Razzien in Internet-Cafés im Iran

Die Reporter ohne Grenzen berichten über die Schließung von 24 Internet-Cafés in Teheran. Zudem wurden 23 iranische Internet-Nutzer festgenommen und inhaftiert – darunter 11 Frauen. Diese Aktion der Teheraner Polizei stellt eine weitere Verschärfung der restriktiven Medienpolitik der iranischen Regierung dar.

 

In einer Pressemitteilung vom 18.11.07 bezeichnen die Reporter ohne Grenzen die Gründe für die Festnahmen als „extrem vage“ und verlangen die sofortige Freilassung der Inhaftierten. Statt konkreter Verbrechen wird ihnen lediglich „unmoralisches Verhalten“ vorgeworfen.

Die Menschenrechtsorganisation vermutet einen Zusammenhang der Aktion mit einer im April diesen Jahres gestarteten Regierungs-Kampagne gegen „unangemessene“ Kleidung bei Frauen. Sie richtet sich vor allem gegen Frauen, die statt den islamischen Bekleidungsvorschriften zu folgen eher westliche Mode wie z.B. hohe Stiefel oder enge Hosen bevorzugen.

Bereits im Jahr 2006 kritisierten die Reporter ohne Grenzen die immer stärker werdende Internet-Zensur im Iran und führten das Land in der Liste der „13 enemies of the Internet“ auf.

Seit dem Amtsantritt des Präsidenten Ahmadinejad im Jahr 2005 stehen insbesondere FrauenrechtlerInnen und Blogger im Fadenkreuz der Behörden.

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