Österreichischer BigBrotherAward geht an TV-Fahnder

Für die meisten Zuschauer ist "C.S.I." eine spannende Serie, in der Beamte der us-amerikanischen Spurensicherung mit vielen technischen Tricks und Kniffen Kriminalfälle aufklären. Die Organisatoren des österreichischen Datenschutzpreises BigBrotherAward
sehen das ein bisschen anders: Die TV-Fahnder würden durch heimliche
DNA-Tests und Rasterfahndungen Bürgerrechte verletzen.

Big Brother is watching: Der Preis in Beton

Quelle: www.bigbrotherawards.at

Stellvertretend für eine ganze Reihe ähnlicher Serien erhielten C.S.I. und Autor
Anthony E. Zuiker am 25. Oktober 2007 den BigBrotherAward in der
Kategorie "Kommunikation und Marketing". "In kaum einer Folge konnten
die Autoren – allen voran der Erfinder und Autor der meisten Folgen,
Anthony E. Zuiker – widerstehen, schnell einmal eben die KFZ-Zulassungsdatenbank mit den Daten von Telefoniebetreibern, Kreditkartendaten mit denen von Handtaschenherstellern, oder Amazon
Käuferverhalten mit Sexualstraftäterdatenbanken abzugleichen und anschaulich mit unterlegten Geodaten zu präsentieren." heißt es in der Stellungnahe der Jury.

 

In der Kategorie "Politik" gewann Unterrichtsministerin Claudia Schmied
(SPÖ) die Anti-Auszeichnung für Datenkraken. Entgegen vorheriger
Ankündigungen hatte Schmied das umstrittene österreichische
Bildungsdokumentationsgesetz nicht verbessert, sondern nach Ansicht der
Jury noch verschärft. Zufolge dieses Gesetzes speichert eine so
genannte "Bildungsevidenz" Daten über Schulverweise,
Klassenbucheinträge, Besuch von Ethik- und Religionsunterricht und
andere Infos dieser Art. Da kurz vor der Preisverleihung einige Punkte
des Gesetzes überarbeitet wurden, wurde der Award nicht verliehen, die
Nominierung aber aufrecht erhalten.

Das Publikum wählte Österreichs Innenminister Günther Platter (ÖVP) zur größten Datenkrake. Unlängst hatte der Minister der Online-Überwachung in Österreich den Weg bereitet.
Alle weiteren Preisträger finden sich auf der Website zum BigBrotherAward.

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