Politik-App „Call a Rep“ – Bundestagsabgeordnete in Rufweite

Die Zeit der Stammtische ist vorbei. Wer wollte nicht schon immer, zu jeder Zeit und überall, den Abgeordneten seines Vertrauens kontaktieren können? Mit der App „Call a Rep“ ist das möglich. Seit zwei Wochen kann man sich die verbesserte Software kostenlos herunterladen.

Die Funktionen von “Call a Rep” sind im Sinne der Nutzerfreundlichkeit, wie für Apps typisch, einfach gestaltet. In kürzester Zeit werden der Standort des Nutzers oder eine Adresseingabe mit dem nächsten Vertreter des Wahlkreises abgeglichen. Per Stichwortsuche können unter anderem Fachausschüsse des Bundestags gefunden werden. Und falls man den direkten Kontakt zum Abgeordneten sucht, kann man diesem eine E-Mail schreiben, ihn anrufen oder unkompliziert über die sozialen Netzwerke kontaktieren.

Die Erfinder der App sind zwei Münchener Studenten der Politikwissenschaft und Informatik. Mit “Call a Rep” wollen sie die üblichen Social Media-Funktionen vereinfachen und sie mit einer direkteren Kommunikation ersetzen. Das erklärte Ziel von Falko Blumenthal und Lyuben Dimitrov ist es, die „Zeit der Stammtische, Abendgesellschaften und Verbandsfunktionäre“ zu beenden. Eine ihrer Devisen während der Entwicklung war das Bestreben, Abgeordnete nicht mehr allein auf öffentlichen Veranstaltungen zur Rede stellen zu können. Um der App ihre jetzige Erscheinungsform zu verpassen, holten die beiden Münchener noch eine Nachwuchsdesignerin ins Team.

Zwar kann man „Call a Rep“ bereits seit Oktober 2011 im App-Store in der iPhone–Version kostenlos erwerben (politik-digital.de berichtete), doch der Erfolg blieb zunächst aus. Erst als die TU München auf das innovative Projekt aufmerksam wurde, konnte das nun um ein Mitglied erweiterte Team sein Projekt weiterentwickeln. Die App ist zumindest in der Android-Version* weder kommerziell, noch durch Kosten oder Werbung belastet. Zu wünschen ist den Erfindern, dass sich ihr Tatendrang gelohnt hat und die App nun auch von Android-Smartphone und –Tablet-Nutzern die nötige Aufmerksamkeit erhält. Neben “nrw-Politik 2.0“ und „Bundestag-App“ reiht sich „Call a Rep“ ergänzend in die Riege der „Politik-Apps“ ein. Und als solche ist sie zunächst ein weiterer Schritt in Sachen digitale Vernetzung zwischen Bürger und Politiker, den es weiterhin zu beobachten gilt.

*Die Apple-Version der App kostet allerdings ohne Werbung 1,79€ – Danke an Kay Hinz für diese Info


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