Offene Daten auf der Insel

In Großbritannien bewegt sich einiges beim Thema "offener Zugang zu öffentlichen Daten". Die Stadt London launchte am 7. Januar den "London Datastore", die britische Regierung bereitet ebenfalls ein offenes Datenportal vor.

Vorangetrieben wurde der Datastore zu großen Teilen vom Londoner Bürgermeister Boris Johnson. "Ich bin davon überzeugt, dass der Zugang zu Informationen nicht nur Institutionen und und ausgewählten Eliten gewährleistet werden sollte," sagte er zum Start des Portals. Johnson hatte bereits in seinem Wahlkampf 2008 größere Anstrengungen in Fragen der Transparenz und Zugang zu öffentlichen Informationen versprochen.

Bis zum 29. Januar läuft der Datastore noch in der Betaphase. In seiner vollen Funktionalität sollen dann ca. 200 Datensätze der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Ähnlich wie beim amerikanischen Vorbild "Apps for Democracy" sind die Bürger ausdrücklich dazu aufgerufen, für die Daten Applikationen und sogenannte "Mashups" (die Kombination verschiedener Datensätze zu einem neuen) zu programmieren. Unterstützt wird die Stadt London dabei vom britischen TV-Privatsender Channel 4, der einen Innovationswettbewerb mit einem Preisgeld von rund 220.000 Euro ausgelobt hat. Prämiert werden sollen die kreativsten Ideen, die aus den Datensätzen entstehen.

Auch die britische Regierung hat bereits angekündigt, sich verstärkt um den offenen Zugang zu öffentlichen Daten zu bemühen. Premierminister Gordon Brown hatte dafür im Juni 2009 Tim Berners-Lee, den Begründer des World Wide Web, als Berater verpflichtet. Im April sollen in einem ersten Schritt die geografischen Kartendaten des "Ordnance Survey" öffentlich zugänglich gemacht werden.

Browns Initiative, öffentliche Daten auch der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen, wurde schon seit längerem von verschiedenen Bürgerinitiativen gefordert, allen voran der Bewegung "Free our data". Auch in Deutschland haben sich unlängst eine Reihe von Parteien, Netzwerken und Unternehmen zum "Opendata Network e.V." zusammengeschlossen, um die Debatte über den Umgang mit öffentlichen Daten voranzubringen.

Eine Antwort auf Offene Daten auf der Insel

  1. sdoerfler sagt:

    Die britische Regierung hat dazu am 19.1. die Plattform http://www.data.gov.uk/ gestartet. Hier findet man ab sofort öffentliche Daten zu verschiedenen Politikbereichen, ein Forum und ein Wiki.

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