelle Fragen berücksichtigen, sonst kann sich der Gast tatsächlich eine Antwort zurecht legen, wie an anderer Stelle häufig behauptet wurde. Und der spontane Charakter eines Live-Chats wäre dahin.

  14. Gregor Tebone sagt:

    Danke für die Antwort,

    Der Zeitdruck ist enorm, weil auch live laufend neue Fragen hereinkommen

    Das hat aber nichts mit den Fragen von der Website zu tun, über die wir hier reden.

    Fragen, die früher gestellt werden, können stets mehr Stimmen bekommen als aktuelle.

    Genau das war das Bemerkenswerte an meiner Frage: Sie hat in nur 12 Stunden alle anderen überholt.

    Dennoch möchten wir auch aktuelle Fragen berücksichtigen

    Nochmal: Die Frage bezog sich auf eine Äußerung Schäubles in einem von der FAZ am 11.03.2009 veröffentlichten Streitgespräch mit dem ehemaligen Verfassungsrichter Winfried Hassemer. Aktueller geht’s kaum. Pech, dass das Interesse an dem Tag mehr dem Amoklauf galt.

    sonst kann sich der Gast tatsächlich eine Antwort zurecht legen, wie an anderer Stelle häufig behauptet wurde. Und der spontane Charakter eines Live-Chats wäre dahin.

    Wenn alles live sein soll, wozu sammelt Ihr dann überhaupt vorher Fragen? Ich finde das zwar gut, aber nur, wenn die, sagen wir, interessantesten 3 Fragen davon dann auch gestellt werden.

    Können wir uns darauf einigen, nicht über Fragen allgemein sondern um diese eine spezielle, die von den Websitebesuchern meistgewünschte, zu reden? Ich hadere hier übrigens nicht aus gekränktem Stolz, sondern weil ich es wirklich nur sehr, sehr seltene Gelegenheiten gibt, Schäuble nicht nur harmlose Fragen zu stellen. Und Herrn Schäubles ganz spezielles Verständnis von Demokratie interessiert offenbar viele Menschen.

  15. Gast sagt:

    Kann man das Video und das Transkript herunter laden? Wenn ja, wo?

  16. SchreiberIn sagt:

    Ich möchte hier den Aufschlag für ein vollständiges Transskript machen. Es ist der wörtliche Text bis 1:30min. Wenn jedeR hier 1-2minuten übernimmt sollte das recht schnell zu meistern sein.
    MOD:Willkommen im Tagesschau-Chat, das ist der erste Videochat. Sie können das Gespräch live in Bild und Ton im Livestream verfolgen. Vielen Dank schon mal vorab für die rege Beteiligung im sogenannten Pre-Chat; dort konnten Sie seit Montag Abend Fragen stellen und die Fragen anderer User bewerten. Das ist unglaublich zahlreich geschehen, worüber wir uns freuen, und es sind so viele Fragen, dass wir locker 3 Stunden hier sitzen könnten und sprechen; das gibt das Zeitlimit leider nicht her. Insofern bitte ich sehr um Verständnis, wenn wir nicht alle Fragen stellen können zumal wir ja auch die live eintreffenden Fragen berücksichtigen wollen, die hier jetzt im Chat als Frage oder auch als Nachfrage an unseren Gast eintreffen.
    Als Premierengast hier im ARD Hauptstadtstudio darf ich Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble begrüßen. Vielen Dank dass sie Zeit für die Fragen der user von tagesschau.de und politik-digital.de haben.
    SCHÄUBLE: Guten Tag
    MOD:Herr Schäuble, es ist ein ernster Tag heute für Deutschland. Sie haben Trauerbeflaggung angeordnet. Was war ihr erster Gedanke gestern, als sie die schreckliche Nachricht aus Winnenden erhielten?
    SCHÄUBLE:Die erste Reaktion ist Fassungslosigkeit. Man frägt sich, was kann einen jungen Menschen dazu bringen, sich so entsetzlich zu verhalten und so furchtbaren Leid zu verursachen.

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