Online-USA-Visa: Datenspeicherung für Dutzend Jahre

Ab dem 1. August 2008 kann man Touristenvisa für die USA online beantragen. Was wie eine praktische Fortentwicklung klingt, könnte unter Datenschutzgesichtspunkten kritisch sein.

Wie das Department of Homeland Security auf seiner Homepage mitteilt, können Besucher der USA ab dem 1.August 2008 im Internet bereits vor Antritt der Reise ihr Visum beantragen. Dies gilt allerdings nur für Staatsbürger der 27 Länder, für die keine Visumspflicht herrscht, darunter Deutschland. Im Januar 2009 soll die Online-Anmeldung dann verpflichtend werden. Damit verschwinden die Formulare im Flugzeug.

Visum gilt zwei Jahre

Die Regelung sieht vor, dass das Visum spätestens 72 Stunden vor Abflug beantragt werden muss. Danach bekommt der User eine Antragsnummer und später die Nachricht, ob dem Antrag zugestimmt wurde. Ist dem so, gilt das Visum ganze zwei Jahre lang und muss nicht bei jeder Reise neu beantragt werden. Sofern der Reisepass nicht abläuft.

Datenschutzbedenken

Was praktisch klingt, ist jedoch aus Datenschutzsicht bedenklich. Denn das Department behält sich vor, die Daten zwölf Jahre lang zu speichern und bei Bedarf zu benutzen. Zudem sind die Regeln zur Weitergabe der Daten locker gehalten: So können nicht nur Fluggesellschaften, sondern auch alle Sicherheitsbehörden und verschiedene andere staatliche Stellen sowie Botschaftsmitarbeiter und ausländische Stellen die Daten eine Einsicht der Daten beantragen. Zudem ist nicht klar, ob der Dienst weiterhin kostenlos bleibt oder USA-Visa in Zukunft gebührenpflichtig werden.

Beim Alten bleiben dagegen die Fragen nach terroristischen Absichten, völkermörderischer Vergangenheit und Drogenkonsum.

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