Online-Wahlkampf auf dem Prüfstand

Kurz nach dem Abflauen des Jubels oder der Frustration bei den Beteiligten an der Hessen Wahl taucht die Frage nach den Neuen Medien wieder auf. Was hat der Online-Wahlkampf in Hessen gebracht und wie macht man es noch besser?

Die Grünen waren Spitze im Web. Doch auch Thorsten Schäfer-Gümbel werden – wie schon im Vorfeld – Bestnoten erteilt. CDU, FDP und Die Linke schnitten eher schlecht ab, von einzelnen Highlights in ihren Kampagnen abgesehen. Ähnliche Analysen fanden sich zuvor zahlreich im Web, doch niemand traute sich zu sagen, wie hoch die Auswirkungen auf die tatsächliche Wahl sein würden.

Vergleicht man in aller Kürze den Auftritt der Grünen mit dem der SPD, so lässt sich eigentlich nur feststellen, dass das Web keinen Ausschlag gegeben haben kann. Die SPD verliert haushoch, die Grünen gewinnen hinzu und das obwohl beide im Web Spitze waren.

Zu stark waren die außerhalb des Webs gelagerten Faktoren. Wenn sich jetzt bereits eine Lehre aus der Hessen Wahl für künftige Online-Wahlkämpfe ziehen lässt, dann diese: Wahlen werden nicht im Netz gewonnen.

Dennoch darf vermutet werden, dass Schäfer-Gümbel ohne sein sehr ehrliches Video auf Youtube mit immerhin 100 tausend Aufrufen kaum so schnell so bekannt geworden wäre. Allerdings hat er es nicht geschafft, dieses Online-Image auch Offline zu transportieren – und verlor damit die Wahl.

Eine Antwort auf Online-Wahlkampf auf dem Prüfstand

  1. Der Aritkel auf meedia.de, in dem den Grünen Bestnoten für ihren Internetwahlkampf in Hessen versprochen werden, ist etwas vorsichtig zu sehen. Die in der Überschrift versprochene Einordnung kann der Autor im Artikel gar nicht aufrecht erhalten und belegen. Ein Blick in die Kommentare reicht, um dieses eindeutige Votum der Leserschaft zu sehen.

    Auch bei der Einschätzung zum Einfluss des Webwahlkampfs auf das Wahlergebnis wäre ich zurückhaltender. Schäfer-Gümbel hat unter den netzaffinen Usern ganz beachtenswerte Resultate in den Umfragen erreichen können und auch über diese Gruppe hinaus war sein immens gewachsener Bekanntheitsgrad sicherlich auch auf das Internet zurück zu führen. Und wer weiß, bei wieviel Prozentpunkten die SPD gelegen hätte, wenn kein Internetwahlkampf gemacht worden wäre. Für eine abschließende Beurteilung jedenfalls fehlt noch einiges Datenmaterial.

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