Piraten unerwünscht

Fünf der sechs Bundestagsparteien nutzen die mitgliederstarken Holtzbrinck-Netzwerke als Wahlkampf-Forum. Auch die „Piratenpartei“ will über diesen Kanal auf sich aufmerksam machen. Ihr Profil wurde jedoch mit Verweis auf den Benutzerkodex gelöscht.

 

In ihrer jüngsten Pressemitteilung kritisieren Vertreter der Piratenpartei StudiVZ für die „einseitige Information“ und die fehlende Gleichbehandlung der kleinen, zur Wahl stehenden Parteien. Denn: Nur die Bundestagsparteien dürfen sich mit "Edelprofilen" auf den beliebten Plattformen präsentieren.

Im Gespräch mit politik-digital.de erklärte der stellvertretende Vorsitzende der „Piraten“, Jens Seipenbusch, dass die Profillöschung mit Verweis auf den Benutzerkodex erfolgte, der die Einrichtung „unechter“ Profile untersagt. Allerdings gebe es seitens der StudiVZ-Verantwortlichen keine weitere Stellungnahme.

Zu den politischen Zielen der 2006 gegründeten Partei gehört vor allem die radikale Umgestaltung des Urheberrechts. Ihre Unterstützer setzen sich für die informationelle Selbstbestimmung ein und mobilisieren gegen staatliche Überwachung und Kontrolle.

Gerade aus diesem Grund nehmen die „Piraten“ die jüngste Netzzensur locker. Die durch die Sperrung erzeugte Öffentlichkeit sei vor allem Werbung für die Protestbewegung, so die Partei. Jung- und Erstwähler würden durch die Profillöschung erst sensibilisiert.

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